Kapitel 37

Gebrochener Widerstand

„Wollen wir eigentlich hier im Wohnzimmer schlafen?“, fragte ich sie, als wir es etwa 21 Uhr hatten. „Möchtest du denn schon schlafen gehen?“ – „Nein, überhaupt nicht, ich bin gerade richtig fit. Ich bin, glaube ich, immer noch aufgedreht von unserem gemeinsamen Erfolg.“ – „Du meinst wohl, von meinem Erfolg?“ Ich lachte mit ihr und meinte: „Ok, ok, ja, von deinem Erfolg. Du hast uns am Ende ins Ziel gerettet.“ – „So ist es brav.“ Ich kam ihr nahe und anstatt sie zu küssen, was sie erwartete und instinktiv die Augen schließ, gab ich ihr einfach einen Kuss an den Hals. „Wow, ich habe direkt Gänsehaut“, flüsterte Janine plötzlich leise. Ich schaute sie an und stellte fest, wie glücklich ich wieder war, dass ich eine solche intelligente und schöne junge Frau meine Freundin nennen durfte. Sie sagte: „Lass uns ruhig hier im Wohnzimmer schlafen, wenn du möchtest. Ich fände das total ok. So müssen wir nicht extrem alles wieder zurück räumen. Petra kommt nicht vor Montag wieder, meintest du ja vorhin.“ – „Klingt gut, ich hatte jetzt auch keine Lust darauf.“ – „Aber ich habe eine Idee. Aber dafür musst du trotzdem in dein Zimmer gehen und die Tür schließen. Das dauert bestimmt eine halbe Stunde oder so. Und mache dir bitte irgendwie Musik oder Fernsehen oder so was an.“ – „Na, möchtest du mich wieder mit einem Essen überraschen?“ – „Lasse dich einfach überraschen. Ich verrate dir nichts vorher.“ – „Wofür habe ich das nun verdient? Ich habe doch gar nichts Besonderes gemacht oder so. Du bist doch die ganze Zeit gerade für mich so heftig da…“ – „Du hast es verdient, weil du einfach so bist, wie du bist.“ Bei dem Kompliment kribbelte mein Körper irgendwie überall, weil das unheimlich sentimental war. Ich gab ihr einfach einen Kuss, auf den sie zwar kurz einging, aber schnell abbrach, bevor es intensiver wurde. „Ab ins Zimmer.“ – „Wird gemacht, Chefin.“ Sie lachte, als ich sie so nannte, und ich ging in mein Zimmer. Auch wenn wir schon zig Stunden gespielt hatten, setzte ich mich einfach an meinen PC und spielte dort noch ein Spiel weiter, bis es an meine Tür klopfte.

Mir fiel, während ich auf Janine wartete, auf, dass ich im Laufe des Tages wirklich nicht an meine Oma gedacht hatte. Janine schaffte es, mich wirklich gut abzulenken, wofür ich ihr dankbar war. Ich gruselte mich zwar vor den nächsten Nächten, weil ich die Befürchtung hatte, dass ich wieder wach liegen würde, aber ich war so froh, dass Janine aktuell einfach noch da war. Inmitten meiner Gedanken kam sie plötzlich wieder in mein Zimmer und sagte: „So, ich verbinde dir jetzt die Augen. Du sollst es ja nicht sofort sehen.“ – „Alles klar. Du machst es aber auch wirklich spannend!“ Sie schmunzelte und verband mir mit einem Tuch ganz sanft die Augen. Ihre Führung von mir durch die Wohnung war ganz vorsichtig, zusätzlich drehte sie mich mehrfach im Kreis, um mich noch mehr zu verwirren. Meine starke Vermutung war, dass sie einfach das Wohnzimmer romantisch vorbereitet hatte, weil ich nach unserem Knabberzeug nicht davon ausging, dass sie noch etwas zu essen vorbereitet hatte, es war schon reichlich spät und Janine war wirklich satt, das betonte sie eine Stunde zuvor erst deutlich.

Janine sagte plötzlich: „Riech mal!“. Ich schnupperte und bemerkte einen leicht fruchtigen Duft, der mich an Badewasser erinnerte. Ich fragte: „Wir sind doch nicht etwa im Bad?“. Janine antwortete mir darauf nicht, löste meine verbundenen Augen, sodass ich die gefüllte Badewanne sah, die zugleich – der Romantik wegen – mit zum Beispiel Rosenblättern verschönert war. Sie hatte zudem mehrere angezündete Teelichter im gesamten Bad aufgestellt und das eigentliche Licht ausgeschaltet, was wirklich für eine romantische Situation sorgte. Janine sagte: „Ich möchte dich jetzt mit einem Entspannungsbad überraschen, weil du immer so viel von dir für alle gibst und weil ich will, dass du einfach, so gut es geht, zur Ruhe kommen kannst.“ – „Aber in letzter Zeit bist du doch vor allem für mich da.“ – „Ja, aber jetzt wirst du halt mehr verwöhnt, nachdem du vorher unheimlich viel gegeben hast.“ – „Du bist süß.“ – „Möchtest… du denn überhaupt baden gehen?“ – „Na klar, das ist eine tolle Idee.“ Mir wurde bewusst, dass ein Nein den gesamten Aufwand von Janine unnötig gemacht und zudem die Romantik an diesem Abend einen deutlichen Knick bekommen hätte. Mir war zugegeben jetzt eigentlich nicht nach einer ausgedehnten Bad-Session, aber ich ließ mich voll darauf ein, was Janine in den letzten Monaten auch immer wieder gefordert hatte. Sie sagte: „Na, steig in die Wanne, bevor das Wasser kalt wird.“ Ich zog mich, als Janine aus dem Bad war, aus und stieg in die richtig schön warme Wanne. Es war eine große Menge Schaum vorhanden, den ich dazu nutzte, mich etwas darunter und dahinter zu verstecken. Der Raum versprühte, als ich in der Wanne saß, noch mehr Romantik als zuvor. Die kleinen Teelichter, die Janine aufstellte, sorgten für genügend Licht, waren aber dunkel genug, um nicht geblendet zu sein. Ich war erstaunt, woher Janine die ganzen Teelichter und Gläser hergenommen hatte, weil meine Teelichter, die ich für Janine und mich gekauft hatte, immer noch in meinem Zimmer lagen. Ich sah sie dort vorhin erst liegen. Vermutlich hatte sie diese vorhin gekauft und wollte daher vielleicht nicht, dass ich mitkam! Mit einem Schmunzeln musste ich aber auch feststellen, dass sowohl Janine als auch ich nun viel zu viele Kerzen und Gläser besaßen und ich fragte mich, bei wem sie diese neuen Sachen wohl nun bunkern wollen würde.

Nach wenigen Minuten kam Janine wieder ins Bad und sie meinte: „Ich habe so manches mit dir vor, womit du dich bestimmt richtig entspannen wirst, ich bin gleich wieder da.“ Sie lächelte mich ein paar Momente lang an und ging wieder nach draußen. Ich lehnte mich hinten an die Wand an und war schon sehr beim Entspannen. Ich spürte, dass ihre Idee echt gut war, um herunterzukommen. Gerade nach den aufregenden letzten Stunden mit Janine, in denen wir doch wirklich viel an der Konsole spielten und phasenweise sehr lachen mussten, war dieser Kontrast echt schön. Ich breitete mich richtig aus, da unsere Wanne ein bisschen größer als viele andere Wannen war. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass sie damals extra mit dem Vermieter geklärt hatten, auf eigene Kosten eine neue Wanne einbauen zu lassen, weil wir vorher wohl eine unfassbar kleine Badewanne hatten, in der selbst eine einzelne Person kaum reinpasste, obwohl unser Badezimmer recht groß war.

Janine wollte wieder das Bad betraten und sagte als erstes: „Mach deine Augen zu! Du darfst noch nicht schauen!“. Ich tat dies und fragte mich, was jetzt noch kommen sollte. Da es ja um ein Bad für mich ging, hätte sie doch einfach reinkommen können, wenn sie mich zum Beispiel massieren wollte, das ging ja von außerhalb der Wanne ganz gut. Ich war sogar schon fast beim leichten Einnicken, dass ich kaum noch was aus meiner direkten Umgebung mitbekam. Janine sagte einige Momente lang gar nichts. Plötzlich sagte sie: „Jetzt darfst du die Augen aufmachen.“ Ich sah Janine – von einem großen Handtuch am gesamten Körper bedeckt. Sie fragte: „Darf ich auch mit in die Wanne?“ Die Frage überforderte mich einfach, da ich rein gar nicht damit rechnete… Ich nickte nur, da ich kein Wort herausbekam, aber die Romantik mit einem Nein auch nicht zerstören wollte.

Ich schaute sie an, als sie plötzlich das Handtuch fallen ließ und splitterfasernackt vor mir stand. Ich konnte gar keinen klaren Gedanken fassen. Sie war einfach so… schön. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Janine das bereits am heutigen Tag machen würde. Ich sah ihren kompletten Körper und war hin und weg. Janine hatte einfach einen wundervollen Körper, der mich total reizte und anzog.

Sie stieg ganz langsam in die Wanne und ich schaute sie einfach nur an – ohne Grund war sie nicht die attraktivste Frau, die ich kannte. Ihre Brüste waren nicht groß, aber für ihren Körper einfach perfekt angepasst. Ihr Bauchnabel, der ziemlich klein war, hatte aber irgendwie etwas total Attraktives an sich – wie ihr Hintern, der eher kleiner und unauffälliger war. Mir fiel es schwer, passende Worte zu finden, sie war einfach unbeschreiblich schön. Janine passte in unsere große Badewanne ziemlich gut noch mit rein. Allerdings war natürlich klar, dass sich unsere Körper trotzdem sehr viel berührten. Sie setzte sich gegenüber von mir und unsere Beine berührten sich. Ich schloss ihre Beine quasi ein, da meine außen und ihre innen waren.

Ich lehnte mich wieder an die Wand hinter mir und schloss die Augen. Nach ein paar Sekunden meinte Janine verunsichert: „Hey, was ist… denn? Stimmt irgendwas nicht?“ – „Nein, nein, es… ist schon ok.“. Eigentlich ging mir das wieder alles ein bisschen zu schnell, aber nun war es zu spät gewesen und ich hatte mir nun vorgenommen, mit Janine nach und nach intimer zu werden. Ich vermutete, dass Janine dieser Moment auch Überwindung kostete und sie daher umso genauer darauf schaute, wie ich reagierte, wenn ich ihren Körper ansah. Sie sagte mir im Laufe der Beziehung einige wenige Male, dass sie sich mit ihrem Körper wohl fühlte, aber sie halt den Eindruck hatte, dass viele andere Frauen ihr das Gefühl gäben, nicht wirklich hübsch zu sein. Unabhängig von unserer Beziehung hatte natürlich jeder seinen eigenen Typ von Menschen, auf den er oder sie stand, aber ich empfand Janine schon teilweise als modelhaft vom Aussehen. Ihr fehlte nur die typische Größe für klassische Models und sie hatte sicherlich nicht die perfekten körperlichen Werte, die von Modelkarteien meistens gemessen wurden. Wenn ich mit ihr unterwegs war, drehten sich zahlreiche Männer nach ihr um oder warfen ihr lange Blicke zu. Das ging sogar so weit, dass auch einzelne Frauen ihr hinterher schauten, wobei ich mich auch fragte, ob das Blicke von ernsthaftem Interesse waren oder eher nur, weil sie halt sehr hübsch ausschaute. Durch diese vielen Blicke sah ich mich darin bestätigt, dass Janine schon eine ungewöhnlich hübsche Frau war. Ich sagte einfach leise, weil ich Janines mögliche negative Gedanken gleich zerstören wollte: „Süße, ich habe gerade einfach festgestellt, wie unfassbar sexy du bist.“ Sie bekam kurz große Augen und strahlte: „Danke, du bist toll.“

Direkt danach meinte sie: „Hey… komm, dreh dich um.“. Ich öffnete meine Augen nach meinem kurzen Schließen wieder, schaute sie an und nickte, worauf ich aufstand und mich umdrehte. Da ich nun keinen Halt mehr hatte, blieb ich relativ gerade sitzen – zwischen Janines Beinen und mit dem Rücken zu ihr gedreht. Sie griff mir an die Hüften und zog mich, so nah es ging, zu sich heran. „Komm ruhig her“, flüsterte sie ergänzend. Unsere Körper berührten sich an vielen Stellen. Es war… so neu irgendwie.

Sie griff in meine Schultern und drückte herein. Ich wusste damit, dass sie mich massieren wollte und lag mit meiner Vermutung absolut richtig. Nur war ich naiv nicht davon ausgegangen, dass Janine ebenfalls in die Wanne steigen wollte. Janine massierte mich eine ganze Weile lang. Es war echt schön. Ich entspannte und versuchte auch, gegenüber der Situation aufzutauen und lockerer zu werden… Janine küsste mich an verschiedensten Stellen, anfangs war es ganz sanft am Hals, später an den anderen empfindlichen Stellen von mir.

„Bärchie, dein Rücken war wirklich verspannt, ich hoffe, das ist jetzt etwas besser.“ – „Ja, es fühlt sich wirklich schon viel besser an.“ Sie gab mir als Bestätigung einen Kuss an den Hals, was ein gewaltiges Kribbeln in mir auslöste.

Wir standen auf und drehten uns jeweils, sodass ich ihren Körper kurz wieder komplett sah. Mir war irgendwie immer noch leicht mulmig, wenn ich sie so sah. Eigentlich hatten wir uns mehrfach schon fast komplett ohne Kleidung gesehen, aber mein Herz rutschte mir in solchen Momenten auch weiterhin die Hose. Wir wechselten uns nun mit der Massage ab und ich massierte sie richtig lange, definitiv deutlich länger als sie mich. Ich hatte wirklich Spaß daran, zu sehen, wie sie bei leichten Massagen an verschiedenen Körperregionen reagierte. Ich bemerkte wieder, dass ich auch eine wirklich zärtliche Seite besaß, die ich bisher relativ selten zeigen konnte und die ich selbst bisher kaum an mir selbst bemerkt hatte. Ich küsste sie an den Schultern und am Hals, hauchte verschiedene Stellen mit meinem Atem an und ging dabei immer weiter nach unten… Ich strich ihr mit dem Finger am Rücken und an den Hüften herunter… Was war mit mir nur los? Ich spürte, dass ich meinen Kopf ausschaltete.

Plötzlich bewegte sie sich und rückte mir absolut nahe. Sie flüsterte: „Lehn dich nach hinten an die Wand an.“. Janine setzte bzw. legte sich – in die gleiche Richtung wie ich gedreht – fast auf mich herauf. Ich hörte ein Flüstern: „Pack deine Hände auf meinen Bauch und schließe deine Augen.“. Ich packte, wie verlangt, meine Hände auf ihren Bauch und schloss ebenfalls meine Augen, ohne ein Wort zu sagen. Sie griff meine Hände und führte sie ganz sanft mit sich. Sie ging an den Hüften entlang und zu ihrem Oberkörper. Dabei berührte sie mit meiner Hand ihre Brüste. Es war wieder ein seltsames Gefühl, diese so zu berühren. Ich musste mich daran definitiv immer noch etwas gewöhnen. Mir wurde klar, dass Janine wollte, dass ich meine letzten Hemmungen verlor und ihr Weg war wirklich kein schlechter. Während sie das mit meinen Händen tat, wurde sie deutlich erregter, was ich an ihren gesamten Bewegungen mit dem Körper bemerkte. Das kannte ich nun wirklich noch nicht von ihr.

Sie strich langsam, aber ganz sanft an ihren Busen herum, ging dazu über, diese mit meinen Händen deutlicher und stärker zu greifen und bewegte sich mit ihrem gesamten Körper leicht mit. Ich übernahm irgendwann etwas mehr die Führung und erregte Janine intensiver, indem ich einfach nach meinem Gefühl ihre Brüste mal stärker und mal sanfter massierte. Janine ließ ihre Hände dennoch auf meinen, weil sie nach einiger Zeit meine linke Hand ihren Körper entlang nach unten führte. Sie ging mit meiner Hand in ihren Intimbereich, der unter Wasser lag. Ich wusste nicht so wirklich, wie mir geschah. Sie ging immer tiefer und intimer und ich wollte, aber konnte sie auch nicht unterbrechen, weil es die Situation vollständig zerstört hätte. Mir waren in der Hinsicht nicht nur sprichwörtlich die Hände gebunden.

Sie kam bei ihren Schamlippen an. Ohne, dass ich es sehen konnte, war es für mich logisch. Sie nahm meine Hand und strich zunächst lange und vorsichtig entlang. Immer wieder zuckte sie zusammen und stöhnte leise, was mich oft einfach erschreckte. Ich hatte das Gefühl, dass sie selbst sich gerade wieder erkundete, um herauszufinden, wo sie wie intensiv auf welche Art von Berührung reagierte. Auch wenn ich ihren Intimbereich in diesen Momenten nicht sehen konnte, war das sehr aufschlussreich für mich, weil ich zum ersten Mal etwas verstand, welche Berührungen sie mochte und wie intensiv diese sein durften.

Recht überraschend führte sie meinen Zeigefinger ein kleines Stück weit in ihre Scheide ein. Mir war klar, dass sie mir jetzt nicht mehr direkt helfen konnte, sie hielt meine Hand zwar von außen fest und drückte meine restliche Hand immer wieder gegen ihren Intimbereich, aber ich war auch an der Reihe. Es war ein total komisches Gefühl, ich berührte mit meinem Finger in ihrer Scheide einige Stellen und bemerkte sofort, dass Janine darauf komisch reagierte. An einer Stelle, die ich mit meinem Finger sozusagen entdeckte, war sie besonders empfindlich – ich bewegte meinen Finger einfach sanft hin und her, und hörte, wie tief sie deswegen schnaufte… Es schien sie sehr zu erregen. Gleichzeitig bemerkte ich, wie Janine meine restliche Hand in den Momenten, in denen ich meinen Finger in ihrer Scheide mehr bewegte, schubweise fest gegen ihren Intimbereich drückte. Ich vermutete, dass, wenn ich damit weitermachte, ich sie vielleicht zum Orgasmus bringen konnte… Da ihr meine und ihre eigenen Berührungen wohl gefielen, machte ich einfach weiter und streichelte sie ein ganzes Stückchen intensiver, worauf sie sich wieder insgesamt bewegte – und abgesehen davon auch meinen Penis extrem anregte, weil sie ihn natürlich die ganze Zeit mit ihren Bewegungen streifte. Wir verblieben sehr lange in dieser Position und ich erregte sie Stück für Stück immer mehr. Ich hörte, spürte und fühlte einfach, wie Janine immer mehr ihren Kopf ausschaltete und nur noch sexuell fühlte. Meine Berührungen in ihrer Scheide wurden stärker, weil ich spürte, dass Janine darauf total abging. Sie umklammerte meine Hand von einem Moment auf den anderen und strich meine Hand immer häufiger und immer stärker gegen die Region ihres Scheideneingangs, was für mich nicht ganz unproblematisch war, weil ich mit meinem Zeigefinger ja ihre Scheide penetrierte und sie damit unabsichtlich dafür sorgte, dass ich die Position phasenweise verlor, weil sie meine Hand und damit meinen Zeigefinger eben wegzog… Ich bemerkte immer mehr, wie Janine richtig gierig wurde, immer schneller wurde, sodass ich mich dem anpasste. Sie sagte irgendwann mit einer gewissen Erschöpfung: „Bleib da mit dem Finger. Genau da.“ Ich antwortete nicht, sondern streichelte genau diese Stelle immer mehr. Aus einem immer schnelleren Atmen von Janine wurde ohne Vorwarnung ein gar nicht so leises Stöhnen. Dieses intensive Stöhnen wiederholte sie etliche Male im Laufe der nächsten ein oder zwei Minuten, da ich mit meinen Berührungen nicht aufhörte. Janine hatte sich mittlerweile in meine beiden Hände festgekrallt und steuerte selbst gar nichts mehr, sie konnte das gar nicht mehr. Mit meiner rechten Hand, die sie bei ihrer rechten Brust positioniert hatte, kam ich spontan auf die Idee, ihre Brust zusätzlich zu massieren, während sie sich ihrer Lust hingab. Das gab ihr einen weiteren extremen Schub und ich war wirklich tief fasziniert davon, wie erregbar Janine über ihre Brüste war. Ich konnte nun wirklich umso mehr verstehen, warum Janine bei unseren letzten Malen so wahnsinnig wurde, als ich ihre Brüste zum Beispiel nur angehaucht, aber nicht berührt hatte. Während sie ihren – für mich unfassbar lang anfühlenden – Orgasmus hatte, war Janine geistig definitiv nicht mehr bei mir. Sie zitterte mehrfach unkontrolliert, teilweise über eine Minute am Stück, sie schnaufte immer und immer wieder, was auch daran lag, dass ich, wenn sie gerade wieder leicht zu Atem gekommen war, einfach weiter streichelte oder ihre Brust massierte. Ihre körperlichen Reaktionen nach dem Orgasmus zogen sich sicher weit über fünf Minuten. Ich war, auch wenn ich wirklich lockerer geworden war, mit ihren ganzen Reaktionen überfordert, weil ich das so emotional intensiv gar nicht erwartet hatte. Ich spürte einfach wieder, dass ich von ihr noch einiges kennen lernen musste.

Schließlich ließ sie meine beiden Hände los und drehte sich um. Sie schaute mich wieder mit diesem offensiven Blick an, den ich wenige Male bisher bei ihr sehen konnte. Sie sah dabei so anders aus… eine ganze andere Seite war das irgendwie. Sie wirkte nicht mehr wie im normalen Alltag, sondern wie jemand, die alles das rauslassen wollte, was sie die ganze Zeit aufgespart hatte.

Ohne etwas zu sagen, fing sie an, mich zu küssen. Sie ließ dies schnell auf eine intensive Knutscherei hinauslaufen, die mich extrem anmachte. Durch die vielen Berührungen mit Janines Körper, ihren ganzen Reaktionen und meinen intimen Berührungen war mein Penis sowieso noch ziemlich steif. Gleichzeitig streichelte sie mir wieder recht sanft über den Oberkörper, aber ging sehr schnell zum Penis runter, den sie mit dem Kitzeln und dem Streicheln sehr erregte. Ohne es zu steuern, rutschte ich in der Badewanne ein wenig tiefer, worauf Janine fast auf mich fiel. So knutschten wir uns einfach weiter und sie erregte meinen Penis ohne ein Ende immer weiter. Es gab einen klitzekleinen Moment, als Janine mich und sich durch die heftige Knutscherei minimal zu Atem kommen ließ, an dem ich ihr flüsterte: „Bist du sich-“ Sie unterbrach mich direkt und sagte maximal selbstbewusst: „Du entspannst dich jetzt, Bärchie. Keine Widerrede.“ Die Knutscherei machte mich sexuell schon extrem an, aber, dass sie meinen Penis immer stärker in ihre Hand nahm und erregte, sorgte dafür, dass ich mich auch nicht mehr unter Kontrolle halten konnte. Ich spürte von Berührung zu Berührung, wie mein Orgasmus immer näherkam. Die Knutscherei machte mich immer wilder, bis ich an dem Punkt kam, der nicht mehr umkehrbar war: Das war mein erster Orgasmus, der nicht durch Selbstbefriedigung zustande kam. Mein Verstand schaltete sich völlig ab, ich fühlte nur noch dieses befreiende Gefühl. Aber ich spürte, dass es anders als sonst war: Der Orgasmus, den Janine auslöste, war um Welten besser als alle Orgasmen, die ich durch Selbstbefriedigung bisher hatte.

Janine streichelte selbst nach meinem Orgasmus meinen Penis immer noch lange weiter und hatte dafür direkt beim ersten Mal ein gutes Talent, mich meinen Orgasmus möglichst lange erleben zu lassen, weil sie ihre Berührungen Schritt für Schritt immer weniger werden ließ. Die intensive Erregung hielt sich auch nach meinem Orgasmus, selbst wenn sie aus meiner Sicht nicht mehr außergewöhnlich groß war. Janine und ich küssten uns einfach weiter und mir schossen genau dabei allerlei Gedanken durch den Kopf. Auch Gedanken, die sich mit dem Punkte Verhütung beschäftigten. Ich machte mir Gedanken darum, dass durch die Spermien, die im Wasser herumschwammen, Janine theoretisch schwanger werden konnte. Allerdings war Janine sowieso ein Stück weit erhoben, sodass sie gar nicht wirklich im Wasser saß.

Nach ein paar weiteren Minuten, in denen sie meinen Körper noch streichelte, ließ Janine von mir ab und setzte sich einfach ins Wasser. Diese Gedanken bezüglich einer möglichen Schwangerschaft gingen schon wieder in mir umher, sodass ich es nun aussprach: „Ich habe Angst, dass du vielleicht… na ja, schwanger werden könntest.“ – „Mach dir da keine Sorgen. Da passiert schon nichts. Spermien überleben im Wasser nicht.“. Mir wurde zumindest wieder klar, dass ihre Ahnung wesentlich größer als meine war… und dass, obwohl ich mir ja auch wirklich Zeit für das Thema Sexualität nahm, wie es ja vor einigen Monaten der Fall war.

Ich schloss kurz meine Augen, lehnte mich nach hinten an die Wand und versuchte all das, was in der letzten Stunde geschehen war, zu verarbeiten. Das war für mich definitiv zu viel an einem Abend. Nach ein oder zwei Minuten, die ich da lag, meinte Janine ganz leise: „Bärchie?“. Ich öffnete meine Augen und sie sagte strahlend: „Ich bin so stolz auf dich. Du hast nicht mehr geblockt. Endlich…“ Ich sagte dazu nichts und nickte, damit sie trotzdem eine Antwort bekam.

Trotz allem musste ich sagen, dass ich noch nicht ganz dazu bereit war, mit ihr zu schlafen. Es fehlte zwar nicht mehr allzu viel bis dahin, aber für mich machte dies durchaus noch einen Unterschied. Während ich da entspannte, sah ich, dass Janine anfing, sich zu waschen. Ich machte das auch. Im Intimbereich war es mir auch sehr wichtig, den ich aber in Momenten säuberte, wo Janine eher mit sich selbst beschäftigt war. Abgesehen davon sah sie diesen durch das recht trübe Wasser nicht wirklich.

Nach dem Waschen stiegen wir aus der Wanne. Da ich weiterhin Gentleman sein wollte, ließ ich sie zuerst. Janine bekam meinen Bademantel, ich wiederum nahm mir mehrere Handtücher, die auch ausreichten. Wir trockneten uns ab, ich ging aus dem Bad heraus und in meinem Zimmer an meinen Kleiderschrank, an dem ich mir meine Unterwäsche nahm und in meinem Zimmer anzog. Schließlich noch ein T-Shirt und meine kurze Schlafhose – und fertig war ich für die Nacht. Als ich ins Bad zurückging, um meine Handtücher an den Haken zu befestigen, meinte meine Süße, die sich zumindest schon Unterwäsche angezogen hatte: „Weißt du, dass du richtig tolle Düfte hast?“ – „Aha?“ – „Ich habe die gerade so gerochen und der eine hier…“ – „Ja?“ – „Der… erregt mich total. Das Parfüm ist richtig toll.“ – „Aha.“ Mir ging durch den Kopf, dass ich diesen Duft tragen sollte, wenn ich sie herumbekommen wollte. Ich machte mir – von Janine genauestens beobachtet – zwei kleine Spritzer des tollen Parfüms an den Hals und Janine meinte: „Wie soll ich denn neben dir schlafen können, wenn du jetzt so ein tolles Parfüm dran hast?“ Ihre Augen wirkten in diesen Momenten riesig und ich schmunzelte leicht. „Na ja, ich dachte, du wolltest, dass ich mir jetzt was davon heran mache?“- „Na ja, eher morgen oder so, aber jetzt?“ Sie umarmte mich von der Seite und roch einige Momente direkt an meinem Hals. Es entstand sehr schnell eine Knutscherei daraus, die damit endete, dass Janine mir mein T-Shirt über den Kopf zog. „Du wirst es wohl nie sein lassen können, oder?“ – „Wie… was meinst du?“ Ich lachte, weil ich verstand und rettete mich schlagfertig aus der Affäre: „Na ja, ich habe das nur für dich angezogen, weil ich wusste, dass ich mir das Parfüm ran spritzen werde und damit du jetzt das T-Shirt haben kannst.“ – „Aber du hast ja das Parfüm an den Hals heran gemacht. Davon ist ja nichts am T-Shirt angekommen! Du hast niemals das T-Shirt deswegen angezogen!“ – „Nein, nein, das musst du dir eingebildet haben. Guck hier, da ist ganz viel Parfüm dran!“ Ich zeigte auf eine fiktive Stelle des T-Shirts und Janine musste lachen, weil sie wusste, dass ich sie aus Spaß anflunkerte. Sie wischte mit dem T-Shirt an meinem Hals entlang und roch noch am T-Shirt, ob dieses auch wirklich nach meinem Parfüm roch. „Ich habe das T-Shirt doch gerade erst angezogen, du kannst mir doch gar nicht erzählen, dass es schon nach mir riecht!“ – „Na ja, das ist halt besser als nichts… Aber weißt du, was noch viel besser ist?“ – „Nein?“ – „Das Original.“ Sie kam mir wieder nahe und knutschte einige Momente mit mir herum. Irgendwie war ich unbewusst dabei wohl etwas stürmischer, sodass Janine einen kleinen Schritt nach hinten machte, sich an die Badwand lehnte und mich mit zu sich zog. Die Knutscherei wurde Stück für Stück wieder intensiver und es entstand eine Schmuserei daraus, bei der ich nur minimal spürte, wie ich Janine recht fest gegen die Wand drückte. Ich war einfach für einige lange Momente einfach gedanklich abgeschaltet, bis Janine meinte: „Wow… das war intensiv.“ – „Das stimmt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es jetzt immer öfter passiert, dass das so intensiv ist, oder?“ – „Das geht auf jeden Fall seit einigen Wochen jetzt so. Ich… bekomme nicht genug davon.“ – „Von was genau?“, stellte ich mich absichtlich einfach doof. Sie schmunzelte, weil sie mich wieder durchschaute und knutschte mich einfach wieder so intensiv. Die Schmuserei, die daraus entstand, sorgte dafür, dass sie sogar zwei Mal leicht stöhnte. „Du ziehst mich einfach an.“ Ich löste mich etwas von ihr, weil ich nicht wollte, dass es noch weiter sexuell eskalierte. „Habe ich gerade bemerkt. Vorhin erst recht.“ Sie kicherte, während ich in mich hinein grinste und den Satz einfach unkommentiert ließ.

Nachdem ich mich bettfertig gemacht hatte, ging ich wieder aus dem Bad und bereitete das Bett zum Schlafen gehen vor. Janine benötigte noch etwas Zeit und legte sich mit mir zusammen hin. Wir entschieden uns wirklich dafür, im Wohnzimmer zu schlafen, weil wir einfach zu faul waren, alles in mein Zimmer zurückzubringen. Wir schalteten das Licht aus und schliefen – eng kuschelnd – ein. Ich schlief auch vergleichsweise schnell ein, da ich echt fertig war. Meine Oma kam letztlich in meinen Gedanken extrem wenig vor. Allerdings suchte sie mich in einem meiner Träume auf und ich erlebte ihren Tod mit, worauf ich mitten in der Nacht aufwachte und erst einige Minuten lang – schockiert – wach war, während Janine weiter friedlich schlief und von dem ganzen Geschehen gar nichts mitbekam.

Ich erwachte am nächsten Morgen gegen neun und bemerkte, dass Janine neben mir ganz leise atmete und definitiv noch am Schlafen war. Ich lag auf dem Rücken, schaute die Zimmerdecke an und ließ mir den gestrigen Abend durch den Kopf gehen. Es fühlte sich für mich wie ein wahnsinniger Trip an. Die letzten Tage waren eine so dermaßen heftige Achterbahnfahrt, wie ich es noch nie erlebt hatte. Nicht nur, dass ich wie in diesen Momenten sehr sentimental und traurig werden konnte, weil der Verlust meiner Oma weiterhin extrem schmerzte, gleichzeitig überholten die Fortschritte mit Janine meinen Kopf enorm, der kaum hinterherkam. Es war so vieles in so kurzer Zeit zu verarbeiten und ich hatte den Eindruck, dass der Stapel, den ich zu verarbeiten hatte, immer größer wurde. Das machte mir Sorgen, weil ich mich teils jetzt schon überfordert fühlte.

„Denke nicht zu viel nach.“ Ich schaute weiter nach oben und meinte: „Habe ich dich irgendwie geweckt?“ – „Nein, ich bin gerade von selbst wach geworden. Worüber denkst du nach?“ Sie gab mir einen Kuss an die Wange. Ich stellte fest, dass ich gerne ein paar Minuten mehr für mich gehabt hätte, um weiter nachdenken zu können. Gleichzeitig hatte Janine schon Recht, dass ich nicht zu sehr kopfgesteuert sein sollte, um nicht zu intensiv über Dinge nachzugrübeln, wofür ich definitiv das Talent hatte. „Marc?“ – „Sorry, ich war kurz völlig versunken.“ – „Hey, ist alles ok? Worüber denkst du nach? Über gestern Abend?“ – „Ja, das auch. Ich habe aber vor allem viel an meine Oma gedacht… Ich bin nachts wach geworden und konnte ein Weilchen nicht mehr einschlafen, weil ich einen furchtbaren Albtraum hatte. „Oh nein“, sagte Janine und kuschelte sich an mich heran. „Willst du darüber reden?“ – „Würde ich gerne, ich weiß aber nicht mehr so richtig, was dort passierte. Ich habe irgendwie geträumt, dass sie gestorben ist, weil sie viel zu viele Medikamente genommen hatte. Irgendwie habe ich im Traum noch miterlebt, wie ihr ganzer Körper nachgegeben hat, und wie die Ärzte wohl kamen, aber ich bin froh, dass ich durch das Schlafen den Großteil wieder vergessen habe. Ich weiß nur, dass es mir nachts nicht gut ging.“ – „Hey, ich bin deine Freundin, du darfst mich wach machen!“ – „Ach, du hast so gut geschlafen, ich wollte dich nicht aus dem tiefen Schlaf rausholen.“ – „Weck mich! Mach die Dinge nicht mit dir allein aus. Friss das bitte nicht in dich rein… Ich möchte dich nicht verlieren, falls das irgendwann alles für dich zu viel sein könnte.“ – „Mach dir keinen Kopf. Es reicht schon, wenn ich das zu oft mache.“ – „Genau das meine ich! Ich mache mir Sorgen um dich… Ich hänge einfach so sehr an dir, ich könnte das nicht verkraften, wenn du nicht mehr da wärest, weil dir das alles zu viel wird oder so.“ – „Darum brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen. Ich liebe mein Leben viel zu sehr, als dass ich auf solche Ideen kommen würde. Allein du sorgst schon dafür, dass ich niemals auf solchen Mist kommen würde.“ – „Ja, das ist auch gut so. Ich will dich nicht hergeben, nein, niemals.“ – „Hey, was ist los, Süße? Warum bist du so emotional?“ – „Ich weiß nicht, ich mach mir einfach große Sorgen um dich.“ Ich drehte mich zu ihr und küsste sie. „Ich bin da.“ Meine starke Vermutung war, dass Janine nach dem gestrigen Abend noch viel intensiver für mich fühlte. Wenn das der Grund war, konnte ich ihre Emotionalität gut nachvollziehen, weil ich etwas Ähnliches wie sie fühlte. Meine Zuneigung zu ihr war noch um ein Zigfaches stärker geworden und dabei dachte ich in den letzten Monaten, dass das Maximum schon erreicht war, weil ich dort einfach schon spürte, wie sehr ich sie liebte.

„Was wollen wir heute eigentlich machen?“, fragte ich sie, um von den belastenden Dingen etwas abzulenken. „Ich weiß nicht… Gute Frage. Heute rauszugehen, fände ich toll, ein bisschen mehr Bewegung nach dem Tag gestern ist sicher nicht schlecht.“ – „Für mich wäre ein Spaziergang auch super, ich muss mich mehr bewegen, das gestern hat gereicht.“ – „Ansonsten können wir ja nachher gerne trotzdem noch einen Film oder so schauen, was hältst du davon?“ – „Ja, abends finde ich das super. Soll ich aufstehen und uns Frühstück machen?“ – „Nein, noch nicht. Ich bin noch zu faul zum Aufstehen.“ Außerdem fing Janine an, mich vorsichtig zu küssen und es entstand eine kleine Schmuserei daraus, die aber eher zurückhaltend war. „Ich bin richtig stolz auf dich.“ – „Huch, warum denn jetzt? Was habe ich denn jetzt Tolles gemacht?“ – „Du hast dich mir gegenüber so sehr geöffnet.“ – „Aber habe ich das nicht von Anfang an? Ich habe dir doch eigentlich immer alles anvertraut und alles erzählt, was mich so beschäftigt. Das habe ich ja auch schon, als wir noch nicht zusammen waren.“ – „Das meine ich gar nicht, damit hast du Recht. Aber du vertraust mir auch körperlich. Das ist noch was ganz anderes als das emotionale Vertrauen.“ – „Das stimmt.“ – „Ist dir schon aufgefallen, dass du überhaupt gar nicht mehr zuckst, wenn ich dich hier…“ Sie griff mir einfach an die Innenseite des Oberschenkels und berührte dabei indirekt leicht meinen Penis. „… berühre? Du zuckst nicht mehr zusammen.“ – „Ne, ich denke darüber nicht mehr nach. Es hat mich einfach Überwindung gekostet, aber danach war es recht normal, es ist selbst jetzt manchmal halt ungewohnt. Ich konnte mich aber auch deswegen überwinden, weil ich wusste, dass ich dir einfach komplett vertrauen kann. Ich wusste, dass du mich niemals auslachen würdest oder so was, wenn du noch mehr von meinem Körper siehst.“ – „Warum sollte ich dich denn auslachen?“ – „Ich weiß nicht, ob du das gestern Abend genauso über mich gedacht hast oder die Sorge hattest… Aber es hätte ja sein können, dass du meinen Penis zum Beispiel komisch findest oder dass du findest, dass er zu klein sei oder was auch immer. Ich habe das selbst nie von meinem Penis gedacht und es ist mir eigentlich auch egal, was andere davon halten, aber wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass du in solchen Sachen unsensibel wärest, wäre ich, glaube ich, nicht mit dir zusammen gegangen. Oder ich hätte die Beziehung irgendwann wieder beendet, wenn du mir das Gefühl gegeben hättest, dass ich dir nicht vertrauen kann.“ – „Davon hast du wirklich nie was gesagt, ich bin gerade wirklich erstaunt.“ – „Na ja, das sind ja auch teilweise Sachen, die ich in den letzten Monaten erst über mich rausgefunden habe. Ich war ja nicht ohne Grund so unsicher und zögerlich und ich glaube, ein Grund dafür war, dass ich irgendwie Sorge davor hatte, wie es wohl sein wird, wenn du mich komplett nackt siehst.“

„Aber du hast ja wirklich überhaupt nichts, woran man sich stören könnte. Du hast ja nicht mal eine Narbe, Hautveränderungen oder so was. Selbst das wäre doch überhaupt kein Problem. Du siehst völlig normal und toll aus.“ – „Danke. Auch wenn du das Thema nicht gerne hörst, mir ist bewusst geworden, dass auch das ein Grund dafür war, warum ich nichts von Julia wollte. Ich hatte die Befürchtung, dass sie in den optischen Dingen oberflächlich war und konnte ihr auch deswegen nicht so sehr vertrauen, sodass ich sie nicht küssen wollte.“ – „Alles gut. Ich war ja nur in den ersten Wochen und Monaten so wütend auf sie, weil ich halt Angst hatte, dass sie dich mir wegnimmt.“ – „Ach, ich dachte, es ging nur darum, überhaupt freundschaftlichen Kontakt zu mir zu haben?“ – „Na ja…“ – „Ja?“ – „Ich hatte einfach Sorge, dass sie wirklich mit dir zusammenkommt, weil ich mir halt dort einfach ziemlich sicher war, dass ich mit dir schon gerne zusammen sein wollte und das einfach nicht funktioniert hätte.“ – „Du warst also eifersüchtig?“ – „Nein, eifersüchtig nicht direkt… Ich hätte es einfach unheimlich bereut, wenn ich meine Chance verspielt hätte, mit dir zusammen kommen zu können. Das hat mich neben dem Tod meines Vaters wirklich fertig gemacht.“ Ich umarmte sie, so gut es im Liegen ging. „Hat doch alles geklappt, was du wolltest.“ – „Ja, Gott sei Dank.“ Sie lächelte mich an. „Kann es sein, dass du mir an einer ganz bestimmten Stelle nicht die Wahrheit gesagt hast?“ Sie schaute erstaunt. „Du sagtest, du wolltest nicht, dass ich mit Julia zusammenkomme, weil du dir schon ziemlich sicher warst, dass du mit mir zusammen sein wolltest. Aber als wir den Spaziergang direkt am ersten Tag der Weihnachtsferien gemacht haben, hast du mir gesagt, dass du nicht weißt, was du für mich fühlst. Da klang es übrigens so, als warst du dir mit der Intensität unserer Freundschaft nicht sicher, die ja definitiv gelitten hatte.“ – „Na ja… Ja, ich war wirklich nicht ganz ehrlich. Ich wollte dich einerseits nicht überrumpeln, weil ich schon heilfroh war, dass du überhaupt wieder mit mir geredet und Zeit verbracht hast, und andererseits war ich wirklich nicht zu 100 Prozent sicher, was dich betraf. Ich war mir extrem sicher, aber halt nicht vollständig. Genauso wie du, als du dir einige Wochen nicht sicher warst und keine falsche Entscheidung treffen wolltest.“ – „Das kann ich verstehen. Aber warum hast du nicht schon in den Wochen zuvor, in denen wir gar nicht mehr gesprochen haben, mir ehrlich gesagt oder geschrieben, was du für mich fühlst? Ich glaube, ich hätte meine Wut sehr schnell einfach vergessen, wenn du mir ehrlich gesagt hättest, dass du womöglich mehr für mich empfindest oder zumindest darüber nachdenkst. So hätte ich nämlich gewusst, dass dir der andere Typ nichts bedeutet hat, was ich so halt erst später rausgefunden habe.“ Sie schaute recht nachdenklich, sodass ich ergänzte: „Aber ich habe es dir auch nicht unbedingt leicht gemacht, so scheiße, wie ich mit dir umgegangen bin.“ – „Ich habe halt einfach die ganzen Wochen gebraucht, um zu bemerken, dass ich unsere Nähe einfach total genossen habe und dass ich darauf nicht mehr verzichten wollte. Ich wusste ja schon, bevor du es mir ehrlich gesagt hast, dass du in mich verknallt warst.“ – „All zu schwer war das vermutlich auch wirklich nicht.“ – „Das stimmt.“ Wir schmunzelten. Ich ergänzte: „Ich habe es einfach schneller als du bemerkt, weil ich unter anderem darüber nachgedacht habe, ob dein Verhalten eher freundschaftlich oder mehr sein könnte. Mir ist aufgefallen, dass ich dein Verhalten einfach geliebt habe und wirklich liebe.“ Wir küssten uns und sie antwortete darauf nichts weiter.

„Ich habe mich gefragt, was sich wohl verändert hätte, wenn ich dir auf dem Berg hier bei mir nicht die Wahrheit gesagt hätte.“ – „Meinst du, dass wir weiterhin nur befreundet wären?“ – „Vielleicht wäre ich trotzdem sauer gewesen, auch wenn ich ja wirklich nur Quatsch gesehen habe.“ – „Aber wer weiß, vielleicht hätte ich dich bei Jonas‘ Feier trotzdem wieder zum Tanzen bekommen!“ Wir lachten, ich sagte darauf ein langgezogenes „Niemals!“ – „Mir ist vor allem gerade aufgefallen, dass wir uns echt viel Stress erspart hätten, wenn du einfach mit zum Tanzen gekommen wärest. So wäre der gesamte Streit nie passiert.“ – „Das stimmt.“ – „Na siehst du, jetzt hast du doch mehr Gründe, wieder zu tanzen, wenn wir irgendwo sind!“ – „Haha, träume weiter. Der Winterball hat mir gereicht.“ – „Der ist doch aber schon wieder bald ein ganzes Jahr her! Tja, aber der nächste steht vor der Tür…“ Ich grummelte vor mich hin und grinste dabei aber. „Jetzt brauche ich ja nicht mehr mit zum Tanzen zu kommen, jetzt bin ich mit dir zusammen, mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, jetzt brauche ich mir keine Sorgen wegen anderen Jungs zu machen.“ Sie streckte mir die Zunge raus und sagte anschließend: „Ich frage mich, was wohl passiert wäre, wenn ich es einfach auf einen Versuch hätte ankommen lassen, als du mir auf dem Berg die Wahrheit gesagt hast.“ – „Das habe ich gerade auch überlegt.“ – „Eine Sache wäre sehr wahrscheinlich anders gewesen: Ich hätte mir natürlich keine Zeit mehr gelassen, über all das nachzudenken und wir hätten den ganzen Streit und so nicht gehabt.“

Nach wenigen Sekunden sagte ich: „Dadurch, dass wir uns nach unserem Streit so viele Wochen nicht mehr in der Freizeit gesehen haben, hatte ich ja Zeit, über das alles nachzudenken. Der Streit war Mist, aber die Zeit hat mir irgendwie auch gutgetan, weil ich darüber nachdenken konnte, ob ich deinen Charakter und alles wirklich so toll finde.“ – „Aber warum hast du so lange gezögert, wenn du wusstest, dass du mich toll findest?“ – „Ich habe geglaubt, es ist besser, wenn das alles Schritt für Schritt passiert, damit keiner von uns vielleicht überfordert ist und es einem von uns zu viel wird. Irgendwie war es auch deswegen besser, dass es nicht ganz so schnell ging, weil ich mich dadurch noch so richtig in dich verlieben konnte.“ – „Das hast du süß gesagt. Mein Herz ist fast stehen geblieben, als wir uns Silvester das erste Mal geküsst haben. Ich wollte noch einen viel längeren Kuss, aber Tim, der Doofi, ist dazwischengekommen, das hat mich so geärgert!“ – „Das kann ich mir gut vorstellen, dass du dich geärgert hast.“ – „Oh, oh, oh, oh, Bärchie, eine Sache will ich noch wissen.“ – „Ähm, okay?“ Sie war plötzlich so richtig angefeuert, ich eher verunsichert. „Als wir nach Silvester bei mir waren und im Bett lagen…“ – „Du möchtest wissen, ob ich wach war oder womöglich eine Frage von dir gehört haben könnte…“ Wir verzogen jeweils eine Augenbraue und sie sagte: „Du Doofkopp warst doch wach!“ – „Ja, war ich. Sorry. Ich habe mich auch gleich richtig mies gefühlt, dass ich dich angeflunkert habe.“ – „Ich konnte auch nicht schlafen. Mir hat es so sehr weh getan, wie du mich nach dem Kuss ignoriert hast. Das ging mir immer und immer durch den Kopf, als du da neben mir lagst.“ – „Nein, wirklich ignoriert habe i-“ Sie unterbrach mich: „Doch, du hast mich richtig eiskalt behandelt. Vor Mitternacht warst du so toll wie immer, ich konnte mich an dich anlehnen, du hast dabei auch manchmal den Arm um mich gelegt… Und als wir für die Raketen mit den anderen unten waren, bist du richtig vor mir geflüchtet. Auch, als ich in Tims Küche zu dir kam, warst du einfach so komisch…“ Ich fühlte mich echt kacke, weil sie das natürlich voll bemerkt hatte, was ich damals in dem Moment eigentlich auch erahnte. „Du hast Recht, ich war einfach völlig überfordert. Am liebsten wäre ich in dieser Nacht nicht mit zu dir gegangen, weil ich so überfordert war. Ich brauchte Zeit für mich zum Nachdenken. Daher konnte ich auch nicht schlafen, fast die ganze Nacht halt nicht. Aber das weißt du ja.“ – „Ich glaube, das hätte mich noch mehr gekränkt, wenn du nicht über Nacht mit zu mir gekommen wärest.“ – „Ich weiß. Ich fühlte mich einfach unter Druck gesetzt, etwas entscheiden zu müssen, was wir eigentlich erst irgendwie geklärt hatten. Das hat mich richtig unglücklich gemacht, bis ich irgendwann wusste, dass ich wirklich mit dir zusammen sein will. Vor allem wusste ich ja natürlich sicher, dass du auch mit mir zusammen sein willst. Dadurch hatte meine Entscheidung eine ganz andere Bedeutung.“ – „Aber es ist ja wirklich alles gut gegangen. Reicht jetzt wirklich.“ – „Du hast Recht, Süße.“

Danach gab sie mir einen langen Kuss und unterbrach diesen plötzlich abrupt: „Bärchie, wenn wir gerade schon so ehrlich sind: Was ging dir gestern durch den Kopf?“ – „Wobei?“ – „Na, was werde ich wohl meinen?“ Wir kicherten, ich drehte mich auf den Rücken und schaute instinktiv mit dem Kopf nach oben zur Decke, weil ich nachdachte. Ehe ich was antworten konnte, pikste sie mir in die Seite und meinte: „Ey, nicht ausweichen! Ich kenn das von dir schon, wenn du mir etwas nicht direkt ins Gesicht sagen kannst. Los, drehe dich wieder zu mir. Außerdem mag ich das gerade total, dass wir kuscheln.“ Sie wendete einiges an Kraft an, um mich, der sich in dem Moment schwer und unhandlich machte, auf die Seite zu drehen, sodass ich ihr direkt in die Augen schaute. Ich schob meinen Kopf absichtlich etwas weg und stellte mich mehrfach ein bisschen doof an, um mit ihr herumzualbern. Letztlich schaute ich ihr in die Augen und fragte sie ernsthafter, aber auch präziser: „Was möchtest du wissen?“ – „Hat dir das gefallen, als ich… dich zum Orgasmus gebracht habe?“ So selbstbewusst, wie sie sich sonst mittlerweile oft in den sexuellen Dingen darstellte, war sie aktuell überhaupt nicht. Ich hatte das Gefühl, in einen ihrer verletzlichsten Bereiche ihrer Seele schauen zu können. „Ich habe wirklich die Kontrolle über mich verloren…“ Sie grinste breiter. „… und das war einfach das beste Gefühl, was ich haben konnte. Das war einfach klasse.“ – „Was hast du sonst noch so gedacht?“ – „Ich habe einfach bemerkt, dass ich dich komplett so, wie du bist, geil finde. Du machst mich einfach total an. Ich finde deinen Körper einfach total schön. Es gibt wirklich nichts, was ich nicht schön finde. So, wie du komplett bist, bist du super. Ich finde, es passt einfach alles so toll zusammen.“ Sie strahlte bei meinen Worten und ich ergänzte: „Als wir letztens irgendwann rumgeschmust haben, hätte es schon fast passieren können, dass du mich unabsichtlich zum Orgasmus gebracht hättest, obwohl du nicht mit der Hand… nachgeholfen hast.“ – „Ich weiß.“ Sie grinste ganz breit und ich war wieder verdutzt. „Ehrlich gesagt wusste ich es nicht ganz sicher, ich habe es aber vermutet. Ich habe bemerkt, dass du immer wilder wurdest. So sehr wie nie zuvor.“ – „Das war wirklich heftig. Ich musste mich da etwas unter Kontrolle halten.“ – „Nein, das musst du nicht. Wenn so etwas passiert, ist das total normal.“ – „Aber… na ja, wir waren bei dir und ich wollte halt nicht…“ – „Dafür gibt es Waschmaschinen. Wechselkleidung hast du doch auch bei mir und ich habe ja auch welche hier bei dir.“ Sie steckte mich mit einem herzhaften Lachen an und ergänzte später: „Wir sind nicht giftig und wenn da so was an die Kleidung, an den Bezug oder so kommt, ist das völlig normal. Dein Schweiß als blödes Beispiel kommt ja auch an die Bezüge, wenn du bei mir im Bett schläfst.“ – „Da hast du Recht.“ Sie entgegnete plötzlich: „Als ich gestern in die Wanne gestiegen bin, hatte ich kurz das Gefühl, als würdest du meine Brüste nicht mögen.“ – „Ich finde deine Brüste einfach total sexy. Nicht zu groß, nicht zu klein.“ – „Würdest du meine Brüste etwa nicht mögen, wenn sie kleiner oder größer wären?“ Sie schaute fragend. „Das weiß ich doch gar nicht. Das habe ich damit auch nicht gemeint. Ich sage nur, dass ich finde, dass deine Brüste einfach toll zu deinem Körper passen, weil sie halt nicht zu groß und nicht zu klein sind. Ich wette, dass größere oder kleinere Brüste dir genauso gutstehen würden.“ Sie küsste mich und ich fragte sie: „Warum hast du das gestern gedacht?“ – „Du hast halt irgendwie so komisch geschaut, als ich in die Wanne stieg.“ – „Ich war einfach völlig überrumpelt, als du da plötzlich nackt vor mir standst und in die Wanne gestiegen bist. Ich habe damit einfach gar nicht gerechnet. Mein Blick hatte nichts zu bedeuten, außer, dass ich neugierig war und dich halt natürlich anschauen wollte, wenn du schon zum ersten Mal nackt vor mir plötzlich stehst.“ – „Aber eigentlich hast du doch gar nicht so viel mehr gesehen als sonst?“ – „Das stimmt, aber so ganz ohne jegliche Kleidung… Das ist irgendwie halt was anderes gewesen. Ich habe halt einfach bemerkt, dass ich dich total toll finde.“ – „Danke.“ – „Findest du dich selbst denn nicht hübsch?“ Das war wohl einer der schwierigsten Fragen, die ich ihr bisher jemals gestellt hatte. „Doch, ich mag mich schon sehr, wie ich bin. Aber manchmal… ach na ja, ist auch ja egal.“ – „Erzähl, was denkst du über dich?“ – „Manchmal habe ich halt schon gedacht, ob meine Brüste nicht etwas zu klein sind. Ich habe auch gedacht, dass das für mein Rücken schon ganz gut ist, dass meine Brüste so sind wie sie sind. Ich habe von Mädels aus unserer alten Klasse gehört, wie sehr einige regelmäßig durch sehr große Brüste gelitten haben.“ Nach einer kurzen Denkpause: „Manchmal war ich mir halt auch nicht sicher, ob du meine Brüste toll findest, weil du sie so lange nicht anfassen wolltest.“ Oh, das war ihr Problem! Ich legte mich wieder auf sie herauf ohne Vorwarnung, womit sie nicht rechnete. Ich schaute ihr extrem nah in die Augen und sagte: „Hey, das hat mich einfach Überwindung gekostet, weil es halt intim ist. Aber das lag doch niemals daran, dass ich deine Brüste nicht attraktiv finden würde… eher im Gegenteil.“ Sie schmunzelte und ich meinte: „Du solltest doch sehr deutlich gesehen haben, wie ich reagiert habe, als ich dich zum ersten Mal ohne BH sah.“ – „Ja, da warst du auch sehr überrascht.“ – „Na ja, und ich habe halt gedacht, dass deine Brüste wirklich zu dir passen, weil du halt einfach toll aussiehst.“ – „Danke für die vielen Komplimente und Aufmunterungen.“ Sie knutschte mich kurz wieder und in mir ratterte kurz, dass ich diese verletzliche Seite von Janine in der Form noch nicht kannte. Mir war nicht klar, dass sie mindestens unter leichten Selbstzweifeln litt. Bisher hatte sie das immer alles verborgen gehalten, aber ich fand es wichtig, dass sie es aussprach. Janine umgekehrt sorgte ja auch immer dafür, dass ich die Dinge, die mich beschäftigten, aussprach. Solche Gesprächeempfand ich einfach als gegenseitiges Vertrauen. „Konnte ich deine Zweifel aus dem Weg räumen?“ – „Ja, das hast du. Danke. Wirklich. Die Gedanken kamen halt manchmal einfach so hoch… Auch gerade, weil wir halt eine Weile gebraucht haben, bis wir jetzt so offen sein konnten.“ – „Ich vertraue dir und du vertraust mir. Das ist alles, was zählt.“ – „Das hast du schön gesagt.“ Es folgte eine weitere kurze Knutscherei.

„Bärchie, darf ich dich noch was fragen?“ – „Wieso denke ich an eines unserer ersten richtigen Treffen zurück?“ Sie boxte mich leicht, lachte und fragte: „Na ja, das ist halt jetzt wirklich eine sehr intime Frage…“ – „Also, wenn du schon zweifelst, etwas auszusprechen, muss es ja richtig krass sein.“ Eigentlich war mir ja meist nicht so sehr danach, über solche intimen Dinge zu sprechen, aber da wir heute bereits so lange so offen sprachen, bemerkte ich, dass es mir an diesem Morgen deutlich leichter fiel und ich sehr offen wurde. „Wenn du mir wirklich etwas nicht verraten willst, ist das völlig ok, hörst du?“ – „Ja, geht klar. Was möchtest du wissen?“ – „War das gestern dein erster Orgasmus?“ Ich musste bei der Frage kurz etwas schlucken, rechnete aber schon damit. Das war halt meine private Sexualität und wirklich schon intim. Ich ließ mir ein paar mehr Momente Zeit mit meiner Antwort, schaute ihr in die Augen und sagte: „Nein, war es nicht. Bei mir kommt seit einiger Zeit öfters das Gefühl, dass ich… etwas Druck ablassen muss.“ – „Dann habe ich es richtig vermutet.“ – „Konntest du das irgendwie an irgendetwas ablesen bei mir? Wie habe ich mich verraten?“ – „Nein, ich war aber erstaunt, wie gut du dich fallen lassen konntest, als ich mit der Hand bei dir…“ Ich drehte ausnahmsweise den Spieß um und ärgerte sie: „Seit wann sprichst du denn sexuelle Wörter nicht aus?“ – „Pff, ich wollte einfach ein bisschen Rücksicht nehmen, weil ich weiß, wie schwer es dir bisher immer fiel, über unsere Sexualität zu sprechen. Na gut, ich sage es einfach ganz direkt, wie überrascht ich war, dass du so gut abschalten kannst, als ich dich zum Orgasmus gebracht habe.“ Wir grinsten und ich sagte: „Na ja, ich muss mich einfach regelmäßiger selbstbefriedigen… Sonst wären manche Tage echt schlimm geworden.“ – „Warum das?“ – „Na ja, warum wohl? Bisher hat jeden Tag in jeder Stunde eine bildhübsche, tolle Frau neben mir gesessen, die sich zusätzlich gerne schminkt, kürzere Oberteile trägt, wenn es warm ist und in die ich verliebt bin, sodass man miteinander herumknutscht und schmust, wenn man sich sieht. Überlege dir, wie viele Stunden wir manchmal nur am Knutschen und Kuscheln waren und… Es hat sich halt einfach aufgestaut, wenn ich zum Beispiel nach Hause kam bzw. wieder für mich allein war. Und du? Masturbierst du?“ Sie schwieg eine ganze Weile, bis sie sagte: „Ja, ich habe vor ein paar Monaten auch damit angefangen. Aber sicher viel weniger als du. Oft war es aber, wenn wir uns so richtig nahekamen und wir uns verabschieden mussten… Also so ähnlich wie das, was du sagst.“

Wir schwiegen eine Weile, weil wir nachdachten. „Du hast das richtig toll gemacht. Du hast wirklich eine Stelle gefunden, an der ich gestern richtig heftig reagiert habe. Ich selbst habe das nie so gut hinbekommen. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich mich von gestern nicht mehr an alles ganz genau erinnern kann.“ – „Wie meinst du das? Bist du währenddessen eingeschlafen?“ Ich lachte und sie gab mir einen leichten Schlag gegen die Schulter. „Nein, du Doofi… Es hat mich einfach ausgeknockt, weil… es so gut war. Ich habe das einfach so sehr genossen. Ich habe mich wirklich gefragt, ob ich zwischendurch vielleicht kurz bewusstlos war.“ Ich machte sicher riesige Augen und Janine sagte: „Aber hey, das ist nichts Schlimmes, ich war einfach kurz total erschöpft… Ich brauchte halt ein bisschen Pause zum Ausruhen und danach war ich ja eigentlich auch wieder fit.“ – „Das stimmt.“ Ich erinnerte mich daran, wie offensiv sie mich anschaute, als sie mich befriedigte. „Habe ich dir eigentlich irgendwie wehgetan? Ich hatte zwei, drei Mal kurz das Gefühl…“ – „Nein, wie kommst du darauf?“ – „Na ja, ich konnte ja dein Gesicht nicht sehen und du hast zwei oder drei Mal recht heftig gezuckt und ich war mir sicher, dass es nicht daran lag, dass du gerade… sehr glücklich warst.“ – „Du hast vielleicht mein Jungfernhäutchen getroffen.“ – „Ist es denn gerissen?“ – „Nein, es ist immer noch da, obwohl ich mich ein paar Mal selbst befriedigt habe… Aber ich war halt extrem vorsichtig dabei.“ – „Ich wollte dir auf jeden Fall nicht wehtun, tut mir leid. Mir ist eben erst wirklich in Erinnerung gekommen, dass du wenige Male kurz recht heftig gezuckt hast. Das war auch nicht das Zittern, was du später hattest. Das war anders.“ – „Ich habe gezittert?“ – „Selbst das hast du nicht mitbekommen?“ – „Oh. Mir war abgesehen davon aber auch recht schnell ziemlich kalt im Wasser.“ Wir lachten und ich sagte: „Daran lag es da aber sicher nicht, das weiß ich.“ Sie zwinkerte mich an. „Du hast bestimmt in den letzten fünf oder mehr Minuten immer wieder gezittert, obwohl ich bei dir schon gar nichts mehr gemacht habe. Ich fühlte mich kurz etwas überfordert, weil ich nicht wusste, ob alles in Ordnung war und ich dir aber auch nicht in Gesicht schauen konnte.“ – „Hihi, da hättest du nichts sehen können, ich hatte die ganze Zeit meine Augen zu. Gewöhn dich einfach daran, das kann schon passieren, dass ich kurz zittere oder so. Das ist normal.“ – „Ja, ich weiß, dass es so etwas geben kann, aber das so zu sehen ist schon komisch am Anfang.“ – „Glaubst du, mir ging es besser?“ – „Wie meinst du das jetzt genau?“ – „Du hast auch gezittert, wenn man das so nennen will.“ – „Ja, ich weiß auch sogar genau, wann… Ich hatte mich einfach kurz nicht mehr unter Kontrolle, kurz… nach dem Orgasmus.“ – „Stimmt. Mich hat es einfach total gefreut, weil ich da wusste, dass du es gerade total genießt.“ – „Das stimmt.“ Ich fragte mich, wann Janine an diesem Tag das Thema Sex ansprechen würde. Wir waren so offen wie nie zuvor und eigentlich stand das Thema ja noch aus. Ich war noch nicht so bereit, das war mir klar. Aber ob Janine wirklich bereit dafür war, wusste ich auch nicht. Soweit, wie wir jetzt gegangen waren, erfüllte sie meine Erwartungen. Ich wusste ja anhand ihrer Aussagen, dass sie viel weiter als ich war. Gerade, als ich mich intensiv mit dem Gedanken an Sex mit Janine befassen wollte, knurrte ohne Vorwarnung plötzlich Janines Magen so laut, dass ich das wahrscheinlich noch aus mehreren Metern Abstand locker hätte hören können. Wir lachten laut los und ich stand auf, um Frühstück zu machen. Obwohl sie entspannen sollte, tauchte sie ein paar Sekunden später auch in der Küche auf und half mir beim Frühstück machen. Sie bereitete auf ihren Wunsch meine und ich ihre Brote zu. Unsere Stimmung war locker und ich wusste, dass das das intensivste Gespräch war, welches ich jemals mit einem Menschen geführt hatte. Klar hatte ich schon mit Tim stundenlange Gespräche über Themen, aber da sprachen wir natürlich nicht in dieser Form über unsere Intimität. Bisher gab es ja von meiner Seite aus auch nicht wirklich was zu erzählen, aber Tim hatte ja schon weit mehr Erfahrungen als Janine und ich. Er sagte aber eher weniger zu den Dingen, was ja auch sein gutes Recht war.

Nach unserem Essen machten wir uns getrennt voneinander fertig. Ich ließ ihr den Vortritt, sodass ich noch den Vorteil ausnutzte, die Konsole am großen Fernseher angeschlossen zu haben und auf dem großen Bildschirm so lange daddelte, bis sie endgültig fertig war. Das dauerte dieses Mal weit kürzer als sonst, weil sie sich dazu entschied, ziemlich natürlich zu bleiben. „Ich bin einfach zu faul und irgendwie zu müde, mir jetzt Wimperntusche und so drauf zu machen…“ – „Brauchst du doch auch gar nicht. Wir sind doch nur unter uns. Selbst wenn dich jemand sieht oder so, ist das doch völlig egal. Du bist bildhübsch, das weißt du aber auch.“ – „Na ja, ich finde mich halt selbst mit Wimperntusche und den ganzen Sachen richtig hübsch, aber das kostet echt Energie, wenn man das jeden Tag macht.“ – „Kann ich mir vorstellen. Das kostet ja auch wirklich Zeit, wenn ich an die letzten vielen Male zurückdenke. Aber du hast auch ohne Wimperntusche total lange Wimpern. Das ist auch etwas, was ich total an dir liebe.“ – „Danke, Süßer.“ Ich bekam einen Kuss und war auf dem Weg in die Dusche. „Ist es ok, wenn ich an deiner Konsole einfach irgendwas spiele?“ – „Klar, mach ruhig!“, rief ich ihr aus dem Bad zurück. Ich ließ mir etwas mehr Zeit für die Dusche, weil ich diesen Moment des Alleinseins kurz etwas genoss. Wieder im Wohnzimmer angekommen, war Janine erstaunt: „Du bist schon fertig? Ich habe mich gerade erst entschieden, was ich spielen will!“ Ich lachte amüsiert und bemerkte, dass ich mir schon fast eine halbe Stunde Zeit ließ, was bei mir enorm viel war. Wir beschlossen, dass sie nach unserem Spaziergang gerne Zeit zum Spielen bekam und ich mir währenddessen eine andere Beschäftigung suchte. Ich war irgendwie fasziniert davon, dass Janine tatsächlich noch Lust hatte, an der Konsole etwas zu spielen. Normalerweise spielte sie eben höchstens mit mir, aber selbst das kam ja eigentlich gar nicht vor. Hatte ich sie auf den Geschmack gebracht? Eigentlich wollte ich das nicht, weil ich ganz froh war, dass Janine in dieser Hinsicht anders als ich war und ich dadurch auch kaum in die Versuchung kam, den PC oder die Konsole zum Spielen zu verwenden. Janine und ich unternahmen eher was oder schauten einen Film, was ich total gut fand. Oder wir nahmen uns einfach Zeit für unsere Nähe, was auch sehr viel Zeit verschlingen konnte…

Unser Spaziergang ging knapp über drei Stunden lang und wir legten dabei wirklich einige Kilometer zurück. Instinktiv führte es uns auch auf „unseren“ Berg, auf dem ja eigentlich nichts außer die Zurückweisung passiert war. Aber irgendwie spürte ich, dass er für uns trotzdem eine Bedeutung hatte. „Ich liebe dich“, sagte ich meiner Süßen am höchsten Punkt auf diesem Berg. Sie lächelte, kam den letzten Schritt auf mich zu, und küsste mich so richtig leidenschaftlich. Der Kuss machte mich auch zwar wieder an, ich spürte vor allem einfach, wie sehr sie mich liebte.

Auf dem Nachhauseweg kauften wir uns bei einem Imbiss Mittagessen und verzehrten dieses zu Hause. Wir waren einfach zu faul, uns irgendetwas Richtiges zu essen zu machen. Nach unserem Essen setzte sich Janine tatsächlich an die Konsole und spielte ein sehr knuffiges Spiel, das ich vor geraumer Zeit gekauft und durchgespielt hatte. Ich konnte ihre Leidenschaft für das Knuffige total verstehen, mir ging es damals beim Spielen sehr ähnlich. Oftmals kam ich aus vielen Spielszenen lange nicht ohne ein großes Wow-Erlebnis heraus, weil ich einfach immer wieder über die niedlichen Ideen schmunzeln und staunen musste. Janine bewies mir auch hier wieder, dass sie Geschicklichkeitsspiele extrem gut beherrschte und sich schnell an die Mechaniken dieser Spiele gewöhnen konnte. Nachdem ich mich in der ersten Zeit mit meinem Smartphone beschäftigte, setzte ich mich ziemlich schnell direkt zu Janine, um ihr einfach nahe zu sein, mich so gut es ging, anzukuscheln und ihr beim Spielen zuzuschauen. An einer besonders schweren Stelle half ich ihr, weil sie mich darum bat. Sie sagte, dass sie das Spiel auf jeden Fall demnächst weiterspielen wollte. Ich wusste bereits, dass sie vermutlich beim nächsten Mal damit fertig werden könnte, da sie mindestens die Hälfte erreicht hatte.

Janine war ganz überrascht, dass sie durch das Spielen fast drei Stunden herumbekommen hatte und fühlte sich direkt etwas schlecht. Ich sagte ihr auch, dass das halt ein Hobby war und dass man dafür auch Zeit investieren durfte. Janine war sonst so fleißig, dass sie sich eine solch lustige Session verdient hatte. Außerdem spielte sie ja nicht nur, sie war mir nah, wir kuschelten immer wieder intensiver oder küssten uns, sodass sie ja nicht nur durchweg spielte.

Wir machten uns bettfertig, verlegten unser Bett wieder in mein Zimmer, räumten das Wohnzimmer auf und bereiteten unsere Taschen vor, als mich eine Nachricht von Petra erreichte. Sie sagte mir, dass sie ab Mittwoch wieder regelmäßig zu Hause sein würde, weil sie hinsichtlich des Todes meiner Oma alles fertig haben würde. Ich war im Innern immer noch angefressen davon, dass sie mich einfach allein ließ. Mit dem Tod meiner Oma kam ich erschreckend gut klar, was hauptsächlich an Janine lag. Ihre konstante Ablenkung und ihr stetes Dasein sorgten dafür, dass es mir einfach so viel besser ging. Janine bemerkte, als sie von der Toilette kam, dass ich äußerst nachdenklich auf mein Smartphone starrte. „Hat Tim dir geschrieben?“ – „Nein, Petra. Sie ist erst ab Mittwoch wohl wieder hier. Ich verstehe sie nicht.“ – „Offenbar hat sie mit der Trauer heftig zu kämpfen. Du darfst nicht vergessen, dass sie ihre Mutter war.“ – „Zähle ich denn aber nicht auch? Ich habe schon meine Eltern verloren, jetzt meine Oma und sie verpisst sich einfach!“ Nachdem mein Frust die ganze Zeit schön in meinem Innern verborgen blieb, brach es plötzlich aus mir heraus. Janine schaute hinsichtlich meiner Verärgerung recht erstaunt. „Bärchie?“ – „Entschuldige, Süße. Ich wollte dich nicht anfahren. Du hast gar kein Frust von mir verdient, ich müsste dir zu Füßen liegen, so sehr, wie du für mich in den letzten Tagen da warst. Das vergesse ich dir definitiv nie. Ich spüre einfach, wie wütend ich auf sie irgendwie bin.“ – „Kann ich verstehen. Mache dir keine Sorgen, ich wusste schon, dass deine Aussagen nicht in meine Richtung gingen, sondern in ihre Richtung. Ich kann deine Wut und Traurigkeit verstehen…“ Sie kam zu mir und umarmte mich innig. Mir schossen ohne Vorwarnung und ohne, dass ich es verhindern konnte, Tränen in die Augen und ich spürte mit voller Wucht den gesamten Schmerz, den der Tod meiner Oma in mir auslöste. Janine lotste mich auf mein Bett und ich weinte mich in ihrer Umarmung minutenlang aus. „Mich verletzt es einfach so sehr, dass sie nicht da ist.“ – „Das kann ich verstehen, Süßer.“ Sie wuschelte mir durch die Haare und ich sagte: „Stell dir vor, wir wären nicht zusammen und-“ Sie warf dazwischen: „Nein! Das stelle ich mir nicht vor! Niemals!“ Mit Tränen in den Augen kicherte ich, weil sie einfach so knuffig war. „Aber du weißt schon, was-“ – „Nein, nein, nein! Du und ich gibt es nur gemeinsam. So!“ Ich kicherte immer mehr und Janine machte genau das Richtige, sie steigerte sich immer mehr rein, um mich immer mehr ins Lachen zu bringen. „Ich wäre halt total allein, wenn-“ – „Nein!“ Sie zog das Wort mehrere Sekunden lang, sodass ich immer mehr lachen musste und meine Trauer sich immer mehr auflöste. Sie kitzelte mich zusätzlich, sodass wir eine kleine Kissenschlacht auf dem Bett veranstalteten und nur noch am Lachen waren. Am Ende der Kissenschlacht sagte ich nur, während ich von Janine mit einem Kissen bedroht wurde: „Ich habe es zwar schon so oft gesagt, aber ich bin einfach so unendlich froh, dass du für mich da bist.“ Sie lächelte, weil ich meine eigentliche Aussage nicht mehr wiederholen wollte und sagte ziemlich leise: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.“ Verunsichert fragte ich: „Okay?“ – „Na ja, die schlechte ist, dass ich morgen wieder nach Hause muss.“ Ich war betrübt, weil ich im Innern irgendwie leicht die Hoffnung hatte, dass sie vielleicht auch noch weiter für mich da war. Das wurde zwar durch die Schule sicherlich schwieriger und umständlicher durch unsere unterschiedlichen Hausaufgaben und Fächer, aber irgendwie würde man das sicher hinbekommen. „Hey, nicht so eine Schnute ziehen! Du kennst ja die gute Nachricht noch gar nicht!“ Ich schaute neugieriger und sie sagte: „Ich muss nur nach Hause, um neue Übernachtungskleidung und Tageskleidung zu holen. Aber ich bleibe mindestens bis Mittwoch, bis Petra auch wieder da ist.“ – „Danke!“ Ich umarmte sie fest, weil ich ihr einfach so dankbar war. Sie schob mich vorsichtig weg: „Ist gut! Du erdrückst mich noch.“ Als sie aber bemerkte, dass ich sie auch intensiv knutschte, stieg sie vergleichsweise schnell darauf ein und es wurde ziemlich wild. Sie unterbrach kurz und schaltete mein Nachtlicht an, während ich kurz aufstand und das große Licht ausschaltete. „Da ist jemand aber ganz schön erregt.“, sagte Janine mit einem Lachen. Mir war das peinlich und ich ignorierte ihre Aussage einfach, weil sie mich einfach weiter knutschte. Unsere Schmuserei ging relativ lange, ließ aber nach unserem intensiven Beginn immer weiter nach, bis wir es sein ließen. Zum Höhepunkt kam keiner von uns beiden, aber wir hatten irgendwie auch die stille Abmachung getroffen, dass uns an diesem Abend nicht danach war.

Ich erwachte am Morgen um Viertel vor sechs. Der Wecker klingelte um 20 nach sechs, sodass ich einfach weiterschlafen wollte. Doch nach zwei Minuten stellte ich bereits fest, dass ich gar nicht mehr müde war – schließlich waren wir am Abend früher als sonst schlafen gegangen. Ich stand daher ganz leise und vorsichtig auf, nahm meine Anziehsachen mit nach draußen und schloss die Zimmertür ganz leise hinter mir. Im Bad ging ich zügig duschen, zog mich an und machte mich für die Schule fertig. Im Anschluss ging ich nach draußen und beeilte mich, beim Bäcker in der Nähe warme, frische Brötchen zu besorgen. Um zehn nach sechs war ich wieder zu Hause und machte das Frühstück für uns – einerseits für zu Hause, andererseits für die Schule.

Kaum war ich fertig, klingelte plötzlich mein Smartphone – früh am Morgen! Schlagartig ging ich heran und Tim meldete sich mit: „Guten Morgen.“ – „Morgen. Hey, was ist los?“ – „Hast du schon an den Vertretungsplan geschaut?“ – „Ne, normalerweise wäre ich gerade erst aufgestanden.“ – „Die haben echt eben gerade erst den Plan aktualisiert. Unsere erste Stunde fällt aus, die von Janine auch. Da hätte ich mich geärgert, wenn wir schon in der Schule angekommen wären und das gesehen hätten.“ – „Oja, danke dir fürs Bescheid geben. Das kommt mir ja sehr gelegen.“ Ich schmunzelte und er fragte: „Warum das?“ – „Ich war gerade kurz beim Bäcker. So kann ich mit Janine gemeinsam frühstücken.“ – „Uh, ich verstehe. Hab viel Spaß. Und sorry für die frühe Störung…“ – „Kein Ding, das war ja perfektes Timing. Bis nachher!“

Ich ging mit einem großen Frühstücksbrett in mein Zimmer und sah Janine, die weiterhin schlief. Genau beim Eintritt in mein Zimmer ging mein Wecker los, den ich zügig deaktivierte, da ich Janine sanft wecken wollte. Glücklicherweise schlief Janine einfach weiter.

Ich schaltete eine kleine Lampe in meinem Zimmer an, setzte mich neben sie auf das Bett und streichelte sie erst an der Wange, ganz langsam an ihrem Oberkörper runtergehend – ihren Busen ließ ich wieder bewusst aus, ich hätte das in diesem Moment als falsch empfunden, ich wollte sie ja nicht anmachen. Erst nach einer Minute wurde Janine langsam wach. Sie streckte sich und öffnete die Augen ein klein wenig, da sie anfangs das – wenn auch sehr schwache – Licht blendete. Sie sagte leise: „Guten Morgen… Bärchie.“ Sie sah, wie sie da – mit total gewuschelten Haaren und einem leicht kindlichen Blick – so lag, total niedlich aus.

„Guten Morgen.“, entgegnete ich ihr, worauf sie mich fragte: „Wie spät ist es denn?“ – „Es ist gerade genau zehn vor halb sieben.“ – „Mist, ich muss ja auch aufstehen!“ Sie wollte sich gerade langsam aufrichten, da sagte ich: „Bleib ruhig noch liegen. Wir haben heute erst zur zweiten Stunde.“ – „Hä, warum das?“ – „Deine erste Stunde fällt aus. Tims und meine aber auch, hat er mir gerade am Telefon gesagt.“ – „Tim hat dich so früh angerufen? Aber wieso bist du eigentlich schon so früh wach?“ – „Ach na ja, ich habe halt auch gedacht, dass wir zur ersten haben. Ich bin um Viertel vor sechs bereits aufgestanden, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Tim wollte mir nur zügig Bescheid geben, damit ich nicht zu früh losfahren muss. Es war nicht weiter schlimm, weil ich schon wach war. Und ich…“ Ich griff nach dem Tablett auf meinem Schreibtisch. „… habe da etwas für dich, was dir bestimmt gefallen dürfte.“. Sie schaute mich an und lächelte, sodass ich meinte: „Lehn dich hinten an der Wand an. Das Brett kannst du auf den Schoß nehmen. Möchtest du denn so spontan überhaupt schon was essen?“ – „Du bist echt süß. Komm her.“ Wir küssten uns und sie fragte: „Ja, ich hätte schon Hunger. Hast du schon gegessen?“ – „Nein, aber ich weiß, dass du jetzt sagst, dass ich bei dir mitessen soll.“ Wir grinsten. „Ja. Komm unter die Decke.“. Selbst wenn ich schon normale Kleidung trug, tat ich das von mir Verlangte.

Wir saßen an der Wand angelehnt und aßen unser Frühstück. Es war eine sehr schöne Situation, da das schwache Licht den Raum nur ein wenig beleuchtete und somit eine gewissermaßen romantische Atmosphäre entstand. Wir fütterten uns gegenseitig und es ging mir richtig gut. Nach Ende des Frühstückes sagte ich Janine: „Na ja, wir sollten uns jetzt bald fertig machen. Sonst kommen wir nachher noch zu spät, weil wir so lange getrödelt haben.“ – „Du hast Recht.“ Janine hatte dieses Mal das Bad ganz für sich allein, ich war ja bereits fertig. Gegen acht Uhr gingen wir zur Schule los, der Fahrtweg von meinem Zuhause war ja ziemlich kurz.

In der Schule dachte ich immer wieder an meine Oma. Einmal kamen mir in der Pause sogar die Tränen, da mich dies nicht mehr in Ruhe ließ und ich zugleich von Alexander, diesem Arschloch, schon wieder leicht provoziert wurde. Dieser Vollidiot war in einem Kurs mit Janine und mir und ich wunderte mich selbst heutzutage noch, wie er das letzte Schuljahr überstehen konnte. Nicht nur, dass er für zwei Wochen suspendiert war, er hatte sich auch etliche unentschuldigte Fehltage und -stunden sowie Verspätungen eingehandelt, ganz zu schweigen von sehr schlechten Klausuren, von denen ich bei ihm mitbekam.

Er wusste von dem Tod meiner Oma nichts, das war auch gut so, aber er ging mit seinen weiterhin anhaltend dummen Sprüchen wirklich enorm auf die Nerven. Janine, aber auch Tim kümmerten sich um mich, worüber ich doch sehr dankbar war. Ansonsten war der Tag genauso wie jeder andere Schultag auch. Janine fuhr nach ihrem Schulschluss kurz nach Hause, um einige Dinge zu holen und kam nach einem Mittagessen und einiger Wartezeit wieder zu mir. Ich war durch meinen quälend langen Montag erst gegen kurz nach halb sechs zu Hause.

Ich war wieder richtig fertig, sodass ich mich – noch allein – zu Hause in meinem Zimmer auf mein Bett packte. Ich schloss die Augen und plötzlich stach es wieder in meiner Magengegend – meine Oma. Aus irgendeinem Grund lenkte mich die Umwelt ziemlich gut von dem traurigen Geschehen ab. Eigentlich wollte ich dies gar nicht, aber es passierte einfach. Zudem hatte ich ein total schlechtes Gewissen, weil ich mich Janine einfach so hingegeben hatte und kaum an meine Oma dachte… Ich liebte meine Oma. Sie war einer von drei Menschen, die mir zuhörten, wenn ich von Erwachsenen einen Rat brauchte. Sie schenkte mir zwischendurch immer wieder was… Sie stand immer auf meiner Seite, selbst in den äußerst wenigen Momenten, als meine Eltern strenger mit mir sein wollten. Ich vermisste meine Oma und ich wusste, dass ich sie nie vergessen würde, weil sie mir in anderem Sinne total viel bedeutete. Tränen rannen an meinen Wangen herunter.

Meine Gedanken wurden jäh dadurch unterbrochen, dass es an der Tür klingelte – Janine. Ich ging – mit vermutlich erröteten Augen – heran, öffnete die Tür und bekam direkt einen Kuss! „Ich bin so glücklich, dass du gerade hier bist!“ Ich griff sie an die Hüfte, hob sie hoch, knuddelte sie und drehte mich mit ihr, worüber sie leicht erstaunt war, weil ich sie selten so fröhlich empfing. Aber ich musste ehrlich zugeben, dass Janine genau die Richtige war, um mich von dem stressigen Alltag abzulenken. Sie fragte mich: „Hast du denn schon die Hausaufgaben erledigt?“ – „Nee, noch nicht. Ich kam bisher ja nicht dazu…“ – „Ich würde einfach vorschlagen, dass du die jetzt machst. So haben wir einfach noch ein wenig Zeit für uns…“. Sie grinste wieder, sodass ich schon fast erahnte, was nachher passieren würde. Als sie mir genau in die Augen schaute, bemerkte sie, dass ich geweint haben musste. Sie fragte: „Sag, war es wieder so schlimm?“ – „Ich kann dagegen halt nichts machen. Es kommt mir einfach in solchen ruhigen Momenten wie eben gerade hoch.“ – „Komm her.“ Ich bekam von ihr noch eine Einheit Extra-Knuddeln, worüber ich mich noch mehr freute. Ich begann mit den Hausaufgaben und war bereits nach einer halben Stunde fertig, was Janine wohl mehr freute als mich. Janine half mir ganz unauffällig wieder mit ihren Hausaufgaben aus, sodass ich einiges deutlich schneller erledigen konnte, weil wir dienstags ja wieder die gleichen Unterrichtsstunden hatten. Zumindest war das aus meiner Perspektive so, weil ich nur diese beiden Stunden überhaupt Unterricht an Dienstagen hatte.

An diesem Abend knutschten und schmusten wir wieder einige Zeit herum. Wir entkleideten uns an diesem Abend auch wieder vollständig und es war erneut irgendwie ungewohnt, Janine vollständig nackt zu sehen. Sie machte mich wieder derbe an, aber auch an diesem Abend brachten wir uns nicht bis zum Orgasmus. Ich war wirklich erregt, aber gleichzeitig traute ich mich auch nicht, Janine darum zu bitten, mich noch weiter zu erregen. Sie war selbst schon recht müde von diesem Schultag und wollte irgendwann einfach nicht mehr, was ich – genauso wie sie oft zahlreiche Male zuvor – genauso respektierte. Aber ich konnte nicht leugnen, dass sich an diesem Abend meine Erregung enorm lange hielt.

Am nächsten Morgen erwachte ich sogar kurz nach fünf. Der Ablauf ähnelte dem des Vortages: frisch machen, zum Bäcker gehen, Frühstück vorbereiten und Janine wecken. Dies tat ich wieder genau in der Reihenfolge, wobei ich Janine bereits ein paar Minuten vor Klingeln des Weckers weckte, damit sie noch ein paar Minuten zum Essen hatte. Sie freute sich wieder sehr darüber, dass ich mir solche Mühe gemacht hatte. Der große Unterschied an diesem Tag war, dass Janine bereits zur ersten Stunde musste. Sie war glücklich darüber, dass ich überhaupt so früh mit ihr gemeinsam aufstehen wollte, obwohl ich ausschlafen konnte und ganz besonders war sie positiv erstaunt davon, dass ich für sie erneut ein kleines Frühstück vorbereitet hatte. Mit einem langen und intensiven Kuss verabschiedeten wir uns und Janine ging los zur Schule. Ich machte es mir an meinem PC gemütlich und brachte die knapp zwei Stunden, die ich noch hatte, gemütlich rum, ehe ich auch losging.

Später in der Schule trennte ich mich während der Mittagspause von meiner besseren Hälfte, um mit Tim einige Worte wechseln zu können. Er sagte: „Du hattest mir ja gestern Abend geschrieben, dass du mir was Wichtiges erzählen musst. Leg los!“ – „Na ja, in den letzten Tagen, da hat Janine bei mir geschlafen. Sie war ja schon das ganze Wochenende da.“ – „Und habt ihr etwa-“ Ich unterbrach ihn: „Nein, das haben wir nicht. Aber…“ – „Aber?“ – „Wir hatten unser erstes Petting.“ – „Glückwunsch!“ – „Danke. Aber eigentlich sollte man das ja nun auch nicht großartig feiern.“ – „Wie fandest du es?“ – „Es war total gewöhnungsbedürftig. Sie hat mich einfach mehr oder weniger überrumpelt.“ – „Aber immerhin.“ – „Wir haben uns jetzt zwei Mal vollkommen ohne Sachen gesehen. Wobei mir gerade auffällt, sie mich sogar schon drei Mal.“. Er grinste, worauf ich auch grinste. „Jetzt beginnen die schönsten Sachen in eurer Beziehung. Dazu zählt zum Beispiel das Petting.“ – „Es war wirklich sehr erregend.“ – „Ach, ich verstehe, hat sie dich zum Orgasmus gebracht?“ – „Psst! Nicht so laut. Das soll nicht jeder hier mitbekommen. Ja, wir beide… Wir saßen in der Badewanne. Sie wollte mir ein Entspannungsbad vorbereiten. Ich war in der Wanne, als sie plötzlich gefragt hat, ob sie sich auch mit reinsetzen darf. Ich habe zugestimmt, weil ich sie nicht schon wieder zurückweisen wollte. Aber immerhin kann ich sagen, dass das unser erstes richtiges Petting war.“ – „Ich find es echt gut, dass du dieses Mal darauf eingegangen bist. Jetzt verlierst du deine Hemmungen. Wenn du noch irgendwas wissen willst, kannst du mich ja ruhig fragen. Ich kann dir bestimmt auch einiges sagen.“ – „Ich weiß, ich weiß.“

Nach dem Gespräch ging mir durch den Kopf, wie sich das Verhältnis zwischen Janine und mir gewandelt hatte. Die ganze Zeit waren wir nur beim Streicheln an nicht intimen Stellen und plötzlich hatten wir uns gegenseitig zum Höhepunkt gebracht. Es war echt merkwürdig und ich war mehr oder weniger von mir selbst erstaunt. Auch, wie sehr ich mittlerweile mit ihr schmusen konnte, war für mich wirklich faszinierend.

Nach meinem kurzen Schultag ging ich bereits nach Hause und bereitete für die nächsten Tage Hausaufgaben vor, während Janine noch in der Schule noch intensiv gefordert wurde. Sie schrieb mir ganz versteckt in einer ihrer Stunden, dass sie mich bereits vermissen würde und genervt von ihrem aktuellen Unterricht war, weil der Lehrer wohl eine absolute Schlaftablette war und keine Lust auf das Unterrichten hatte. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie sie in dem Unterricht saß und die Augen vor Unzufriedenheit rollte. Janine fuhr direkt nach ihrem Schulschluss wieder zu mir und irgendwie fand ich den Gedanken total cool, dass sie so viel Zeit mit mir verbrachte. Es fühlte sich ein bisschen so an, als lebten wir zusammen und dieser Gedanke war echt schön.

Meine Süße war wenige Minuten gerade bei mir zu Hause angekommen und fing ihrerseits mit ihren Hausaufgaben an, als wir uns überrascht anschauten, weil wir dieses Mal definitiv das Wohnungsschloss hörten und Petra wieder nach Hause kam. Janine flüsterte leise: „Ist alles ok?“ Nachdem ich meine Wut und Enttäuschung in den letzten Tagen weit heruntergeschluckt hatte und eigentlich glaubte, diese unter Kontrolle halten zu können, kochte ich wegen Petras Verhalten plötzlich innerhalb von Millisekunden. Janine flüsterte leise: „Nicht wütend in so ein Gespräch gehen, das ist nicht gut. Denk daran, was ich dir sagte, dass du diese gemeinsame Trauer damals bei deinen Eltern auch nicht konntest.“ Ich nickte nur, stand auf und ging in Richtung Wohnzimmer. Janine folgte mir vorsichtshalber offenbar, ich hatte sie nicht darum gebeten, weil das ja vor allem nur Petra und mich etwas anging. Die Reaktion von Petra, als sie mich sah, war völlig ungewöhnlich: Sie drückte mich fest und kurz darauf Janine ebenfalls. Diese Umarmung milderte erstaunlich viel von meiner Wut, was ich gar nicht wollte, aber weg war sie damit trotzdem noch lange nicht. „Wir müssen reden“, bemühte ich mich um einen recht vernünftigen Ton. „Ich weiß“, sagte sie sehr sanft und ergänzte: „Du hast allen Grund, völlig wütend, enttäuscht und sonst was auf mich zu sein. Ich habe dich hier einfach allein gelassen und das geht nicht. Ich habe als Ersatz für deine Eltern einfach wirklich versagt.“ Wow, diese ehrlichen Worte schlugen meine Wut in ganz schön kleine Teile.

„Weißt du, wie grausam es gewesen wäre, wenn Janine nicht für mich da gewesen wäre? Sie ist extra jeden Tag hier gewesen und hat auch einiges an Stress auf sich genommen. Christian hat mir auch die ganze Zeit geschrieben, wir haben telefoniert, und ich war froh, dass er auch da war. Mir gings einfach in den letzten Tagen immer wieder dreckig und ich finde es einfach total scheiße von dir, dass du dich einfach verpisst hast. Ich kann verstehen, dass du dich um die Wohnung und so kümmern musstest, aber du hättest in den Zeiten, in denen du Pause gemacht hast, trotzdem herkommen und übernachten können. Mir hätte es ja schon gereicht, wenn du wenigstens mit mir gesprochen hättest, aber das kurze Telefonat letztens war doch auch eher für den Arsch. Ich weiß gar nicht, ob ich eher wütend, enttäuscht, angefressen oder eine Mischung aus allem sein sollte. Und vielleicht hätte ich dich ja sogar ein bisschen trösten können, wenn es dir dreckig gegangen ist. Mir geht es auf jeden Fall dreckig und ich wette, wenn die Beerdigung näherkommt, wird es noch schlimmer für mich.“ Relativ leise und mit erstaunlich wenig Selbstbewusstsein, was ich so gar nicht von ihr kannte, sagte sie: „Du hast völlig Recht, Marc.“ Ich musterte sie und bemerkte, wie körperlich gebrechlich sie aussah. Die letzten Tage mussten sie wohl weiterhin völlig fertig gemacht haben und waren sicherlich brutal, vor allem, weil ich ja schon wusste, dass sie sich um ein erstes Ausräumen der Wohnung meiner Oma kümmerte. „Es tut mir leid, dass ich dich hier in Stich gelassen habe. Ich kann verstehen, wenn du mit mir nicht weiter zusammenwohnen willst und zum Beispiel in eine eigene Wohnung oder so möchtest.“ Uff, an diese Möglichkeit hatte ich gar nicht gedacht, sie kam für mich nicht in Frage. Ich war froh, dass ich noch jemand aus meiner Familie um mich herumhatte. Lust auf eine nahezu vollständige selbstständige Lebensweise hatte ich nicht, das traute ich mir auch weiterhin nicht zu, auch wenn ich enorm selbstständig war und auch problemlos zig Tage allein in der Wohnung leben konnte.

Ich meinte zu ihr: „Soweit hatte ich überhaupt nicht gedacht und würde ich auch überhaupt nicht denken. Ich bin ja froh, dass du hier bist. Aber wer sagt mir, dass du nicht weiter abhaust, wenn wieder irgendwas Schweres vorgefallen ist?“ – „Ich kann es dir nur versprechen, dass ich auch entsprechend für dich da bin, wenn erneut so etwas sein sollte. Ich konnte einfach physisch und psychisch nicht mehr… Die Wohnung auszuräumen und das ganze Drumherum war einfach extrem viel. Ich war für wenige Tage sogar in einem Hotel, weil ich einfach ein bisschen Zeit zum Verarbeiten brauchte.“ – „Ich halte dir zugute, dass ich weiß, wie scheiße die Arbeit in letzter Zeit zu dir war. Ich mache mir abgesehen auch einfach Sorgen um dich! Und das meine ich scheiße ernst!“ Janine spürte, dass ich wieder wütender wurde und kniff mir sanft in meine Schultern, um mich zu bremsen. „Dass du dir Gedanken um mich machst, ist einfach eine so typische Charaktereigenschaft, die du von deiner Mutter hast. Du erinnerst mich in so vielen Dingen an sie. Ich habe das nach meinem Verhalten eigentlich nicht verdient, dass sich eigentlich noch jemand um mich Sorgen macht.“ Danke, der nächste Stachel, der mir lebenslang tief schmerzte, wurde gerade erneuert, auch wenn dieser Schmerz nicht mehr ganz so intensiv wie der von meiner Oma war. Janine warf dazwischen: „Du schaust einfach total fertig aus und musst auf dich achten. Bist du noch krankgeschrieben?“ – „Ja, meine Krankschreibung ist verlängert worden, damit ich mich einfach um die ganzen Dinge kümmern konnte.“ Janine kommentierte: „Das ist doch gut, versuche doch, dich in den nächsten Tagen ein wenig auszuruhen.“ – „Das werde ich auf jeden Fall. Und Großer, hör mal.“ Ich dachte weiterhin nach, wie ich am besten reagieren sollte. „Ich habe zumindest dafür gesorgt, dass dein Vater für dich da ist. Ich wusste abgesehen davon auch, dass Janine sicherlich mehr für dich da sein würde.“ – „Hast du mit ihr hinter meinem Rücken geschrieben?“ Ich schaute Janine entsetzt an. Janine recht eingeschüchtert: „Nein. Sie hat mich nur einmal angeschrieben und mich gefragt, ob ich gerade bei dir war. Sie hat sich Sorgen gemacht.“ – „Warum hast du mich nicht einfach angerufen?“, schoss ich in Petras Richtung. „Das stimmt, Marc. Ich habe sie nicht darum gebeten, dass sie über Nacht hierbleiben sollte oder so und ich habe sie auch nicht ausgefragt, wie es dir geht. Sie hat mir davon auch nichts gesagt. Ich wollte einfach nur wissen, ob Janine für dich am Wochenende da war. Ich wollte sie auch deswegen nicht ausfragen, weil ich das nicht in Ordnung finden würde, wenn ich das ausnutzen würde.“ – „Warum hast du mir nichts davon gesagt, dass ihr geschrieben habt?“, fragte ich Janine nun mit deutlich weniger Schärfe in meinem Ton. „Ich habe einfach nicht gedacht, dass das wichtig war. Ihr hattet ja auch telefoniert und ein paar Nachrichten ausgetauscht, deswegen fand ich das nicht wichtig. Sie hat mich ja nur gefragt, ob ich bei dir war und wollte mich wirklich nicht ausfragen.“ – „Okay“, sagte ich zu Janine und schaute wieder zu Petra.

„Aber ein paar Antworten bist du mir trotzdem schuldig, auch deswegen bin ich total wütend und angefressen. Du sagst mir einfach, Oma ist tot, bist direkt weg und sagst mir nicht, was überhaupt passiert ist! Hast du dich vielleicht gefragt, dass mich gerade diese Unwissenheit total aufgefressen hat?“ Janine umarmte mich von der Seite, was meine erneut aufkommende Rage schon spürbar besänftigte. „Tut mir leid. Allein deswegen hatte ich ein unheimlich schlechtes Gewissen.“ – „Zurecht.“ Petra sagte nach einigen Momenten: „Ich war ja sehr oft bei Oma und ich habe halt bemerkt, nachdem sie wieder ihre neuen Medikamente genommen hatte, dass es ihr nicht gut ging. Ich habe sie ins Krankenhaus gefahren, weil ich sie noch nach unten ins Auto stützen konnte, und im Krankenhaus wurde sie erneut viel untersucht. Ich war da stundenlang und musste halt mit ansehen, wie es Oma immer schlechter ging und sie bewusstlos wurde.“ Petra liefen die Tränen langsam hinunter. Bei meinen anklagenden Worten zuvor sah ich schon die große Traurigkeit in ihrem Gesicht, was ebenfalls eine tröstende Wirkung auf mich hatte, weil sie ihr ungünstiges Verhalten wirklich zu bereuen schien. Die laufenden Tränen gingen mir nahe. Janine ging dazu über, sie einfach zu umarmen und gab ihr ein Taschentuch. Die emotionale Situation war einfach beschissen, sowohl für Petra als auch für mich. „Die Ärzte haben mich einfach rausgeschickt und ich war stundenlang draußen. Keiner hat mir was gesagt. Und plötzlich kamen Ärzte zu mir und haben mir gesagt, dass Oma friedlich eingeschlafen war. Ihr Herz hat einfach aufgehört zu schlagen, ihre Organe haben einfach nicht mehr richtig gearbeitet und ihr Körper war einfach wohl schon zu sehr geschwächt aus den letzten Monaten.“ Sie weinte nun stärker und mir ging das so nah, dass mir ebenfalls die Tränen flossen. Am meisten tat mir Janine leid, die gar nicht so richtig wusste, wen sie am meisten trösten sollte, auch wenn sie weitestgehend bei mir blieb und sich um mich kümmerte. „Ich hätte dir das gleich sagen müssen, Marc. Auch schon, als ich im Krankenhaus war und noch gewartet habe, was überhaupt los ist. Das tut mir leid, dass ich dir nicht Bescheid gegeben habe, ich war einfach überfordert mit der ganzen Situation. Mir tut es vor allem auch leid, dass du dadurch keine Chance hattest, dich von Oma zu verabschieden. Ich selbst konnte mich ja nicht wirklich verabschieden, weil sie bewusstlos wurde. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass sie gar nicht mehr wach werden würde, weil ich halt davon ausging, dass sie dort in guten Händen ist.“ – „Das kann ich verstehen“, sagte ich völlig ehrlich. Meine Wut löste sich recht schnell wieder auf und ich sagte: „Ich werde sicherlich auch noch eine ganze Weile lang enttäuscht von dir sein, aber ich kann schon verstehen, warum du einfach wegmusstest und nicht dableiben konntest.“ Ich drückte sie einfach und sah danach, dass Janine mich anlächelte. Vermutlich fielen selbst ihr Steine vom Herzen, dass ich keinen riesigen Konflikt mit Petra wollte. „Ich versuche, diesen Fehler nie wieder zu machen“, sagte Petra und ich spürte, dass sie das absolut ernst meinte. Wir drei saßen noch einige Minuten zusammen und sie erzählte, was sie bereits in der Wohnung meiner Oma erledigt hatte und wie sie die letzten Tage verbracht hatte. Das war vergleichsweise unspektakulär, sie ruhte sich viel mehr aus, als ich erwartet und vermutet hatte. Sie sagte mir auch, dass sie von meiner Oma wusste, dass ich einige Dinge aus ihrer Wohnung bekommen sollte, falls sie nicht mehr sein sollte. Da es sich dabei auch um einige Möbel handelte, machten wir aus, dass wir versuchten, diese in unseren Keller noch hineinzubekommen. Dieser war ja schon nach unserer letzten Keller-Aktion vor etlichen Monaten schon relativ voll.

Wieder in meinem Zimmer angekommen, sagte Janine leise: „Du bist ganz schön hart mit ihr umgegangen.“ – „War ich wirklich so hart?“ – „Ich weiß nicht, was ich gesagt hätte. Ich kann dich verstehen, ich kann aber auch sie verstehen. Aber natürlich war es trotzdem falsch von ihr, ohne Frage. Ich glaube, du warst vielleicht ein wenig zu hart zu ihr, aber du hast mit deiner Kritik trotzdem völlig recht. Ich finde es aber klasse, dass sie direkt gesagt hat, dass das einfach ein großer Fehler war. Ich glaubte, sie möchte weiterhin hier wirklich mit dir zusammenwohnen und für dich da sein und wäre wohl ziemlich gekränkt, wenn du zum Beispiel gesagt hättest, dass du allein leben willst.“ – „So weit habe ich wirklich nie gedacht. Das kommt für mich gar nicht in Frage.“ – „Sie hatte, glaube ich, wirklich Angst, dass du diesen Weg willst.“ – „Aber wie gesagt, ich habe gar nicht daran gedacht, dass dieser Weg überhaupt für mich möglich wäre.“ – „Was denkst du jetzt gerade?“ – „Ich habe ihr das jetzt schon verziehen, aber auch nur, weil sie mir so ehrlich erzählt hat, was alles passiert ist. Ich denke, in ein paar Tagen oder Wochen kann ich hoffentlich wieder darüber hinwegsehen.“ – „Das klingt doch schön.“ – „Entschuldige, dass du das alles schon wieder so abbekommen hast, obwohl du überhaupt nicht beteiligt warst.“ – „Na ja, ein ganz kleines bisschen schon…“ Sie hatte ein sichtbar schlechtes Gewissen. „Es ist doch völlig ok, wenn sie dir kurz geschrieben hat. Ich war vorhin einfach nur unheimlich angepisst.“ – „Danke. Sie hat mich wirklich nicht ausgefragt.“ – „Das glaube ich euch auch, keine Sorge. Entschuldige, dass ich dich vorhin ganz kurz so hart angegangen bin, dich trifft ja überhaupt keine Schuld.“ – „Das ist schon verziehen, keine Sorge. Ich wusste, wie du das meinst und warum du das so gesagt hast.“ Wir küssten uns kurz und ich stellte danach fest, dass mich dieses Gespräch mit Petra für den Tag völlig zerstört hatte. Ich war unheimlich erschöpft und müde.

Janine erledigte ihre Hausaufgaben und wir aßen noch was Kleines zu Abend, machten uns recht zügig bettfertig und wünschten Petra bereits eine gute Nacht. Sie sagte auch, dass sie sich ziemlich früh hinlegen würde, weil sie einfach immer noch viel Schlaf nachzuholen hatte und daher früh abends oft erschöpft war. Die letzten Tage im Hotel halfen ihr zwar schon dabei, sich ein wenig zu regenerieren, aber die Zeit reichte definitiv nicht aus.

Janine und ich tauschten recht vorsichtig körperliche Nähe aus, uns war nicht nach richtiger Knutscherei zumute. Sie sagte mir, dass sie das Gespräch mit Petra am liebsten sacken lassen wollte, ich fühlte ganz genauso. Das Einzige, was es an diesem Abend gab, war eine lange Massage von Janine. Ich war ihr dafür so dankbar, dass sie das einerseits ohne Gegenleistung an diesem Abend machte, andererseits überhaupt erst dafür sorgte, dass ich wohl in dieser Nacht schlafen konnte, weil meine Schultern und Rücken gleichermaßen extrem verspannt waren. Sie sagte mir auch, dass sie das noch nie so extrem bei mir gespürt hatte.

„Ist es für dich ok, wenn ich ab morgen wieder bei mir zu Hause bin? Wir hatten das so geplant, auch wenn Petra ja eigentlich erst ab morgen wieder da sein wollte.“ – „Ja, das ist total ok. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, dass ich dich so lange von deinem Zuhause ferngehalten habe.“ – „Nein, das brauchst du nicht. Du weißt doch, wie gerne ich hier bei dir bin. Es hatte ja sogar unerwartet praktische Vorteile, dass wir hier ganz allein für uns sein konnten…“ Sie hatte wieder dieses diebische Grinsen auf den Lippen und steckte mich damit an. „Na gut, ich versuche es. Aktuell kommt einfach so vieles zusammen. Sag mir bitte, wenn dir das zu viel ist, was bei mir abgeht, ok?“ – „Mach ich. Aber das wird nicht passieren. Ich passe auf dich auf, so, wie du sonst auf mich aufpasst.“ Ich gab Janine einen Kuss an die Stirn, worauf sie mich überrascht anschaute. „Ich mag das total, wenn du das machst. Ich fühle mich nach einem solchen Kuss immer richtig wohl.“ Dafür bekam sie noch einen zweiten Kuss auf die Stirn.

Am Mittwoch blieb Janine wie angekündigt wieder bei ihr zu Hause und ich spürte direkt, als ich wieder zu Hause war, dass ich mich leicht einsam fühlte. Ich war nun so gewohnt, dass sie hier bei mir blieb, dass mir diese Lücke jetzt einfach sehr auffiel. Wir schrieben den Großteil des Abends über und bis zum Schlafengehen Nachrichten hin und her. Etliche Sprachnachrichten halfen auch dabei, das einsame Gefühl zu überbrücken. Janine sagte mir auch wieder, dass ich ihr jetzt total fehlte.

Petra war den ganzen Tag zu Hause, schlief aber erschreckend viel. Ich aß mit ihr nur abends zusammen und erfuhr noch etwas mehr Details von den Krankheiten meiner Oma. Petra hatte mir nichts verschwiegen – sie erklärte mir durch ihren beruflichen Hintergrund einfach deutlich mehr zu den Krankheiten, die Oma hatte und welche Auswirkungen das vor allem in Kombination haben konnte, ohne den möglichen Tod eines Menschen überhaupt zu betrachten. Ich fand das durchaus spannend, auch wenn es im Innern wieder extrem schmerzte. Spannend war es deshalb, weil ich mich grundsätzlich für naturwissenschaftliche und medizinische Aspekte interessierte, auch wenn ich mich später beruflich eher in anderen, technisch angehauchten Bereichen sah.

Durch die vielen Übernachtungen hintereinander machten Janine und ich aus, dass wir am Donnerstag nicht beieinander übernachteten, was wir in der Zukunft ja regelmäßiger vorhatten. Janine wollte vor allem wieder schulisch vorarbeiten, wobei ich mich fragte, woher sie eigentlich immer so genau wusste, was in den nächsten Wochen und Monaten thematisch behandelt werden würde. Gerade in Fächern wie Geschichte, Politik oder Erdkunde konnte man zwar die Themen, die noch folgen würden, genannt bekommen oder in den Rahmenlehrplänen nachschlagen, aber wie der Unterricht genau aussehen würde oder welche Arbeitsbögen verwendet würden, konnte Janine ja schließlich nicht wissen. Vermutlich spielte das aber auch keine Rolle, da sie sich einfach thematisch so tief in die Themen rein wühlte, dass sie einfach fast alles beantworten konnte, was gefordert werden würde. An diesem Donnerstag sah ich Petra wenig, sie sagte mir aber, dass sie noch in der Wohnung meiner Oma ein paar Dinge erledigen wollte und lehnte mein Angebot, ihr zu helfen, aber ab. Sie meinte, dass der Aufwand weniger als eine Stunde betragen würde. Danach wollte sie sich mit einer Arbeitskollegin, die auch eine sehr gute Freundin von ihr war, treffen, sodass sie einige Stunden weg sein und vermutlich erst spät abends wieder nach Hause kommen würde. So ganz genau „musste“ sie mir gar nicht Bericht erstatten, das war gar nicht meine Intention, vor dem Tod meiner Oma war die Informationsmenge auch völlig ok. Mir reichte das völlig aus, wenn ich ihren ungefähren Schichtplan hatte, damit ich wusste, wann sie da sein konnte, falls wirklich etwas war. Natürlich tat es mir auch gut, sie zu sehen und mit ihr Zeit zu verbringen, weil wir ja nun schon so wenig lebende Familie mehr hatten.

Als der Freitag herum war und ich nach Hause kam, erledigte ich direkt meine Hausaufgaben für die nächste Woche und bemerkte, wie ungewohnt es war, dass ich an diesem Wochenende ebenfalls mit Janine keine Zeit verbringen sollte. Wir hatten dies gestern abgemacht, in dieser Woche das noch so zu handhaben und ab der nächsten Woche wieder mindestens einen Tag am Wochenende gemeinsam zu verbringen. Donnerstage kamen zusätzlich auch wieder in Frage. Ich spielte gerade mit dem Gedanken, Tim anzurufen und mit ihm nach langer Zeit wieder was zu unternehmen, als mein Smartphone klingelte: Janine.

 „Hallo Bärchie!“ – „Na Süße, was gibts?“ – „Mir fehlt hier jemand…“ – „Das geht mir genauso. Menno.“ – „Könnte man das denn nicht ändern?“ – „Aber hast du denn nicht gesagt, dass-“ – „Nein, nein, das habe ich nie gesagt. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, gestern gesagt zu haben, dass wir erst nächste Woche wieder beisammen übernachten.“ Ich musste kichern, weil sie das so witzig am Telefon herüberbrachte. „Was möchtest du?“ – „Würdest du heute zu mir kommen? Aber meine Mutter ist leider da. Ich konnte sie nicht überreden, die Wohnung uns allein zu überlassen.“ – „Na ja, aber Hauptsache ist doch, dass ich trotzdem bei euch bleiben kann.“ – „Das stimmt! Wann möchtest du hierherkommen?“ – „Wann es dir recht ist. Ich habe nichts mehr zu tun, die Schulsachen sind schon alle fertig.“ – „Entscheide einfach du. Du kannst sofort losgehen, wenn du möchtest.“ – „Na ja, ich werde wohl nur schnell in die Dusche gehen vorher, aber dann bin ich gleich da.“ – „Hab dich lieb, Schatz.“ – „Ich dich auch. Bis gleich.“ Ich sagte Petra Bescheid, die mir sagte, dass ich ruhig gehen könne, weil sie den Großteil des Tages nur zu Hause blieb und sich weiter ausruhte. Sie sah schon besser aus als bei unserem Konfliktgespräch, aber so richtig fit wirkte sie weiterhin noch nicht. Aber es war zu erkennen, dass es ihr schon besser ging. Nach der Dusche warf ich flink ein paar Übernachtungsdinge in meine Tasche und fuhr los. In der Nähe von Janines Zuhause suchte ich einen Blumenladen, weil ich ihr einen Blumenstrauß mitbringen wollte. Das hatte ich bisher noch nie gemacht, weil Janine mir auch noch nie das Gefühl gegeben hatte, Blumen besonders zu mögen, daher war das ein Experiment, welches aber einen guten Ausgang hatte: Sie freute sich sehr über meinen großen Blumenstrauß, den sie direkt auch stolz ihrer Mutter noch präsentieren musste. Unsere Begrüßung im Flur war ansonsten sehr vorsichtig und sanft, vermutlich auch deswegen, weil Melanie da war und womöglich dazwischen platzen konnte, wenn sie mich zum Beispiel wild geknutscht hätte.

In Janines Zimmer angekommen, verschloss sie direkt wieder ihre Tür. Ich zog eine Augenbraue hoch und sie grinste, flüsterte aber leise: „Ich mache das jetzt einfach immer, wenn du da bist. Das hat jetzt nicht immer was zu bedeuten, wenn ich das mache, also nicht wundern.“ Ich nickte und grinste. Janine kam zu mir, setzte sich neben mich und irgendwie dauerte es keine Minute, bis wir eher lagen als saßen und am Herumknutschen waren. Ich meinte nach einer Weile zu ihr: „Du, ist mit deinen Lippen alles ok?“ – „Was meinst du?“ – „Deine Lippen fühlen sich ziemlich rau oder trocken an.“ – „Aktuell sind die oft ziemlich schnell trocken, ich weiß auch nicht, warum. Kannst du mir meine Tasche herübergeben, die da auf deiner Seite liegt?“ Während ich ihren Wunsch erfüllte, fielen durch meine Ungeschicklichkeit ein paar Dinge heraus – dabei auch eine Tablettenpackung, die direkt auf meinem Schoß landete. Anhand der Beschreibung auf der Verpackung konnte ich überhaupt nichts mit anfangen und fragte neugierig: „Was sind denn das für Tabletten?“

Das war mir jetzt ehrlich gesagt nicht all zu wichtig und ich hätte es vermutlich auch geglaubt, wenn sie gesagt hätte, dass es Tabletten für einen unruhigen Magen waren, aber ihre Reaktion war merkwürdig: „Ach, die sind nicht wichtig, gib ruhig her.“ Sie nahm mir die Tabletten aus der Hand und ich sah ihr im Gesicht an, dass irgendwas nicht stimmte. Ich fragte sie nochmals, dieses Mal allerdings etwas direkter: „Ist es denn so schlimm, dass du mir nicht sagen willst, was das für Tabletten sind?“ – „Mensch, die sind einfach für meine Kopfschmerzen, die ich öfters habe!“ Sie war unerklärlicherweise mehr oder weniger aufgebracht. Während Janine ihre Tasche weglegte, fand ich neben mir noch einen Zettel, der ebenfalls aus der Tasche stammen musste. Es war der Beipackzettel für diese Tabletten und neugierig, wie ich war, schaute ich rauf: Es war die Pille!

Janine war leicht gereizt, als sie sah, dass ich diesen Zettel in der Hand hatte und schon einiges gelesen hatte. Sie entriss ihn mir und ich fragte neugierig und ganz direkt: „Wie lang nimmst du schon die Pille? Kann es sein, dass du schon länger mit mir schlafen möchtest?“ Ich sagte ihr dies auf den Kopf zu, weil ich es offen und ehrlich klären wollte. Als erstes war sie darauf vollkommen still und ich konnte mir die Antwort bereits denken. Sie sagte leicht stotternd: „Also, ich… nehme die schon seit ein paar Monaten. Ich wusste einfach nicht, was zwischen uns so passiert und wollte abgesichert sein. Aber meine Frauenärztin hat mir auch allgemein geraten, sie zu nehmen.“ – „Verstehe.“ – „Findest du das etwa schlimm?“ – „Nein, absolut nicht, natürlich ist es gut, dass du an Verhütung denkst. Warum sollte ich das schlecht finden?“ – „Na dann ist doch gut.“ – „Aber wieso hast du gerade so empfindlich darauf reagiert, als ich die Tabletten gesehen habe?“ – „Ich habe bloß befürchtet, dass du halt herausfindest, wofür die sind und dass du irgendwie abweisend darauf reagieren würdest, wie du es früher bei solchen Dingen gemacht hast.“ – „Hm… ok. Wieso sollte ich das nicht toll finden, dass du an Verhütung denkst?“ Sie zuckte mit den Schultern und als ich anfing, zu grinsen, lächelte sie zaghaft. „Süße, es ist doch toll, dass die Pille ein Weg für dich ist. Es hätte ja auch genauso gut sein können, dass du keine Pille möchtest, sie nicht verträgst oder die Nebenwirkungen zu stark sind und du vielleicht anders verhüten möchtest.“ – „Du hast ja Recht. Sorry. Irgendwie kam in mir der Gedanke wieder hoch, dass du wieder dicht machen könntest.“ – „Wie du in der letzten Zeit bemerkt hast, versuche ich, mich auf die ganzen Dinge einzulassen, so gut ich kann.“ – „Das stimmt. Aber sag, Bärchie…“ Sie setzte sich wieder neben mich, nachdem sie die ganze Zeit stand und fuhr fort: „Es gibt trotzdem eine Sache, über die ich mit dir reden möchte.“ – „Erzähl.“ – „Ich möchte einfach wissen, was du jetzt überhaupt darüber denkst. Irgendwie weiß ich nicht genau, aber… Würdest du denn überhaupt mit mir schlafen wollen?“ Ich fand ihre Frage jetzt auch im Gegenzug sehr direkt. Ich antwortete grinsend: „Kannst du dir meine Antwort denn nicht denken?“ – „Nein?“ – „Du bist doof, das würde ich nicht antworten.“ Sie schmunzelte. „Natürlich kann ich mir vorstellen, mit dir zu schlafen. Ich brauche bestimmt noch ein bisschen Zeit und so… Aber natürlich kann ich mir das vorstellen. Und wie siehst du das?“ Sie bemerkte plötzlich, dass es doch gar nicht so einfach war, darüber zu sprechen. Für einen Moment stockte sie und antwortete: „Ich möchte auch mit dir schlafen. Ich vertraue dir einfach so sehr und du ziehst mich so sehr an und ich-“ Sie versuchte es weiter zu erklären, obwohl sie das in meinen Augen gar nicht musste. Ich unterbrach sie und blödelte mit ihr herum: „… na ja, oder ziehst mich halt aus. Zumindest braucht man das meistens, habe ich gehört.“ Sie boxte mir gegen die Schulter und meinte: „Du ziehst das gerade voll ins Lächerliche!“ – „Ja, aber ich wollte nur, dass es dir nicht noch weiter schwerfällt, darüber zu reden.“ – „Ich wollte dir eigentlich nur sagen, wie sehr ich dich liebe, aber das hast du jetzt verkackt. Bekommst du das halt nicht, so.“ Sie zog eine Schnute und fing aber gleichzeitig an, mich einfach zu kitzeln. So lockerte sich die gesamte Situation wenigstens auf, worüber ich sehr froh war. Trotzdem war ich froh, dass wir wenigstens einmal darüber gesprochen hatten. Es lag auf der Hand, dass Janine Sex mit mir wollte. Ihr musste genauso klar gewesen sein, dass ich früher oder später auch mit ihr schlafen wollen würde. Wir waren so intim miteinander geworden und gleichzeitig oft so wild mit unseren Schmusereien, dass der letzte Schritt früher oder später folgen würde.

Nach dem Rumalbern kuschelten wir und schauten fern. Irgendwann zum frühen Abend herum klopfte Melanie an Janines Tür und brachte uns Abendessen, was ich sehr nett von ihr fand. Aus Höflichkeit, da sie sonst gerade niemanden hatte, gingen wir mit dem Abendessen kurzerhand ins Wohnzimmer, weil Melanie dort ganz allein saß und aß. An diesem Abend blieben wir auch nach dem Essen noch bei Melanie, wobei ich mir nicht ganz so sicher war, ob es Janine wirklich recht war. Allerdings machte Janine nie Anstalten, ob wir zurück in ihr Zimmer gehen könnten – so verbrachten wir zwei Stunden mit ihrer Mutter, indem wir Gesellschaftsspiele machten oder einfach ein bisschen von der Schule und allgemein erzählten, weil Janine dies wohl in letzter Zeit nicht so oft getan hatte. Unter den Themen war auch meine Oma, da ich zu Melanie sehr großes Vertrauen hatte und sie einfach – neben meinem Vater – eine neutrale, erwachsene Person war. Es half mir sehr, dass ich über meine Oma sprach, weil ich spürte, dass es mir dadurch im Allgemeinen wieder etwas besser ging.

Nach dem langen Gespräch gingen wir wieder zurück in ihr Zimmer, Melanie legte sich in ihrem Zimmer schlafen. Janine zog sich im Zimmer vor meiner Nase um, da es ihr gar nichts mehr ausmachte, sie dachte wohl nicht mehr darüber nach. Ich tat das Gleiche und gerade, als ich mir mein Shirt anziehen wollte – ich stand mit freiem Oberkörper und meiner Jeans da -, kam sie zu mir an, fing mich wild an zu küssen und stibitzte wieder mein Shirt. Der Unterschied war dieses Mal nur, dass sie nicht dazu kam, es zu verstecken und es einfach auf den Boden fallen ließ, weil sie mehr mit unserer Knutscherei beschäftigt war. Dabei streichelte sie wieder meinen Oberkörper und schubste mich Stückchen für Stückchen nach hinten, bis ich mich auf ihr Bett setzte und langsam nach hinten bis an die Wand rutschte. Als ich hinten ankam, lag Janine somit direkt auf mir. Ich spürte während des Küssens, wie sie mit einer Hand herunter zu meiner Hose ging und die Knöpfe öffnete. So zog sie mir die Hose nach und nach runter, sodass ich letztlich nur in Unterhose dasaß. Was sie da machte, erregte mich schon durchaus, allerdings war ich nicht unbedingt in der Stimmung. Außerdem war Melanie da und ich wollte nicht, dass es zum ersten Mal zwischen Janine und mir kam, wenn jemand im Nebenzimmer quasi war. Da mir die Lust etwas fehlte, spürte Janine auch, dass ihre Bemühungen, mich zur Intimität zu bringen, in diesem Fall eher unnötig waren. Sie meinte: „Du möchtest nicht, oder?“ – „Sorry, ich bin vom Tag heute zu fertig, tut mir leid. Ich würde gerne einfach noch ein bisschen fern schauen oder gleich schlafen legen. Ich bin echt müde.“ – „Na gut, ok.“ – „Bist du mir jetzt böse?“ – „Nein, natürlich nicht. Wenn du nicht willst, willst du halt nicht. Ich habe ja auch nicht immer Lust. Es ist ja nicht so wie sonst, wo du mich wegen deiner Angst abgeblockt hast.“ – „Da hast du Recht. Heute passiert da bei mir irgendwie nicht so viel.“ Ich fand es gut, dass sie damit ziemlich locker umging.

Unter der schön warmen Decke lag und wartete sie schon auf mich. Wir kuschelten ein wenig und schalteten das Licht aus. Während des Kuschelns küssten wir uns, redeten ein wenig, aber sonst passierte nichts. Ich schlief zudem schnell ein, sodass ich nicht mehr alles mitbekam.