Kapitel 63

Julia

Am Donnerstag machten wir uns nach dem Frühstück alle direkt auf zum Badesee. Die Laune war bei den meisten wirklich gut und ich freute mich sehr auf den Tag. Als wir ankamen, verteilten wir uns ziemlich, ich bemerkte aber relativ schnell, dass Janine und ein paar weitere Mitschülerinnen und Mitschüler sehr nah an den Decken von Julia, zwei weiteren Mitschülerinnen und mir lagen. Mir entging es nicht, als sich Janine relativ schnell entkleidete und im Bikini zur Badestelle lief. Wow, ihre Figur war weiterhin einfach echt toll… Kurze Zeit später forderte mich Julia auf, mit ihr baden zu gehen und wir schlossen uns recht schnell einigen anderen an, da wir alle zusammen im Wasser mit mehreren Wasserbällen spielten. Die Stimmung war wirklich gut, aber richtig komisch wurde es, als sich Janine unserer großen Gruppe anschloss, um ebenfalls mitspielen zu können. Ich schaute Julia, die relativ nah zu mir im Wasser stand, an, weil ich mich wirklich fragte, ob ich wirklich in dieser Gruppe bleiben sollte. Sie zuckte unauffällig mit den Schultern und hatte den gleichen fragenden Blick wie ich. Letztlich blieben wir in der Gruppe und ein paar einzelne Male kam es vor, dass Janine mir oder ich ihr einen der Bälle zuwarf, aber mehr als das passierte in diesen Momenten nicht.

Etwas später ging ich zurück zu unseren Decken und legte mich ein bisschen in die warme Sonne, da das Wasser relativ kühl war. Julia folgte wenige Minuten später und legte sich nah an mich. In einem günstigen Augenblick, als uns vermutlich keiner sah, küssten wir uns und ich spürte deutlich, wie sehr mich Julia sexuell anzog, auch, weil ihre Badebekleidung wirklich kurz war… Später fiel mir auf, dass Janine und einige andere zu ihren Decken und Handtüchern zurückkehrten, dabei schaute Janine sehr auffällig in unsere Richtung. Julia und ich lagen weiterhin sehr dicht beieinander und es war für jeden Außenstehenden offensichtlich, dass sie und ich mindestens großes Vertrauen zueinander hatten.

In einem spontanen Augenblick küsste mich Julia erneut und ich genoss diesen Kuss sehr, gleichzeitig bemerkte ich, dass Janine uns dabei gesehen haben musste. Ich hielt dadurch instinktiv ein wenig Abstand zu Julia, die etwas verdutzt war. Ich flüsterte leise: „Janine… hinter dir, kannst du gerade nicht sehen.“ – „Verstehe.“ Wir schauten für einige Minuten lustige Videos auf unseren Smartphones und Janine ging mit einigen Mitschülern auffällig auf Tuchfühlung. Sie alberte sehr mit ihnen herum, was darin gipfelte, dass die vier Jungs sie spielend leicht hochhoben und mit ihr ins Wasser rannten, wo sie in den Schwimmbereich geworfen wurde. Sie hatte dabei, soweit ich das beobachten konnte, richtig großen Spaß, was mich wirklich für sie freute. Julia bemerkte, wie ich Janine beobachtete und fragte: „Was denkst du, wenn du das siehst? Sei ehrlich.“ Ich schaute nicht zu Julia, sondern weiter auf die Szenerie im Badesee und sagte: „Ich freue mich für sie, wenn sie sich neu orientiert und ablenkt. Nur, weil das zwischen ihr und mir nicht mehr geklappt hat, heißt es ja nicht, dass ich ihr was Schlechtes wünsche.“ – „Das ist eine wirklich erwachsene Haltung.“ – „Danke. Sie hat mir zwar echt einige Male wehgetan, aber das heißt ja nicht, dass ich sie menschlich scheiße finde. Ich gönne es ihr, wenn sie Spaß hat. Sie ist ohne Zweifel eine attraktive Frau, ich kann die Jungs verstehen.“ – „Was denkst du über mich?“, fragte mich Julia plötzlich. Ich schaute verwundert zu ihr und fragte: „Was meinst du?“ Sie schaute mich leicht fragend an und ich ergänzte: „Du bist eine tolle Frau, ganz einfach. Ich genieße einfach unsere gemeinsame Zeit. Und du machst mich an, aber das dürfte dir ja mittlerweile bewusst sein.“ – „Oh ja.“ Sie strahlte mich an und gab mir erneut einen intensiven Kuss, den einige aus unserer Reisegruppe definitiv mitbekamen. Anschließend griff sie nach meiner Hand und ich verschränkte meine Finger mit ihren, weil es sich einfach gut anfühlte. „Beantwortet das deine Frage?“ – „Ja, auf jeden Fall.“

So saßen wir einige Zeit noch zusammen, bis ich sie in den Stand zog und mit ihr wieder baden ging, da sich auch einige mit uns anschlossen. Die Stimmung war einfach ausgelassen und so verbrachten wir den gesamten Tag über beim Badesee. Wieder im Hotel angekommen, aßen wir im Hotelrestaurant noch zu Abend. Die Lehrer gingen schlafen und irgendwie war klar, dass ein Großteil der Reisegruppe das definitiv noch nicht vorhatte. Die meisten von uns gingen verbotenerweise zum Badesee, einige Jungs kauften dafür in einem nahen Supermarkt noch eine ganze Menge Alkohol ein. Ich war überrascht, dass Janine sich ebenfalls zu der nicht ganz erlaubten Aktion hinreißen ließ. Klar, wir waren alle volljährig, aber die Vorgabe der Schule war, dass wir uns abends nicht mehr vom Hotel entfernen sollten. Vermutlich war das den meisten aber egal, weil wir eh am nächsten Morgen zurückfuhren, die Lehrer würden uns wohl kaum mitten in der Nacht zurückschicken…

Wir alle blieben bewusst halbwegs an einer sehr großen unbewachten Badestelle zusammen, aber Julia und ich setzten uns etwas abseits von den anderen in einen Bereich, der von den anderen wenig einsehbar war. Viele gingen direkt schwimmen, da das Wasser noch recht erträglich war, auch Julia überzeugte mich schnell, noch mal schwimmen zu gehen. Es war ziemlich dunkel, aber einige Laternen von den Gehwegen spendeten immerhin etwas Licht. Julia und ich schwammen nah beieinander, bis sie direkt vor mir war und mich an eine Stelle zog, an der wir noch stehen konnten. Sie kam mir so nah, dass ihr Gesicht wenige Zentimeter vor mir war. Ihr Atem war deutlich schneller als gewohnt. Ich legte meine Hände instinktiv um ihre Hüften und als sie mich küsste, zog ich sie instinktiv das letzte Stück zu mir heran. Aus den Küssen wurde schnell ein wirklich intensives Schmusen. Dass mein Penis durch unsere Hosen hindurch ihren Intimbereich so kräftig berührte, machte Julia fuchsteufelswild – und mich letztlich auch. Ich vergaß sehr schnell alles um mich herum. Als ich eine sehr kräftige Bewegung in unserem Schmusen machte, seufzte Julia leise, um die anderen nicht mitbekommen zu lassen, was wir da gerade taten. Nach mehreren weiteren intensiven Bewegungen zog mich Julia zu unseren Decken. Wir fackelten kein bisschen und fielen regelrecht übereinander her. Es fühlte sich einfach gut und richtig an. Ihre Hände wanderten meinen Oberkörper entlang und fanden schnell den Weg unter meine Badehose, während ich ihre Brüste streichelte und massierte – ihr Bikinioberteil war schon lange kein Hindernis mehr. In einem der ganz wenigen Momente, in denen wir ganz kurz langsamer machten, fragte sie mich: „Du hast bestimmt kein Kondom dabei, oder?“ – „Nein. Das habe ich nicht kommen sehen.“ Wir kicherten in Anbetracht unserer Zweideutigkeit und sie griff flink in ihre Tasche, aus der sie tatsächlich ein Kondom holte. Wir wickelten uns in eine unserer noch sauberen Decken ein und schmusten wieder so intensiv, dass mir klar war, dass ich das ohne Orgasmus nicht mehr lange aushalten würde. Julia spürte das aber auch und wollte nun definitiv auch Sex, sodass sie mir das Kondom in die Hand drückte. Ich riss die Hülle auf und wollte das Kondom gerade aus der Verpackung ziehen, als sich mein Kopf einschaltete.

„Oh scheiße. Janine.“, flüsterte Julia mir plötzlich zu. Janine und ein paar andere waren zu hören, als sie in sehr großem Abstand an unseren Decken vorbeiliefen. Wir rührten uns unter den Decken nicht von der Stelle und es zerstörte den Moment völlig. Julia konnte sich aber ähnlich wie ich ein Grinsen nicht verkneifen. Als die anderen etwas weiter entfernt waren, schmusten wir weiter so intensiv miteinander herum, aber wir spürten nach weiteren Momenten, dass uns diese absolute Ekstase flöten gegangen war. Mein Kopf ratterte vor allem immer mehr, da ich mich fragte, ob ich wirklich mit Julia schlafen wollte. Mein Körper hatte dazu eine ganz eindeutige Haltung, mein Geist jedoch nicht. Ich war so von Julias Sexappeal angetan, dass ich meinen Kopf einfach völlig ausschaltete. Ich wollte mir nicht ausmalen, welcher Schock das für Janine geworden wäre, wenn sie Julia und mich womöglich beim Sex erwischt hätte…

Trotzdem schmusten wir noch einige Zeit weiter und es war uns einfach egal, dass einige Leute aus der Reisegruppe nicht ganz so weit von uns entfernt waren. Später saßen wir wieder ordentlich angezogen und eingewickelt unter einer gemeinsamen Decke bei einigen der anderen. Wir schauten zu, wie immer noch einige beim Baden waren, darunter auch Janine. Sie vergnügte sich sehr mit einem anderen Mitschüler, Benjamin. Ich hatte mit ihm hier und da ein paar Sätze gewechselt, weil er auch in unserem Informatikkurs war, sonst aber nicht viel mit ihm zu tun. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass er ein wirklich netter Kerl war, und ich freute mich für Janine, dass sie mit ihm so viel Spaß haben konnte. Wir saßen bis fast zwei Uhr noch am Strand, weil die Atmosphäre einfach wirklich schön war. Julia und ich kuschelten uns wirklich viel aneinander, küssten uns immer wieder und ich bemerkte, dass Janine offenbar mit Benjamin Ähnliches tat. Mich überraschte das etwas, nachdem sie mir solch eine Szene erst vor kurzem gemacht hatte, aber vielleicht lenkte sie sich jetzt erst recht aus Trotz etwas ab. Als ich mit Tim wieder im Zimmer war und wir uns gerade schlafen legten, fragte er mich: „Und, wie würdest du das mit Julia beschreiben?“ – „Ich weiß es nicht. Es fühlt sich irgendwie wie eine Beziehung an, aber gleichzeitig mag ich es auch irgendwie, nicht durchweg an sie gebunden zu sein und auch entscheiden zu können, dass ich wieder mehr Zeit für mich allein habe.“ – „Also ehrlich Freundschaft plus?“ – „Haha, wie kommst du darauf?“ – „Glaubst du wirklich, ich weiß nicht, was da vorhin zwischen euch lief?“ Er schmunzelte, sodass ich wusste, dass er das nicht als Vorwurf meinte. „Wir hätten fast miteinander geschlafen, aber eine Gruppe, in der Janine war, lief nicht weit von uns entfernt vorbei. Das hats kaputt gemacht.“ – „Hättest du wirklich mit ihr geschlafen?“ – „Na ja, reicht dir als Antwort, dass ich schon das Kondom in der Hand hatte?“ – „Wow.“ – „Sie macht mich halt übelst an. Das hat sie ja damals schon, bevor ich mit Janine zusammen war. Jetzt, wo sie so viel entspannter und erwachsener geworden ist, finde ich sie nur umso schärfer.“ Wir schmunzelten wieder. Ein bisschen neugierig war ich aber auch: „Hat Janine sich Benjamin geangelt?“ – „Keine Ahnung. Ich habe sie aber auch bewusst nicht danach gefragt. Ich fand es einfach nur toll, dass ich sie wieder mit richtig guter Laune gesehen habe.“ – „Das fand ich auch schön, ja.“ – „Wie ist das für dich, sie mit Benjamin zu sehen?“ – „Ein bisschen komisch, aber ich finde das völlig in Ordnung. Ich freue mich für sie.“ – „Das ist fair.“ – „Ich glaube aber ehrlich gesagt, dass sie das jetzt nur aus Trotz macht.“ – „Vermute ich ehrlich gesagt auch. Aber das ist mir immer noch lieber, als wenn sie sich einfach nur völlig vergräbt.“ – „Ja, vermutlich hast du Recht.“ Ich gähnte und wünschte ihm eine gute Nacht. Einige Minuten lang war ich noch hellwach, weil ich mich fragte, was aus Julia und mir nun werden sollte. Sie suchte immer mehr meine Nähe und ich ließ diese zu, weil ich dieses Gefühl einfach mochte. Ich wusste aber nicht, ob ich Julia nur wegen ihrer Optik so anziehend fand und mich einfach nach Nähe sehnte. War es hingegen doch ihr veränderter Charakter, der mich so in den Bann zog? Oder verstanden wir einfach nur freundschaftlich und Tim hatte Recht, dass mich die sexuelle Komponente so überzeugte?

Am nächsten frühen Morgen war ich sehr gerädert, weil ich viel zu spät im Bett war. Ich hatte bereits am Donnerstag alle Sachen zusammengepackt, sodass ich einfach nur mein Frühstück einnahm. Julia saß währenddessen auch neben mir und wirkte ebenso müde. Irgendwann, in einem günstigen Augenblick, an dem keiner etwas mitbekam, fragte sie mich: „Sehen wir uns am Wochenende?“ Ich überlegte wirklich mehrere Sekunden lang und meinte: „Ja, darauf hab ich echt Lust. Was wollen wir machen?“ – „Warum hast du so lange überlegt?“ – „Mir sind einfach die ganzen letzten Tage durch den Kopf gegangen, das war gar nicht böse gemeint. Ich habe mich einfach gefragt, was das zwischen uns jetzt eigentlich ist.“ Darauf schaute sie ganz erstaunt und meinte mit einem Grinsen: „Hatten wir nicht gesagt, dass wir das ganz entspannt angehen und einfach schauen?“ Ich grinste ebenfalls. „Ja, hatten wir. Nach dem gestrigen Abend ist die Frage vielleicht doch gar nicht so unwichtig.“ – „Das stimmt.“ Meine Güte, sie machte mich schon wieder an… Sie hatte einen ganz speziellen Blick, der mich sofort fesselte. „Lass uns doch einfach am Wochenende mehr darüber herausfinden.“, ergänzte sie und ich nickte. „Ich finde, das ist ein wirklich guter Plan. Ich freue mich. Samstag?“ – „Mit Übernachtung?“ – „Klingt super. Was wollen wir machen?“ – „Irgendwo ausgehen?“ – „Ja, gerne. Aber ohne Club, ok?“ – „Ja, geht klar. Kein Tanzen gehen also. In eine Bar?“ – „Jo, gerne. Ja, ich bin ja nicht gerade der beste Tänzer.“ – „Haha, alles klar. Bist du deswegen damals bei Janines Geburtstag nicht mit zur Tanzfläche gekommen?“ – „Genau. Aber krass, dass du dich daran noch erinnerst.“ – „Na ja, dadurch konnte ich an diesem Abend überhaupt erst so viel mit dir quatschen, was ich echt schön fand.“ – „Das stimmt.“ Wenn sie gewusst hätte, dass ich mich nach dem Abend nicht mal an ihren Namen erinnern konnte…

Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Bahnhof und fuhren in unsere Heimatstadt zurück. Weil wir alle so müde waren, schliefen wir in unseren Abteilen, bis uns die Lehrer rechtzeitig weckten. Auf dem Bahnsteig verabschiedeten sich die meisten voneinander und ich war leicht erstaunt, dass Janine mich nicht umarmte. Sie würdigte mich nicht eines Blickes, dafür bemerkte ich, dass ihre Verabschiedung von Benjamin umso inniger ausfiel. Julia und ich fuhren den Großteil unseres Weges gemeinsam nach Hause und, als Julia ausstieg, gab sie mir einen langen Kuss. Es war weiterhin ein komisches Gefühl: Wenn wir mit den anderen zusammen waren, fühlte es sich für mich meistens wie eine tolle Freundschaft an, teils mit den Privilegien, dass man sich küsste und nah beieinander war, aber sobald wir unter uns waren, fühlte es sich wie eine Beziehung an, die noch nicht eingespielt war. Na, was wollte ich denn nun?

Als ich wieder nach Hause kam, war Petra da und drückte mich zur Begrüßung. Ich hatte ihr während der Reisetage kaum geschrieben und setzte mich lange mit ihr zusammen, um ihr von all meinen Eindrücken zu berichten. Sie sagte insgesamt gar nicht viel dazu und wirkte einfach neugierig, was alles so abgegangen war. Ich erzählte ihr in einem Überschwang sogar davon, dass ich fast mit Julia geschlafen hatte, was sie mit einem Grinsen zur Kenntnis nahm: „Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.“ – „Ich mir eigentlich auch nicht. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass es nicht so weit gekommen ist.“ – „Der Ort ist auf jeden Fall speziell, das stimmt natürlich. Aber zu früher Sex kann eine mögliche Beziehung auch kaputt machen. So ganz klar ist es ja auch weiterhin nicht, was da zwischen euch ist. Aber das klingt doch vernünftig, dass ihr euch direkt morgen wieder trefft und Zeit miteinander verbringt.“ – „Ja, ich bin wirklich sehr gespannt.“

Am nächsten Tag traf ich mich nachmittags mit Julia und wir begrüßten uns neben einer langen Umarmung mit einem langen, intensiven Kuss. Wir ließen den Kuss fast wilder werden, bis Julia mich bremste und ehrlich sagte: „Dafür ist heute Abend auch noch Zeit.“ – „Das stimmt.“ Ich griff instinktiv einfach nach ihrer Hand, woraufhin sie ihre Finger mit meinen verschränkte. Wir machten einen langen Bummel durch die Stadt und es zeigte sich, dass wir ziemlich gut harmonierten, auch wenn ich wieder feststellte, dass unsere Interessen einfach sehr weit auseinandergingen. Wir hatten trotz allem ziemlich viel Spaß und ich fühlte mich wohl mit ihr. Während sie sich in einem der Geschäfte intensiver umschaute, fragte ich mich jedoch trotzdem, was mein Gefühl zu bedeuten hatte. Es fühlte sich irgendwie nicht nach Liebe an, sondern eher… nach einer Mischung aus Freundschaft und Zuneigung?

Gegen Abend gingen wir in eine Bar, die sie empfohlen hatte: Das Konzept war ziemlich cool, da es keine feste Getränkekarte gab, sondern jeder Gast eine Art persönlichen Barkeeper hatte, der anhand der geäußerten Wünsche einen persönlichen Drink zusammenmixte. Da ich als Wunsch etwas Fruchtiges äußerte, bekam ich einen Drink mit Blaubeerengeschmack – ich fand die Idee fantastisch! Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen, dass ein solcher Drink überhaupt schmecken konnte. Die Preise waren zwar gehoben, aber dafür gab es zusätzlich pro Tisch und pro Getränkerunde einen großen Bottich mit Wasser. Allein deshalb war der Preis wiederum völlig in Ordnung und mit dem persönlichen Service empfand ich das als richtig cool. Julia war wohl bereits mehrere Male dort gewesen und fand das immer wieder faszinierend. Das äußerte sich auch dahingehend, dass der Barkeeper, der uns zugeteilt wurde, bereits mit Julia bekannt war, sodass er sich noch daran erinnern konnte, was sie vor einigen Monaten bestellt hatte. Allein diese Begebenheit steigerte meine Faszination für diese Bar immer mehr.

Julia trank an diesem Abend einen alkoholischen Cocktail, sodass sie danach schon spürbar angeheitert war. Sie hatte sich voll unter Kontrolle, wurde aber noch weit körperbetonter, als sie es schon war. Wir gingen am späten Abend zu ihr nach Hause und liefen dabei wieder an Janines Zuhause vorbei. Ich konnte von der Straße aus sehen, dass ihr Zimmerlicht brannte. Was sie wohl gerade machte? In Julias Wohnung angekommen, bemerkte ich, dass ihre Eltern auch anwesend waren. Sie hatten mich ja nach dem Kennenlernen damals weiterhin noch nicht gesehen und es blieb auch noch so, da ihre Eltern bereits schliefen, als wir die Wohnung betraten. Wir machten uns zügig bettfertig und schauten in ihrem Zimmer relativ leise einen Film. Dabei kuschelten wir uns nah aneinander und es dauerte nicht wirklich lange, bis wir uns gegenseitig über den Körper streichelten. Einige Zeit blieben wir dabei an unbedeutenden Stellen, aber Julia war, vermutlich auch wegen ihres leicht betrunkenen Zustands, weit zielgerichteter, sodass sie irgendwann recht schnell in meinen Intimbereich vordrang und meinen Penis stimulierte. Das machte mich nach und nach immer mehr an, sodass ich irgendwann den Film pausierte und mich einfach auf Julia legte. Unsere Schmusereien, die daraus entstanden, fühlten sich toll an. Wir wurden immer wilder und ich fing plötzlich an, wieder nachzudenken. Wollte ich wirklich mit ihr schlafen? Ich entschied mich nach einigen Sekunden für einen Mittelweg, da ich Julia in Richtung eines Pettings lenkte. Ich flüsterte ihr meine Idee zu und sie hauchte mir ein „Das klingt toll“ in mein Ohr. Als wir gänzlich nackt waren, gab ich mir wirklich große Mühe, sie zu befriedigen. Ich spürte, dass mir einfach die Erfahrung insgesamt, aber auch natürlich die Erfahrung mit Julia selbst fehlte. Eine Weile gelang es mir nicht, einen guten Rhythmus zu finden, um sie zu befriedigen, aber spätestens, als ich mutig meine Zunge einsetzte, reagierte sie so intensiv, dass sie lange ihre Luft anhielt. Als sie wieder zu Atem kam, meinte sie: „Wow, was hast du gemacht?“ – „Na ja, mit der Zunge?“ Genau danach wiederholte ich meine Berührungen mit meiner Zunge, sodass sie erneut völlig darauf abging. Ich konnte mir ein leises Schmunzeln nicht verkneifen. Völlig schnaufend entgegnete mir Julia: „Du bist der erste, der sich das bei mir getraut hat. Wow.“ – „Danke für das Kompliment, dass dir das offenbar gefällt.“ Ich machte einfach weiter und nach einem echt lauten Stöhnen von ihr, welches ihre Eltern definitiv gehört haben konnten, meinte sie: „Los, hör auf. Sonst werde ich noch so richtig wahnsinnig. Ich kann nicht mehr. Aber ich will echt so gerne mit dir schlafen jetzt.“ Ich schaute sie aufgrund ihrer Offenheit leicht überfordert an und sie meinte: „Los, jetzt bist du dran.“ Sie warf mich um und machte sich direkt an meinem Penis zu schaffen. Auch wenn ich Julia befriedigt hatte und ihr Körper einfach umwerfend war, ließ meine Erregung zwischenzeitlich stark nach. Julia benötigte daher einige Momente, bis ich wieder richtig gierig wurde und sie schaffte es tatsächlich, mich zum Orgasmus zu bringen. Das Gefühl war wirklich schön, aber ich spürte, dass Julia kein so gutes Gefühl dafür hatte, meinen Orgasmus intensiv werden zu lassen. Janine konnte das wesentlich besser. Ah fuck, da war wieder dieser Gedanke: der Vergleich mit Janine.

Wir lagen noch eine Weile lang nebeneinander und schwiegen weitestgehend, bis wir uns jeweils etwas drüberzogen und schlafen gingen. Nah aneinander gekuschelt meinte Julia: „Wie auch immer du das gemacht hast, das war fantastisch.“ – „Freut mich.“ Wir schwiegen wieder eine kleine Weile und Julia fragte: „Du warst nicht auf der Höhe, oder?“ – „Sorry. Offenbar war das zu deutlich zu bemerken.“ – „Ja, ich habe es gespürt.“ – „Bist du sauer?“, fragte ich sie vorsichtig. „Nein, es ist alles ok. Wir haben gesagt, wir probieren, wie und ob es funktionieren kann. Ich kann auch damit leben, wenn wir das als einmalig tolles Erlebnis und Geheimnis für uns behalten.“ – „Ich wollte dich nicht verletzen oder so. Du weißt, dass ich dich echt toll finde.“ – „Weiß ich. Und es ist völlig in Ordnung, wirklich. Am Anfang konnte ich mich auch nicht fallen lassen. Meine Erinnerungen sind einfach hochgekommen.“ – „Ging mir teilweise genauso. Zumindest ein paar wenige Male.“ Nach einigen weiteren stillen Momenten meinte ich: „Hey.“ – „Mhm?“ – „Können wir dieses Mal anders als damals damit umgehen? Ich habe dich einfach extrem gerne und möchte nicht, dass unser Kontakt wieder so abbricht wie damals.“ – „Ich möchte das auch nicht. Dafür habe ich viel zu sehr Spaß mit dir… und ich meine nicht nur, wenn du mich leckst.“ Wir lachten über diesen schmutzigen Witz sehr und ich fühlte mich auf eine ungewöhnliche Art und Weise total wohl mit Julia. Wir kuschelten uns noch enger aneinander und ich sagte: „Ich habe einen Vorschlag: Lass uns einfach weiter Spaß miteinander haben und Zeit miteinander verbringen. Und sollten wir wieder übereinander herfallen, ist es halt so, aber ich lege es jetzt nicht unbedingt immer darauf an.“ – „Klingt doch gut. Ich hatte das auch nicht unbedingt vor, als wir vor der Kursfahrt darüber sprachen, aber du bist wirklich sexy, das muss ich sagen. Wie ich ja schon sagte: Du bist oft einfach so selbstbewusst, das macht mich total an.“ – „Danke. Das geht mir mit deiner lockeren Art ganz genauso. Die Szene am See werde ich sicher auch nicht vergessen…“ – „Genau. Wie wir es verkackt haben.“ Wir lachten erneut und sie ergänzte: „Scheiße, wie gerne hätte ich da mit dir geschlafen, auweia. Als wir da noch im Wasser waren, war das echt krass.“ – „Das kannst du laut sagen. Wobei, deine Eltern haben sicher mitbekommen, was hier abging. Da machts auch keinen Unterschied mehr, ob du das laut sagen würdest.“ – „Ach, das war sicher nicht das erste Mal. Du hattest übrigens auch schon bessere Witze.“ In diesen Momenten fand ich ihr Selbstbewusstsein beeindruckend und sie steckte mich mit ihrem herzhaften Lachen an. Abschließend wünschten wir uns eine gute Nacht, ohne uns aber noch zu küssen und ich bemerkte, wie sie ziemlich schnell einschlief. Nachdem ich meine Gedanken fertig sortiert hatte, schlief ich auch recht schnell ein.

Am nächsten Vormittag aßen Julia und ich noch zusammen Frühstück und unsere Stimmung war weiterhin freundschaftlich und locker, wir unterließen es aber, uns zu küssen. Bei meiner Verabschiedung gaben wir uns jeweils einen Kuss auf die Wange und ich fand, dass diese Nähe genau perfekt zu der Situation zwischen ihr und mir passte. Wir waren intim miteinander geworden und wussten, wie wir nackt aussahen, gleichzeitig spürten wir oder zumindest ich aber auf jeden Fall, dass eine Beziehung irgendwie nicht funktionierte. Ob sie jemals wirklich ernsthaft funktionieren würde, war mir nicht klar, aber aktuell ging es einfach nicht. Etwas Wichtiges hatte sich aber in jedem Fall ergeben: Wir wollten nun eine wirkliche Freundschaft führen, auch wenn wir ein kleines, schmutziges Geheimnis mit uns herumtrugen. Und, so ehrlich musste ich sein: Für mein Selbstbewusstsein war dieses Geheimnis auf jeden Fall ein gelungener Boost.