Aufopferungsvoll
Tim erzählt:
In der darauffolgenden Woche kam das, was ich erwartet hatte. Janine wollte mit mir über die Trennung der beiden reden. Ich wusste, dass ich für sie ein wichtiger Ansprechpartner war. Da sie mir als Freundin wichtig war, nahm ich mir natürlich Zeit für sie. Janine bat mich darum, ob sie am Donnerstag zu mir nach Hause kommen durfte. Da ich nichts dagegen hatte, stimmte ich zu. Ich erzählte Anna auch davon, weil es mir wichtig war, dass sie über solche Treffen Bescheid wusste. Im Gegenzug tat sie dies natürlich auch. Dies war unsere Art und Weise, bei der wir zumindest wussten, wenn sich der andere mit jemand des jeweils anderen Geschlechtes traf. Wir waren nie so neugierig, dass wir den anderen fragten, was denn genau besprochen wurde, weil dies unserer Meinung nach nicht unbedingt von Vertrauen zeugte. Wir vertrauten uns und wie man sah, es lief. Abgesehen davon waren wir alle miteinander befreundet und vertrauten uns untereinander, sodass Anna gar keine Sorgen hatte, wenn ich mich mit Janine traf.
Janine war am Donnerstagabend bei mir. Sie fing gleich an zu erzählen und das Besondere an Janine war: Wenn sie wirklich einmal anfing, zu plaudern, kam sie da nicht mehr raus. Dieses Mal war es allerdings völlig anders. Sie begann unser Gespräch mit einer Frage: „Was… denkst du über das alles?“ Irgendwie kannte ich diese Frage. „Na ja, zwischen euch ist eine Menge schiefgelaufen. Ich denke, ihr habt einige Fehler gemacht.“ – „Ja… Was glaubst du, waren unsere Fehler?“ – „Ich denke, dein Fehler war es, dass du dich so oft mit den Leuten getroffen und damit Marc vernachlässigt hast. Und, das soll nicht böse gemeint sein, aber weitere Sachen waren die, dass du Marc nicht erzählt hast, dass Jeremias was von dir will, dass du dich ein paar Mal ganz schön abgeschossen hast und vor allem, dass ihr euch geküsst habt.“ Ich bemerkte, dass sie dieses Thema ziemlich traf.
Nach ein paar Momenten fragte sie: „Und… Was glaubst du, waren Marcs Fehler?“ – „Sein Fehler war der, dass er sehr engstirnig mit dir umgegangen ist, was das Thema Alkohol betraf.“ – „Ansonsten… nichts?“ – „Na ja, ich weiß nicht, ob es so ganz die richtige Aktion war, mit dir direkt Schluss zu machen, weil du jemand Fremdes geküsst hast. Auch wenn du den Kuss eigentlich nicht wirklich durchgezogen hast und einfach überrumpelt wurdest.“ – „Also glaubst du auch, dass es zu übertrieben war?“ – „Hey, ich will mich hier nicht auf irgendeine Seite ziehen lassen, ich versuche euch bloß zu helfen.“ – „Aber na ja, also… Du weißt zumindest nicht, ob es richtig war, dass er einfach Schluss gemacht hat.“ – „Ja, das hast du richtig verstanden.“ – „Redet er eigentlich viel mit dir darüber?“ – „Na ja, es geht so. Eigentlich ist es eher sogar ziemlich wenig.“ – „Also nimmt ihm das überhaupt nicht mit?“ – „Selbst wenn er das nicht zeigt, weiß ich, dass es auch für ihn alles andere als einfach ist.“ – „Ich verstehe einfach nicht, wieso er daran nichts ändern will!“ – „Na ja, Janine… Er fühlt sich einfach unglaublich verletzt, weil du Jeremias geküsst hast. Ich wäre da auch nicht anders, wenn ich direkt sehen würde, dass Anna irgendwen anders küsst.“ – „Aber ich wollte das doch nicht und das weiß Marc auch! Jeremias wurde doch von mir sogar weggeschoben, weil ich das einfach eklig fand.“ – „So weit ich weiß, glaubt Marc dir das auch.“ – „Glaubt er mir wirklich? Er sagte mir, nachdem er meinen Brief gelesen hatte, dass er nicht weiß, ob er mir noch vertraut.“ – „Ich glaube, in seinem tiefsten Innern glaubt er dir und vertraut dir weiterhin. Aber das alles hat ihn so mitgenommen, dass er nicht mehr weiß, was er nun wirklich glauben soll.“
Janine schwieg einige Momente und ich ergänzte: „Überlege doch nur, wie oft ihr euch seit der Feier von Maximilian in den Haaren hattet. Ich weiß nicht, wie oft es war und will es auch gar nicht genau wissen, weil es mich nichts angeht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr euch seitdem wohl öfters gestritten habt, als im ganzen letzten Jahr wirklich zusammen.“ – „Ich glaube, da hast du Recht.“ – „Siehst du, und das wird der Hauptgrund sein, warum er einfach nicht mehr will und kann.“ – „Mensch… Er weiß doch sogar, dass ich komplett den Kontakt zu den ganzen Leuten abgebrochen habe. Ich wollte ihm zeigen, dass es mir ernst meint mit der Veränderung.“ – „Ja, aber diese Veränderung kommt einfach zu spät, Janine.“
Wir schwiegen einige lange Momente, als Janine plötzlich sagte: „Jeremias hat mich letztens einfach angerufen, dieses Schwein.“ – „Er hat was? Hast du nicht gesagt, du hast den Kontakt abgebrochen?“ – „Habe ich auch. Zumindest glaubte ich das. Er hat echt gedacht, er kann sich mit mir ganz normal wieder treffen und da weitermachen, wo wir in seinen Augen am Samstag aufgehört haben.“ – „Oha. Was hat er gemacht oder gesagt?“ – „Er wollte mich einfach wieder küssen. Da habe ich zwei Schläge ins Gesicht gegeben.“ – „Wow, du hast was gemacht?“ – „Ja, er hat mich sogar danach festgehalten und mir damit gedroht, dass er Marc anzeigen wird. Da habe ich ihm klar gemacht, dass er sich strafbar gemacht hat, als er mich vor Marc küsste, als er es draußen wieder versucht hat und mich auch noch festhielt. Leute auf der Straße haben das auch noch mitbekommen. Tja, dieses Arschloch hat einen Tritt dorthin bekommen.“ Sie zeigte auf den Intimbereich. „Kam die Polizei oder Feuerwehr oder so? Hast du Ärger bekommen?“ – „Nein, das wollte er plötzlich nicht. Da hat er wohl Schiss bekommen, weil er bemerkt hat, dass Marc mich letztlich auch nur verteidigt hat. Ich wollte den Kuss nicht und Marc hat Notwehr begangen, indem er mich beschützt hat.“ – „Damit könntest du Recht haben. Krass, bist du irre?“ – „Was meinst du?“ – „Stell dir vor, er lauert dir noch irgendwo auf oder hätte dich so richtig verprügelt… oder stell dir vor, er hätte dich noch irgendwie mit einem Gegenstand oder so angegriffen?“ – „Mir war das einfach völlig egal, ehrlich gesagt. Ich hatte so viel Hass auf ihn, das musste einfach raus. Er soll mir lieber nicht über den Weg laufen.“ – „Janine, ernsthaft, sei vorsichtig.“ Sie nickte. Aber gleichzeitig faszinierte sie mich mit ihrer Willensstärke irgendwie auch.
„Wirst du mir helfen?“, fragte mich Janine mit Tränen in dem Gesicht. Es ließ mich logischerweise nicht kalt, dass sie da so fertig in meinem Zimmer vor mir saß, doch wusste ich einfach nicht, wie ich den beiden noch helfen sollte. Mir war klar, dass ich Marc und Janine nur indirekt wieder zusammenbringen konnte. Marc wollte nicht, dass ich mich einmischte. Ihm war aber hundertprozentig klar, dass ich mich trotzdem einmischen würde, ich wusste aber, dass ich es nicht zu offensichtlich machen durfte, weil ich damit Janines minimale Chance nur noch mehr schwinden sah. Daher blieb mir keine andere Wahl und ich hatte zukünftig vor, Marc zu erzählen, was Janine mir über ihr Leben erzählte. Ich gab Janine daher folgenden Rat: „Hör zu, ich kann euch nicht so richtig helfen. Marc will nicht, dass ich mich in eure Angelegenheit einmische. Ich kann das verstehen.“
Ich nahm sie in den Arm, um sie etwas zu beruhigen. Es gelang mir auch ganz gut, sodass ich meinte: „Ich kann euch nicht direkt helfen, zumindest kann ich es indirekt versuchen.“ Janine darauf: „Wie… wie willst du denn das machen?“ – „Marc meinte, dass er damit kein Problem habe, wenn ich ihm erzähle, was du aus deinem Leben berichtest. Darum hoffe ich jetzt, dass du dich nach den ganzen letzten Monaten vielleicht wieder ein wenig fängst, damit ich Marc erzählen kann, wie du dich veränderst. Wenn er bemerkt, dass du dich verändert hast, es dir wieder besser geht und da du ja den Kontakt sogar direkt abgebrochen hast, wird er sich das vielleicht bald anders überlegen. Aber es wird seine Zeit dauern, das muss dir klar sein. Er ist tief verletzt, das darfst du nicht vergessen. Du weißt, wie emotional er tief drinnen wirklich ist.“ – „Gibt es wirklich keine andere Chance?“ – „Nein, zumindest wüsste ich keine. Also im direkten Kontakt mit ihm wirst du vermutlich gar nichts erzielen können, weil er sich immer vollkommen isoliert, wenn das Thema zur Sprache kommen sollte.“ – „Er tut mir damit einfach so weh… Er ignoriert mich einfach von einen Tag auf den anderen, total schlagartig… ach man, hätte ich mich doch gar nicht überrumpeln lassen!“ Ich besann sie, ein wenig ruhiger zu sein, sie machte diese Aussage deutlich lauter als die normal übliche Zimmerlautstärke. „Wie ich gerade schon gesagt habe, ich versuche euch indirekt zu helfen. Aber ich kann halt nicht garantieren, ob ihr damit wieder zusammenkommt. Ich weiß nicht, ob Marc sich nochmal auf dich einlassen würde. So gut ich ihn auch kenne, aber in diesen Sachen ist er unheimlich kompliziert und ich habe ihn bis heute nicht so richtig durchschaut.“ – „Das ist lieb von dir, dass du mir und uns trotzdem helfen willst.“ Ich gab ihr ein Taschentuch und sie wischte sich ihre Tränen weg.
Als ich am Freitag bei Marc übernachtete, nutzte ich direkt die Gunst der Stunde, ihm zu erzählen, was Janine mir bisher erzählt hatte. „Janine hat mir erzählt, dass sie den Kontakt mit Jeremias und diesen anderen Typen vollständig abgebrochen hat.“ Wir machten einen Spieleabend an unseren PCs und ich warf das in einer unseren Pausen einfach ein. „Hat sie das wirklich?“, fragte er zurück. Ich hatte ihn an der Angel, er fragte neugierig zurück. Wichtig war, dass ich bei meinen Erzählungen möglichst belanglos klang, da ich damit das meiste Interesse von ihm wecken konnte. Für den ersten Versuch gelang es mir recht gut: „Na ja. Sie hat erzählt, dass sie nach dem Abend direkt auf Abstand zu denen gegangen ist. Sie hat mir sogar noch erzählt, dass Jeremias sie letztens versucht hat, zu küssen, als sie ihm persönlich mitteilte, dass sie ihn nie wieder sehen oder hören will. Sie hat ihm wohl richtig kräftig ins Gesicht geschlagen.“ – „Sie hat was?“ Er schaute genauso schockiert, wie ich, als ich dies das erste Mal hörte. „Ja, dieses Schwein hat sie sogar noch richtig festgehalten und wollte sie nicht gehen lassen, da hat sie ihm in die Kronjuwelen getreten.“ Marc schmunzelte und steckte mich damit an. „Diesen Volltreffer hat dieser Penner aber so was von verdient. Und das hat sie wirklich gemacht?“ – „Ja, hat sie. Sie hat mir erzählt, wie viel Hass sie auf ihn hatte und wollte den Hass wohl loswerden. Ich bin mir sicher, dass sie keinen von diesen ganzen Idioten jemals wiedersehen will.“ – „Das klingt gut. Immerhin hat sie daraus gelernt.“
Dieser Gesprächsabschnitt verlief ordentlich. Ich konnte keine Wunder erwarten, das war mir klar, aber ich war mir sicher, dass ich damit weiterhin Marcs Interesse für Janine auf einem hohen Niveau halten konnte. Solange er nachfragte, war dies ein gutes Zeichen.
Janine erzählt:
Die Tage waren einfach grausam. Ich sah Marc täglich in der Schule, immer für mehrere Stunden. Es tat so weh, dass er mich so eiskalt ignorierte. Ich konnte nichts dagegen tun, das machte mich am meisten fertig. Ich konnte nur hoffen, dass Tim vielleicht irgendwie die Beziehung von Marc und mir rettete.
Ich weinte zu Hause so gut wie jeden Tag. Meist machte ich das versteckt, weil ich nicht wollte, dass Mama es mitbekam. Dieser Schmerz, der in mir war, wurde unerträglicher. Ich wusste nicht, was ich dagegen machen sollte.
Gleichzeitig legte ich meine Hoffnung aber nicht nur in Tim. Auch Petra hatte mir mit so vielen aufbauenden Nachrichten geholfen, indem sie mir erzählte, wie der Stand bei Marc war, zumindest, soweit sie das mitbekam. Ich stellte einfach fest, was für ein wundervoller Mensch Petra war. Ich hatte richtig das Gefühl, dass sie mit mir genauso mitlitt, weil sie mir schrieb, dass sie Marc ansah, dass es ihm auch nicht gut ging. Im Gegensatz zu den Zeiten, in denen ich mit Marc zusammen war, wirkte er die ganzen Tage über antriebslos, motivationslos und wohl unglücklich. Er sprühte überhaupt nicht mehr vor Freude, wie er das wohl sonst machte.
Sie erzählte mir auch, dass Marc überhaupt noch nicht mit ihr darüber gesprochen hatte. Sie hatte es ihm bereits mehrfach angeboten, aber er verweigerte sich einem Gespräch immer. Vermutlich wusste er, dass sie voll hinter mir stand und einfach wollte, dass wir wieder zusammenkamen.
Marc erzählt:
Als die ersten Junitage vorüber waren, entschied ich mich an einem Samstag dazu, Petra zu erzählen, warum ich mich wirklich von Janine getrennt hatte. „Bis jetzt habe ich dir ja verschwiegen, warum Janine und ich wirklich getrennt sind.“ – „Seid ihr wirklich weiterhin getrennt?“ – „Ja. Ich habe die Trennung gewollt.“ – „Warum das?“ – „Es ist eine etwas längere Geschichte. Janine und ich lernten Ende Februar auf einer Geburtstagsfeier ein paar Leute kennen, die gerne Partys machen und dementsprechend auch gerne Alkohol trinken. Du weißt ja, dass ich nichts trinke und Janine hatte halt in der Vergangenheit so einige Fehltritte, was den Alkohol anbelangte. Sie mochte die Leute total.“ – „Was meinst du mit Fehltritten?“ – „Na ja, ich… habe sie so einige Male betrunken nach Hause gebracht. Direkt am Tag vor meinem Geburtstag war es so richtig schlimm. Da habe ich in der Nacht drei Stunden mit ihr nach Hause gebraucht. Sie hat draußen auch noch losgekotzt, wir mussten aus dem Bus raus. Sie hat hier sogar in die Badewanne gekotzt.“ – „Oh.“ – „Hast du das wirklich nicht bemerkt?“ – „Nein, du hast offenbar so gut geputzt, dass ich davon weder was gesehen noch gerochen habe.“ Wir schmunzelten und Petra fragte: „Zurück zu den Leuten. Du mochtest sie nicht?“ – „Nein, ihre Mentalität war so… komisch. Sie hatten Spaß daran, einfach ihr Leben irgendwie durchzubringen und dabei tranken sie halt regelmäßig ziemlich viel, wie ich schon direkt bei der ersten Feier von denen gesehen habe. Janine wollte unbedingt in Zukunft Kontakt mit denen haben. Ich hatte keine Lust auf die Leute, ich wollte mit denen nichts zu tun haben. Es kamen halt weitere Treffen in kleineren Gruppen, bei denen ich anfangs noch mit dabei war. Aber mein Eindruck wurde einfach nicht besser. Ich hatte auch die starke Befürchtung, dass einer der Typen, Jeremias heißt er, mehr als nur freundschaftliches Interesse an Janine hatte. Ich machte ihm daher unter vier Augen klar, dass er es ja lassen sollte, Janine auch nur irgendwie zu anzubaggern.“ – „Eigentlich war das ja gar nicht so schlecht, bloß jeder reagiert da anders darauf. Manche machen das gerade mit Absicht und fühlen sich herausgefordert.“ – „Das hat dieser Penner definitiv auch so gesehen.“ – „Hui, diese Wortwahl kenne ich von dir ja gar nicht.“ – „Das hört man auch selten und eigentlich nur, wenn ich so richtig wütend auf irgendetwas bin.“ Ich schwieg kurz und fuhr fort: „Na ja, und Janine ging bei den weiteren Treffen allein hin, ich habe sie nicht mehr begleitet. Ich war so froh, dass Janine mir anfangs ihre Zustimmung gegeben hatte, auch keinen Alkohol mehr zu trinken, weil es damit zwischen ihr und mir einfach keine Streitigkeiten mehr gab. Sie hat sich aber leider nicht wirklich drangehalten, wenn ich nicht mit dabei war.“ – „Und wie kam es zur Trennung?“ – „Tim und ich wollten Janine von Jeremias‘ Wohnung abholen, als Überraschung, weil ich die Hoffnung hatte, dass sie und ich wieder mehr zusammenfinden. Wir sind zu Jeremias gefahren, seine Freunde haben uns reingelassen und dort sehe ich, wie Jeremias und sie sich küssen.“ – „Was? Sie hat ihn geküsst?“ – „Nein, na ja, ich weiß es nicht so richtig. Es sah mir so aus, dass Jeremias sie küsste. Sie hat ihn weggeschoben, sie wollte das nicht. Ich war mir aber auch nicht sicher, ob sie sich nicht sogar ein bisschen auf den Kuss eingelassen hat. Es ging alles so rasend schnell, ich war schon so müde an diesem Abend. Ich weiß einfach nicht mehr genau, wie dieser Moment war. Ich bin einfach nur ausgeflippt und habe mich mit Jeremias geprügelt.“ – „Du hast ihn geschlagen?“ – „Ja… das habe ich. Ich war total wütend und schockiert. Ich weiß nicht genau, wir sind aufeinander losgegangen. Tim hat mich irgendwann festgehalten.“ – „Hui, das kenne ich ja noch gar nicht von dir. Das ist mir absolut neu.“ – „Ja… Ich habe direkt danach an diesem Abend mit Janine Schluss gemacht.“ – „Du hast mit Janine wegen des Kusses, den sie nicht wollte und den sie nicht initiiert hat, Schluss gemacht?“ – „Ja, habe ich. Ich bin von ihr total verletzt worden. Das stecke ich nicht einfach so weg, dass sie die Person küsst, die ich mitunter am meisten hasse.“ – „Ich kann das schon verstehen, doch du musst es so sehen: Es ist nur ein Kuss, nicht mehr, nicht weniger.“ – „Das stimmt schon, aber sie hat mich doch in dem Sinne betrogen.“ – „Na ja, betrogen hat sie dich nicht ganz. Das darf man zwar nicht machen – jemand anders küssen -, aber es muss nicht unbedingt das Ende einer Beziehung sein. Abgesehen davon hast du doch selbst gesagt, dass sie den Kuss gar nicht wollte und er sie einfach gezwungen hat. Hast du ihr denn bis zum Schluss vertraut?“ – „Nein, habe ich nicht.“ – „Und warum das?“ – „Weil ich erst nach und nach herausbekommen habe, dass sie an den Abenden immer wieder getrunken hat. Und später hat sie mir in einem Brief geschrieben, dass sie schon vorher wusste, dass Jeremias was von ihr wollte. Sie hat mir das ganz bewusst verschwiegen.“ – „Hast du dich gefragt, warum sie dir wohl verschwiegen hat, dass sie immer wieder Alkohol getrunken hat? Warum hat sie wohl nicht gesagt, dass Jeremias was von ihr wollte?“ – „Na ja, weil sie genau wusste, dass ich das alles überhaupt nicht toll finden würde.“ – „Ja, richtig. Natürlich war es nicht toll, dass sie das gemacht hat, aber du solltest vielleicht auch in Betracht ziehen, warum sie dir die ganzen Sachen verschwiegen hat. Hättest du ihre Freundschaft zu den anderen Leuten noch akzeptiert, wenn du gewusst hättest, dass er Interesse an ihr hat?“ – „Oh… nein. Vermutlich nicht.“ – „Siehst du? So, wie du das ausdrückst, klingt das für mich, dass sie die Freundschaft zu den anderen Leuten erhalten wollte. Na klar hätte sie dir das sagen müssen, aber verstehen kann man ihre Beweggründe schon.“ – „Ja, da hast du schon Recht.“ – „Und das mit dem Kuss… Das ist natürlich hart, aber du solltest dir überlegen, ob wirklich wegen des Kusses Schluss sein sollte. Wenn sie den Kuss gewollt hätte, würde ich es verstehen, oder wenn sie so richtig mit ihm herumgemacht hätte, aber das scheint sie ja nicht zu haben, oder?“ – „Nein, es war nur der Kuss. Es tut einfach weiterhin so weh. Irgendwie glaubte ich, dass die Trennung die richtige Entscheidung ist.“ – „Es ist ja nur ein Vorschlag, es sagt ja keiner, dass du wieder mit ihr zusammenkommen sollst oder musst. Ich versuche dir ja bloß zu helfen, dass du die Dinge aus allen Blickwinkeln richtig siehst.“ – „Ja, ich weiß, danke dafür. Ich denke über das nach, was du erzählt hast.“ Sie nickte. Das Gespräch öffnete mir etwas die Augen. Ich fand meine Strenge beim Thema Alkohol auch weiterhin richtig, aber gleichzeitig bemerkte ich, dass ich, wenn Janine nur leicht betrunken war, nicht so intensiv darauf hätte reagieren müssen, weil einzelne Streitigkeiten zwischen uns sicherlich ausgeblieben oder schwächer ausgefallen wären. Aber gleichzeitig war mir trotzdem klar, dass ihr heftiger Absturz vor meinem Geburtstag nicht einfach ohne Folgen damals bleiben durfte, da hatte ich allen Grund, sauer zu sein.
Ich dachte in den nächsten Tagen über die Sache nach, wie schwer ich den Kuss Janines wirklich verurteilte. Ich war mir darüber einfach nicht im Klaren. Ich wusste nicht genau, wie stark Janine an diesem Abend betrunken war. Sie schrieb – als ich in ihrem Brief nachschaute -, dass sie nur angeheitert war und sich besser unter Kontrolle hatte. Das hieß wiederum, dass sie ziemlich genau wusste, auf was sie sich einließ. Allerdings kam wieder die Sache hinzu, dass ich wusste, dass sie selbst mit wenig Alkohol deutlich lockerer wurde. Gleichzeitig hatte ich gelernt, wie wenig sich Janine mit Alkohol wirklich unter Kontrolle hatte, sodass es den Kuss noch wesentlich mehr entschärfte. Vielleicht hatte sie wirklich nicht bemerkt, wie Jeremias sie an sich heranzog? Hatte sie vielleicht gedacht, dass er sie nur umarmen wollte zur Verabschiedung, weil ich gerade dazukam?
Ich kam zu keiner eindeutigen Haltung bezüglich des Kusses von Janine, doch nach rund einer Woche wurde mir klar, dass ich den Kuss nicht überbewerten durfte. Es war ein klarer Fehler Janines, aber irgendwie glaubte ich ihr, dass es ein Ausrutscher war. Nun hatte ich die Trennung durchgezogen und diese zu revidieren, war meiner Ansicht nach alles andere als einfach. Es waren jetzt schon so viele Tage vergangen, dass ich sogar richtig Angst davor bekam, die Rolle rückwärtszumachen. Ich hatte irgendwie Angst davor, mir und ihr eingestehen zu müssen, dass womöglich meine Trennung der wirkliche Fehler war und nicht ihr Fehlverhalten aus den Monaten davor.
Außerdem hatte ich irgendwie auch Angst, dass sich dieses Szenario mit dem Kuss womöglich wiederholte. Mein Vertrauen war einfach erschüttert, auch wenn ich ihr mittlerweile bei ihren damaligen Aussagen glaubte. Zudem hatte ich die Befürchtung, dass ich nicht mehr so unbeschwert mit ihr umgehen konnte, weil mir die Geschehnisse sofort in den Kopf kamen, wenn ich sie sah. Das war mir bereits in der Schule etliche Male aufgefallen, wenn sich unsere Blicke trafen. Janine schaute mich sehr oft an, wenn ich beispielsweise von der Toilette kam oder allgemein den Raum betrat. Unsere Blicke trafen sich oft und ich konnte ihre Blicke oft nicht deuten. Einige Blicke waren regelrecht schmerzerfüllt und ich hatte oft das Gefühl, Tränen in ihren Augen zu sehen. Sie litt sehr, da war ich mir sicher. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass meine Überzeugung, an der Trennung nichts zu verändern, eher noch größer wurde, je mehr Druck von Janine und allen anderen Seiten aufgebaut wurde. Die Trennung war schwierig genug, aber die ständigen Nachfragen von allen möglichen Leuten aus dem Jahrgang und allein die Blicke von Janine waren teilweise eine regelrechte Folter für mich.
Tim erzählt:
In den Juni-Wochen kam Janine noch ein paar weitere Male zu mir nach Hause. Wenn es bei mir zu Hause nicht ging, trafen wir uns zumindest draußen und unternahmen was. Ein bisschen befürchtete ich, dass ich nun vielleicht der Ersatz für Marc werden konnte. Aber glücklicherweise gab mir Janine nie das Gefühl, so über mich zu denken. Sie brauchte einfach einen Trostspender. Außerdem wollte ich nicht, dass Marc mitbekam, wie oft ich mich mit ihr traf. Ich konnte nicht ahnen, auf was wir merkwürdige Gedanken er womöglich noch kommen konnte. Sie weinte fast jedes Mal, wenn wir uns sehen, sodass ich sie oft einfach aufmuntern musste. Ich spürte, wie sehr es ihr schmerzte, dass Marc Schluss mit ihr gemacht hatte. Mein Eindruck, dass die beiden einfach weiterhin zusammengehörten, verstärkte sich von Gespräch zu Gespräch mehr. Marc fragte mich immer wieder über Janine aus, was für mich das Zeichen war, dass sein Interesse für sie weiterhin groß war. Ich bemühte mich, sein Interesse aktiv zu halten, und auf eine günstige Gelegenheit zu warten, die beiden wieder aufeinander loszulassen. Dafür musste Janine aber unbedingt wieder stabiler und selbstbewusster werden, weil ich mir sicher war, dass es Marc sehr abschrecken würde, wenn er wirklich mitbekam, wie sie aktuell war.
An einem Samstagvormittag fragte mich Marc, ob im Jahrgang irgendeine größere Veranstaltung heute stattfand. Ich erzählte ihm von einer Party, von der ich wusste und zu der ich theoretisch eingeladen war. Meine Lust, dort hinzugehen, war nicht so riesig, weil ich an den letzten Wochenenden fast jedes Mal auf Feiern oder Treffen war, auch wenn einige da sein wollten, die ich wirklich gernhatte. Neben Sabrina waren auch einige Jungs bei, die bei Janines und Marcs Geburtstagsfeier teilweise mitfeierten. Ich war von Marc überrascht, dass er mich fragte, ob wir da heute hingingen. Er wollte einfach auf andere Gedanken kommen, was ich gut nachvollziehen konnte. Er brauchte definitiv Ablenkung. Darüber hinaus sagte er mir, dass er Lust hatte, andere Frauen kennenzulernen. Das war ein kleiner Schock für mich, weil ich meine Chancen schwinden sah, Janine und Marc vielleicht doch wieder zusammenzubringen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich so schnell neu umschauen würde.
Auch wenn ich mich nicht wohl bei dem Gedanken fühlte, stimmte ich Marc bei seinem Plan zu. Mir war es irgendwie lieber, dass er über mich mitkam, als dass er sich einfach jemand anders aus dem Jahrgang nahm und dort fragte, ob er mitkommen durfte. Wenn ich mit ihm unterwegs war, konnte ich immer noch etwas Einfluss auf ihn nehmen… in der Hoffnung, dass er sich nicht gleich auf eine Frau einließ, sodass Janine vielleicht noch etwas länger eine Chance hatte.
Marc erzählt:
Mittlerweile war die Trennung ungefähr ein Monat her. Als ich am Samstagvormittag aufstand und an meine Schränke und Schubladen ging, um mir Kleidung herauszuholen, öffnete ich plötzlich aus Versehen Janines Fach. Erst da bemerkte ich, dass Janines alltägliche Dinge und ihre gesamte Wechselkleidung weiterhin bei mir noch waren. Sie hatte mir bisher nicht Bescheid gegeben, dass sie diese Dinge zurückhaben wollte. Als ich ein paar Sekunden auf ihre Sachen schaute, zog es plötzlich extrem heftig in mir. Auch wenn es eigentlich nur ein tiefer, emotionaler Schmerz war, der durch mich jagte, manifestierte sich der Schmerz plötzlich wirklich physisch. Ich hielt mich regelrecht am Schrank kurz fest und stützte mich, weil es mich so heftig durchschüttelte.
Ich vermisste die alte Zeit erneut. Am Wochenende waren wir oft zusammen und übernachteten beieinander. Wir kuschelten und kitzelten uns ab, schmusten und schliefen miteinander. Es war komisch, dass es alles weg war. Vor allem war es komisch, weil zwischen Janine und mir immer eine gewisse Intimität bleiben sollte. Wir hatten uns so intim gesehen, wie es wohl nur wenige Menschen sehen würden. Bei jedem Mal, bei dem sich ihr und mein Blick in der Schule traf, spürte ich dieses wohlige, warme Gefühl in mir, welches immer vor allem da war, wenn sie und ich Zeit miteinander verbrachten. Es war einfach total komisch. Zumindest weinte ich nicht mehr, wenn ich intensiver über Janine und diese gesamte Angelegenheit nachdachte.
Ich schrieb Tim an, ob nicht irgendeine Feier anstand, und er antwortete mir relativ schnell, dass er mich am Abend auf eine Feier von ein paar Leute aus dem Jahrgang mitnehmen wollte. Die Feier fand bei einer der Frauen statt, die damals bei Janines Geburtstagsfeier mit dabei waren… Ich hatte natürlich Sorge, dort auf Janine zu treffen, aber Tim meinte gleich, dass Janine definitiv nicht gefragt wurde. Abgesehen davon wusste er wohl, dass sie keine Zeit hatte, weil sie abends mit ihrer Familie Zeit verbrachte. Mich freute es, zu hören, dass Janine offenbar ein bisschen Stabilität zurückgewinnen konnte. Es war sicher auch für sie nicht einfach, komplett neue Strukturen aufzubauen.
Nach meinen Nachrichten mit Tim grübelte ich wieder intensiv über Janines Dinge nach. Kurzerhand legte ich die Sachen vorsichtig und ordentlich zusammen und packte sie in einen Beutel. Ich machte mich startklar für den Samstag und fuhr einfach, ohne mich anzumelden, zu Janine, weil ich ihr ihre Dinge zurückgeben wollte. Gleichzeitig wollte ich sie darum bitten, mir meinen Kram mitzugeben, da ich auch einige Pullis und T-Shirts bei ihr gelagert hatte. Ich hatte Glück, dass die Haustür unten gerade offenstand, sodass ich direkt nach oben zur Wohnungstür von Janine gehen konnte. Das alles hatte ich mir definitiv leichter vorgestellt. Es zog mir so halb den Boden weg, als ich vor Janines Wohnungstür stand. Innerhalb weniger Sekunden zog ein Orkan an Erinnerungen an mir vorbei und warf mich dabei fast um. Mir war spontan richtig schlecht, als ich den Mut hatte, endlich zu klingeln. Nach einigen Sekunden öffnete mir Melanie plötzlich die Tür. Ich freute mich, sie zu sehen, gleichzeitig war mir so mulmig wie wohl noch nie in meinem Leben. „Oh, Marc, hey. Du willst bestimmt mit Janine reden. Komm ruhig rein. Sie ist da.“ – „Danke, das ist lieb. Ich warte gerne kurz draußen, soll auch gar nicht lange dauern.“ – „Okay, na klar. Ich hole sie, bin gleich da.“ Sie ließ die Tür einen Spalt offen und irgendetwas in mir wollte da gerade wie selbstverständlich die Wohnung betreten. Ich war es so gewohnt, in dieser Wohnung Zeit zu verbringen, dass ich mich gerade einfach bremsen musste, einfach durch diese Tür und wie normal in Janines Zimmer zu gehen, um sie zu begrüßen, sie zu küssen, in den Arm zu nehmen und… „Hey… Marc.“ Janine stand vor mir. Sie war völlig ungeschminkt und ich sah tiefe Augenringe in ihrem Gesicht. Sie trug eine einfache Jogginghose und ein T-Shirt. Ihre Haare waren völlig verwuschelt und ungepflegt.
„Möchtest du reinkommen… damit wir ganz in Ruhe reden?“, fragte sie mich. Ich sah für ein paar Momente ihre Stimmung sich deutlich aufhellen, sodass mir meine Worte umso schwerer fielen. „Ich möchte… dir einfach deine Sachen geben, die bei mir noch waren. Da sind ja ein paar Lieblingskleidungsteile von dir dabei, die du bestimmt auch gerne wieder tragen möchtest.“ Janine kämpfte direkt mit den Tränen – und ich direkt mit. „Du… möchtest bestimmt deine Sachen auch wiederhaben… oder?“ – „Ja, das wäre schön. Wenn dir das gerade keine Umstände macht. Ich kann ansonsten auch ein anderes Mal wiederkommen, wenn dir das jetzt zu spontan ist.“ Sie sagte etwas und sprach so leise, dass ich nichts verstand. Nach einigen Momenten fing sie sich und versuchte es erneut, sodass ich sehr leise verstand: „Ich… hole dir deine Sachen, kein Problem.“ Ich hatte kurz Angst, dass sie zusammenklappte. Als sie die Tür etwas weiter als Melanie offenließ und nach innen verschwand, war sie richtig wacklig auf den Beinen. Ich stand draußen locker drei oder vier Minuten und schaute schon auf mein Smartphone, um mich abzulenken, als Janine wieder an der Tür auftauchte.
Janines Tränen flossen nun in Scharen an ihren Wagen herunter und ich wollte sie am liebsten trocknen, auch wenn mir klar war, dass das alles ins allerschlimmste Chaos gestürzt hätte. „Hier“ sagte sie mit kaum vorhandener, heiserer Stimme und gab mir meine Dinge, die sie auch in einen Beutel gepackt hatte. Ich überreichte ihre Dinge und sah dabei kurz Janines Hände. Sie sahen sehr rissig aus. Ihre Sorgen hatte sie definitiv an ihren Fingern ausgelassen, was ich von ihr bisher nicht gewohnt war.
Ich bemerkte, dass Janine noch einen Pullover von mir in der Hand hielt. Es schmerzte mich besonders, zu sehen, weil mir zahlreiche Erinnerungen hochkamen, wie sehr sie diesen Pullover von mir liebte. Er war kunterbunt und unheimlich flauschig, sodass der Pulli eigentlich fast die gesamte Zeit unserer Beziehung über bei ihr zu Hause war. Ich selbst trug ihn eigentlich kaum, eigentlich hatte ihn Janine eher immer drübergezogen, wenn ich da war. Sie liebte diesen Pulli einfach, weil er von mir stammte.
Janine bemerkte, dass ich meinen Pulli in ihren Händen anschaute und sie sagte gequält: „Hier… den muss ich dir auch noch geben.“ Mir zerriss es das Herz und ich hatte nicht erwartet, dass dieser Schritt insgesamt so schwerfallen würde. Janine hielt mir zittrig und sehr langsam den Pulli entgegen. Ich wollte eigentlich hart bleiben, aber ich konnte es nicht. „Ich weiß, wie sehr du ihn liebst. Du darfst ihn behalten, wenn du das möchtest.“ In ihren Augen leuchtete kurz so etwas wie Hoffnung – oder zumindest Trost. „Danke.“, sagte sie mit weiteren vielen Tränen, die ihre Wangen hinunterflossen. „Falls du ihn doch irgendwann nicht mehr haben möchtest, kannst du ihn mir gerne zurückgeben. Aber du darfst ihn behalten, so lange, wie du möchtest.“ – „Danke… Wirklich danke.“ – „Gern geschehen.“ Ich bemühte mich, irgendwie so etwas wie Zuversicht auszustrahlen, aber es misslang mir völlig. Wir schauten uns einige Sekunden tief in die Augen und es tat einfach nur alles weh. Ich sagte selbst ziemlich beeinträchtigt: „Na dann. Pass auf dich auf. Bis Montag in der Schule.“ – „Du auch.“ Ich ging die ersten Stufen nach unten und Janine schloss die Tür. Direkt nach dem Schließen der Tür hörte ich ihr heftiges Schluchzen.
Ich beschleunigte meine Schritte nach unten und fiel dabei fast noch die Treppen hinunter. Draußen atmete ich tief ein und aus, weil es mir regelrecht die Kehle zuschnürte. War meine Entscheidung wirklich richtig?