Gemeinsam
Die Sonne, die in Janines Zimmer fiel, weckte mich am nächsten Morgen auf. Ich streckte mich vorsichtig, öffnete langsam die Augen und drehte mich sanft zu Janine, die zu mir gerichtet war und friedlich, wie fast immer, schlief. Ich streichelte sie an den Wangen, küsste sie auf die Stirn und bemerkte, wie sie langsam auch aufwachte. Als sie sich streckte, schlug sie mir – unbewusst und ohne Absicht – ihre Hand ins Gesicht. Es war nicht doll, aber es klatschte und sie registrierte es auch in diesem Moment. Mit vielen kleinen Zärtlichkeiten entschuldigte sie sich, ich fand ihre Ungeschicklichkeit eher knuffig. Ich meinte leise: „Guten Morgen.“ – „Morgen. Wie spät ist es denn?“ – „Ich weiß nicht genau. Aber ich denke, so gegen neun oder zehn, weil die Sonne scheint.“ – „Die Zeit klingt doch ganz ok.“ – „Hast du denn gut geschlafen?“ – „Na ja, ich bin mehrfach aufgewacht. Ich habe keine Ahnung, an was das liegt. Zumindest habe ich dir gestern noch was erzählt und du hast einfach schon geschlafen. Das ist mir erst aufgefallen, als ich mit der langen Erzählung fertig war.“ Ich grinste und fand das witzig, worauf sie mir mit dem Finger in die Seite stach. Wir schmunzelten. „Und du?“, fragte sie mich zurück. „Ich habe scheinbar wie ein Stein geschlafen. Ich wurde gar nicht wach, aber ich war auch kaputt gestern. Was hast du mir gestern erzählt, als ich geschlafen habe?“ – „Hm… Ich komme nicht mehr darauf. Scheint wohl doch nicht so wichtig gewesen zu sein.“ – „Na gut, egal. Wollen wir aufstehen und uns was zum Essen machen?“ – „Ach, eigentlich würde ich zu gerne noch liegen bleiben.“ – „Na gut, bleiben wir noch unter der schön warmen Decke.“ Sie zog mich in diesem Moment wesentlich näher zu sich heran und wir küssten uns länger. Dabei hoben wir die Decke über unsere Köpfe hinweg, sodass wir fast komplett verdeckt waren.
In genau diesem Augenblick ging mir durch den Kopf, dass Janine gefühlt fast durchgehend Bock hatte, mit mir intim zu sein. Genauso war vermutlich auch ihre Lust auf Sex. Meine Lust auf sie war mittlerweile auch deutlich größer geworden, weil ich einen Weg gefunden hatte, meinen Kopf mehr auszuschalten, aber ich war durch äußere Umstände definitiv immer noch deutlich beeinflussbarer als Janine. Zumindest ließ ich mich auf die leichten Intimitäten ein. Wir streichelten uns wieder, waren dabei zum Großteil aber nur am Oberkörper. Ich ging bei ihr ein kleines Stück weit in den Intimbereich, sie ließ es jedoch bei mir. Das Streicheln ging einige Zeit, da wir wirklich sehr langsam in unseren Bewegungen und die Berührungen einfach angenehm waren. Wir erregten uns zwar etwas damit, weil wir teilweise zu erogenen Zonen gingen, aber hauptsächlich war es einfach schön und in Teilen sogar romantisch, weil wir dabei so vorsichtig vorgingen.
Nach einer Weile standen wir auf und gingen in die Küche, wo wir einen halbwegs vorbereiteten Frühstückstisch sahen. Melanie begrüßte uns und sagte, dass sie den Tisch für uns so gelassen hatte. Gleichzeitig verabschiedete sie sich auch von uns, da sie, wie sie sagte, zu Freunden fuhr. Das Frühstück verlief zumindest liebevoll, da wir uns wieder gegenseitig fütterten und einfach total die Nähe genossen, was mein Herz erwärmte. So gefiel mir die Beziehung zu Janine total.
Nach dem Frühstück zog ich mich an und fuhr nach Hause, wie es mit Janine vereinbart war. Ich sah in Janines Augen, dass sie mit der Entscheidung, die wir getroffen hatten, ziemlich haderte, aber ich wollte nicht, dass Janine für unsere Beziehung ihren üblichen Aufwand für die Schule reduzierte. Ja, ich wollte sie auch möglichst viel um mich haben, sogar noch viel mehr als in den ersten Monaten der Beziehung, aber gleichzeitig wusste ich, dass es zu einem Problem werden würde, wenn Janines schulische Leistungen womöglich schlechter werden sollten, falls wir zu viel Zeit miteinander verbrachten. Ich wollte nicht, dass unsere Beziehung womöglich in solche Schwierigkeiten geriet.
Während der Rückfahrt und bei meinem Großeinkauf, den ich an diesem Tag für zu Hause erledigte, dachte ich einige Male daran, wie intim Janine und ich bereits miteinander geworden waren. Wir gingen so weit, dass wir uns bereits mehrfach nackt sahen und gegenseitig befriedigten. In meiner Intimität hatte ich mich innerhalb von wenigen Wochen schlagartig geändert und das fand ich einfach faszinierend. Einen solchen Fortschritt hatte ich mir ehrlich gesagt nicht zugetraut. Später am Abend telefonierten wir noch eine Stunde miteinander, wobei dieses Gespräch eher so aussah, dass wir vor allem sehr viel herumalberten und eigentlich gar keine wirklichen Gesprächsthemen hatten.
An diesem Samstagabend ging ich erst sehr spät schlafen, etwa gegen zwei, da ich mit Tim noch einige Zeit Nachrichten austauschte. Ich erzählte ihm von den Fortschritten mit Janine, kam aber auch auf den Tod meiner Oma zu sprechen und vor allem auf das Gespräch mit Petra. Er bestätigte Janines Sicht, dass meine Wortwahl recht heftig war, konnte meine Kritik aber absolut nachvollziehen und fand es richtig, dass ich es angesprochen und nicht in mich hineingefressen hatte. Zusätzlich sagte er mir, dass er es einfach klasse fand, dass es nun zwischen Janine und mir so gut lief.
In der Nacht schlief ich wieder wie ein Stein. Am Morgen, gegen zehn etwa, weckte mich eine Nachricht: „Guten Morgen, mein Großer. Ich bin schon seit sieben wach, weil ich nicht mehr schlafen konnte… Hast du heute vielleicht Zeit für mich?“ In ihrer Nachricht waren zahlreiche Herzsmileys, was für sie ziemlich ungewöhnlich war. Klar, sie verwendete Smileys genauso wie ich, aber meist eher, um zum Beispiel ein Zwinkern darzustellen, damit ich leichter erkannte, wann sie einen Scherz machte.
Ich legte mich auf meinem Bett in eine bequemere Position und wunderte mich, dass Janine direkt wieder fragte, ob wir Zeit verbringen wollten. Erst am Abend sagte sie mir, dass sie tagsüber nichts für die Schule gemacht hatte, weil sie mich einerseits so vermisst und andererseits die Wohnung geputzt hatte, da sie ihrer Mutter helfen und etwas Gutes tun wollte. Melanie war wohl sehr überrascht, als sie gestern von ihrem Treffen zurückkehrte und die geputzte Wohnung vorfand. Ich war in einer Zwickmühle, auch wenn ich Janine natürlich sehen wollte.
„Na klar habe ich Zeit für dich. Du musst mir nur sagen, ab wann ich für dich da sein soll. Hast mich gerade wach gemacht, meine Kleine.“ Es folgte in der Nachricht ein Herz von mir und nach ein paar Minuten, in denen ich auf meinem Bett schon wieder fast eingedöst war, kam die Antwort: „Wenn du möchtest, kannst du ja schon um eins hier bei mir sein. Bis nachher!“ Ich vermutete schon wieder, dass Janine irgendwas mit mir vorhatte. Ich glaubte, dass sie seit unserem Petting nur auf weitere Momente wartete, mit mir erneut intim zu werden zu können. Durch meine Vorsicht in diesen Dingen war ich wohl ein entscheidender Faktor dafür, wann es zum Sex zwischen uns kommen konnte.
Ich schrieb ihr wenige Minuten später aber noch, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen: „Ich bleibe nachher aber nicht so lange, weil ich möchte, dass du noch Zeit für die Schule hast. Ich möchte nämlich nicht, dass wir irgendwann Streit oder so haben, weil du wegen mir nicht mehr so top vorbereitet wie sonst bist.“ – „Du bist süß, Bärchie. Mach dir keinen Kopf, ich habe heute Morgen bereits viel für die Schule gemacht. Immerhin war das etwas Gutes, wenn ich schon nicht schlafen konnte.“ – „Alles klar. Aber sag mir bitte immer ehrlich, wenn du mehr Zeit für dich brauchen solltest.“ – „Mache ich.“ Die Herzen, die wir uns schickten, besiegelten unser Gespräch.
Nach dem Nachrichtenaustausch machte ich mir Frühstück. Währenddessen sagte ich auch Petra Bescheid, dass ich den Tag über mit Janine verbringen wollte, wogegen sie ja nie etwas hatte. Mir kam während des Frühstücks kurz der Gedanke hoch, dass ich mich eigentlich gemein verhielt. Erst wünschte ich mir, dass Petra für mich da war und kaum war sie da, verschwand ich von zu Hause, vor allem, um mit Janine Zeit zu verbringen. Der Unterschied war aber, dass der Tod jetzt nun auch ein paar wenige Tage zurücklag und ich schrittweise zu einer neuen Normalität übergehen konnte. Auch Petra ging es Tag für Tag besser.
Nach meinem Frühstück ging ich in Ruhe in die Dusche und parfümierte mich zudem absichtlich mit dem Duft ein, den Janine so super fand. Zugegeben, ich fand das Parfüm selbst auch echt toll. Als ich soweit fertig und angezogen war, schaute ich in meinem Zimmer noch ein wenig fern und fuhr um halb eins los. Es war draußen
ziemlich düster – dunkle, nach Regen aussehende Wolken zogen über meinem Kopf hinweg und ich wollte so schnell wie möglich bei Janine ankommen, einfach auch deswegen, um dem miserablen Wetter zu entgehen.
Dank der schnellen Busverbindung war ich um zehn vor eins vor Janines Wohnungstür. Als ich klingelte, rief sie laut von irgendwo in der Wohnung: „Bin gleich da!“ Nach ewigen fünf Minuten öffnete sie endlich die Tür. Sie sah echt bezaubernd aus. Sie trug ein türkisfarbenes Top, dazu einen kurzen, leicht gräulichen Rock und war etwas stärker geschminkt – neben der schwarzen Wimperntusche war auch ein wenig blau dabei. Außerdem vernahm ich ihren – im wahrsten Sinne des Wortes – süßen Duft. Ich brachte erst wieder kein Wort heraus, was sie natürlich auch bemerkte. Als wir uns küssten, roch sie meinen Duft und sagte „Du riechst so richtig gut…“, worauf ich ein Kompliment zurückgab: „Und du siehst verdammt ge… gut aus.“ Sie grinste und wusste genau, was ich wieder eigentlich aussprechen wollte.
In ihrer Wohnung angekommen, griff Janine direkt nach meiner Hand und führte mich in ihr Zimmer. Sie öffnete die Tür und ein abgedunkelter Raum kam mir entgegen, der nur von mehreren Kerzen erhellt war. Die Atmosphäre, die ihr Zimmer versprühte, gefiel mir sehr, da es sehr romantisch war. Ein leicht süßlicher Duft hing im Raum – genau der, den Janine auch an sich hatte. Außerdem war sehr ruhige Musik an, die die Entspannung noch verstärken sollte. Das gesamte Szenario gefiel mir wirklich sehr und dann war da noch die eigene Freundin, die sehr verführerisch aussah… Mächtige Reize taten sich in meinem Innern auf.
Janine schloss die Tür hinter sich und sagte recht leise: „Meine Mutter ist nicht zu Hause. Die kommt heute auch erst recht spät am Abend wieder, sie ist noch zu Freunden gefahren.“. Sie lächelte und ich konnte meinen Blick einfach nicht von ihr abwenden. Sie machte mich richtig an. Wir setzten uns auf ihr Bett und redeten ein wenig über alles Mögliche. Es ging dabei weniger um aktuelle Dinge, sondern mehr um die Vergangenheit und um Dinge, die wir toll fanden. Wir schauten uns dabei fast durchgehend in die Augen, sodass mir phasenweise richtig flau im Magen war. Janine verschwand später auf Toilette und ich fragte mich kurz, ob dieser Aufwand jetzt beabsichtigt war. So, wie Janine mir allerdings gegenüber wirkte, wurde mir sofort klar, dass alles bewusst geplant von ihr war. Es war immer noch etwas hell draußen, da benötigten wir keine Kerzen zum Beleuchten des Raumes. Ich verstand von einem Moment auf den anderen: Sie wollte mit mir schlafen!
Ich war, auch wenn ich es eigentlich geahnt hatte, ein wenig erstaunt. Zumindest war ich mit meinem Verhalten nicht gerade der Situation entsprechend. Mein allgemeines Plaudern zerstörte die Situation eher… Daher nahm ich mir vor, zumindest ein Stück weit auf sie zuzugehen. Ich wollte das Petting zulassen, aber – noch – keinen Sex mit ihr haben… Es ging mir einfach noch zu schnell – wobei mein Problem einfach meine Angst vor dem letzten Schritt allgemein war. Ich fand abgesehen davon, dass ich gerne auch mehr Erfahrungen mit dem Petting sammeln wollte, bevor ich mit ihr schlief. Ich glaubte, dass mir das mehr Sicherheit geben konnte, wenn ich mit diesen Situationen vertrauter werden würde.
Janine kam nach wenigen Minuten wieder ins Zimmer und schloss erneut die Tür hinter sich. Sie setzte sich direkt auf meinen Schoß und lächelte mich an. Ich grinste zurück, griff mit meiner rechten Hand unter ihr Top, strich ihr sanft über den Bauch und tätschelte ihren Bauchnabel ein wenig. Sie rutschte von meinem Schoß runter, griff unter meinem Pullover und zog mir diesen aus. Wir zogen uns während einer eher leichten Schmuserei nach und nach aus, bis wir nur noch unsere Unterwäsche trugen. Anschließend gingen unsere Streicheleinheiten erst richtig los. Dieses Mal war allerdings anders, dass wir – scheinbar – nicht zu unserem Höhepunkt kommen wollten. Ich bemerkte nur, dass sie von meinem Penis mehr oder weniger Abstand nahm, weil sie immer drum herum oder an anderen Stellen liebkoste. Ich fragte mich kurz, ob Janine nun ein Petting, Sex oder womöglich gar nichts von all diesen Dingen wollte. Unsere Berührungen waren in jedem Fall sanft und wirklich sehr zärtlich. Sie sah einfach unbeschreiblich gut aus und hatte sich definitiv bewusst Kleidungsstücke angezogen, die ich an ihr toll fand. Auch, wie sie geschminkt war, zog mich total an – ich war erstaunt, dass sie scheinbar exakt wusste, wie sie mich geschminkt noch mehr anmachen konnte.
Die Berührungen machten mir eigentlich schon recht wenig aus. Ich fand es sehr schön, entspannte dabei einfach total und wollte, weil mir Janine unendlich viel bedeutete, ihr genauso die Entspannung bieten. Bei unseren Knutschereien und Berührungen lagen wir zum Teil auf- bzw. nebeneinander, aber wir waren spürbar vorsichtig, es nicht zu wild werden zu lassen. Doch plötzlich, während der recht intensiven, aber zärtlichen Berührungen, zog meine Süße auch meine Unterhose aus, was mich ein wenig verwunderte. Ich befreite sie letztlich recht schnell auch von ihrem BH und ihrem Tanga. Somit waren wir letztlich nackt auf ihrem Bett. Die Streicheleinheiten gingen noch ein wenig weiter. Doch ich sah, dass Janine mir immer näher rückte und mein steifer Penis ihren Intimbereich fast berührte… Sie küsste mich wesentlich wilder. Ihre Berührungen wurden noch ein Stück weiter intensiver und sie machte mich – sogar auch im wahrsten Sinne des Wortes – heiß. Ich wurde für diese Nähe immer offener und es wurde immer hitziger. So gelangte ich wieder an die Schwelle, an der ich bisher mein Gehirn ausschaltete und einfach handelte. Beim letzten Petting dachte ich auch kein Stück mehr nach. Janine hielt mich gemeinerweise genau auf dieser Schwelle fest und ich sorgte im Gegenzug natürlich auch dafür, dass sie noch erregter wurde. Meine Erregtheit äußerte sich anfangs in einer recht winzigen Menge Flüssigkeit, die aus meinem Penis austrat. Janine machte diese mit einem Taschentuch, welches sie direkt griffbereit hatte, einfach selbstverständlich weg. Diese kurze, intensive Berührung meines Penis war so richtig fies und ich sah Janine an, wie sie es genoss, dass sie mich damit ärgern konnte.
Nach einigen Momenten, in denen wir wohl auf fast dem höchsten Niveau, was die Erregung anging, waren, griff Janine mit einer Hand zur Schublade ihres Nachttisches und holte dort etwas heraus, dass ich anfangs nicht erkennen konnte. Ich erkannte es, als sie es mir quasi vor die Nase hielt: Kondome. Um meinen wahren Gedanken, dass ich auf einmal totalen Schiss bekam, nicht zeigen zu müssen, überspielte ich mich selbst mit einem leichten Grinsen und sagte: „Du hast aber auch echt an alles gedacht, Süße.“ – „Das muss ich ja, wenn du es nicht tust.“ Wir schmunzelten und mir wurde bewusst, dass Janine jetzt quasi von mir erwartete, dass ich mit ihr schlief. Meine Erregung reichte dafür locker, allerdings war meine Blockade davor noch zu groß.
Janine flüsterte auf einmal vorsichtig, schon fast ängstlich: „Zieh dir bitte eines drüber, ok?“ – „Ist ok.“ – „Ich fühle mich so einfach wohler. Es ist unser… erstes Mal.“ Sie lächelte und gab mir eines der Kondome. Plötzlich stellte ich fest: Ich wusste gar nicht mehr so richtig, wie man das Ding genau drüberziehen musste und gerade, als ich es sagen wollte und Janine meinen peinlichen Patzer bemerkte, hörte ich aus der Wohnung ein relativ lautes, deutliches Geräusch, da ihr Zimmer sehr nah zur Wohnungstür gelegen war. Ich fragte Janine leise: „Hast du das auch gehört?“ Sie schaute ziemlich verdutzt: „Was ist denn?“ – „Da war irgendwas.“ Plötzlich hörten wir eine Stimme: „Janine, ich bin wieder zu Hause!“ Melanie!
Die Situation, in der Melanie uns vorgefunden hätte, war mehr als eindeutig und ehrlich gesagt wollte ich nicht, dass das passiert, sodass ich mich schlagartig aufrichtete. Das – noch in Hülle verpackte – Kondom lag zwischen Janine und mir und ich flüsterte extrem leise: „Wir sollten uns schnell anziehen!“ Ich griff mir bereits meine Anziehsachen und zog mich schnellstmöglich an. Nach weniger als einer halben Minute war ich fertig und Janine hatte zumindest bereits ihre Unterwäsche an bzw. war dabei, ihre Jeans drüber zu ziehen. Als sie das geschafft hatte, fragte Melanie plötzlich von außen: „Habt ihr zufällig Hunger?“ Mir fiel in diesem Moment ein wichtiges Detail auf: Da Janine wohl nicht damit rechnete, dass wir so spontan ihre Mutter wieder hier in der Wohnung haben würden, hatte sie ihre Zimmertür ausnahmsweise nicht abgeschlossen. Ich wollte mir nicht ausmalen, wie peinlich der Moment werden würde, wenn Melanie jetzt die Tür geöffnet hätte, sodass ich mich direkt hinter der Tür positionierte, um diese mit Gegendrücken zuzuhalten, falls sie das machen würde. Das hatte sie aber in all der Zeit noch nie gemacht und sie wollte unsere Privatsphäre respektieren, wie man es eben erwartete.
Janine rief ihrer Mutter durch die Tür zu: „Weiß nicht so richtig.“ Sie zog sich ihr Oberteil an und war fertig. Insgeheim musste ich zugeben, dass ich ein bisschen dankbar war, dass Melanie uns unterbrochen hatte. Ich war einfach darüber froh, weil meine Angst weiterhin viel zu groß war… Doch erlangte ich auch die Einsicht, dass mir Janine wahrscheinlich über alle Sorgen und Pannen hinweghelfen würde, weil sie einfach viel reifer in dieser Hinsicht war. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass sie selbst mit diesem Moment ein bisschen zu kämpfen hatte und Überwindung aufbringen musste.
Janine ging nach draußen zu Melanie und lehnte die Tür hinter sich nur ran, sodass ich mitbekam, was die beiden miteinander besprachen. Janine sagte leicht aufgebracht: „Ich dachte, du wolltest erst heute Abend wieder kommen?!“ – „Ach, na ja, ich habe mich halt doch umentschieden. Ich hatte keine so richtige Lust, allzu lange bei meinen Freunden zu bleiben, irgendwie war die Lage bei ihnen total angespannt.“ Darauf musste ich grinsen, weil ich dachte: „Hier war auch eine verdammt angespannte Situation.“ Janine fragte: „Bist du jetzt die ganze Zeit hier oder… gehst du noch irgendwo hin?“ – „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du mich loswerden willst.“ – „Nein, ich wollte einfach nur Bescheid wissen. Nebenbei, Marc ist ja auch da, das hatte ich dir ja schon gesagt vorhin.“ – „Ich weiß, ich weiß… Tag, Marc!“, rief sie mir ins Zimmer, worauf ich aus der Tür trat und Melanie begrüßte. Melanie hatte erheblich zu viel Essen beim Restaurant in der Nähe gekauft, sodass genügend für Janine und ich uns übrigblieb. Janine und ich nahmen das Essen mit in ihr Zimmer, weil Melanie vermutlich ahnte, dass Janine und ich eher unter uns bleiben wollten.
Als Janine in ihrem Zimmer wieder die Tür verschloss, meinte sie leise: „Das tut mir leid. Ich habe selbst damit nicht gerechnet, dass sie einfach wieder nach Hause kommt.“ – „Ach, na ja, mach dir nichts daraus. Es war ja wieder typisch, dass so was passieren musste.“ – „Aber trotzdem, das ärgert mich total.“ Ich sagte in dem Moment weiter nichts, weil ich mich auch nicht verplappern und sagen wollte, dass ich eigentlich über diese Störung im Endeffekt froh war. Als ich Janine während unseres Essens näher anschaute, fiel mir auf, dass ihre Haare recht verwuschelt waren, ihre Schminke saß auch nicht mehr ganz perfekt, das fiel hingegen aber kaum auf. Das Offensichtlichste war aber, dass sie ihr Oberteil in der Hektik verkehrtherum angezogen hatte. Das war uns aber so schnell nicht aufgefallen, Melanie sagte aber auch nichts dazu… Entweder ahnte sie, was hier gerade beinah passiert war und sagte einfach nichts oder peilte das einfach selbst nicht. „Schau, dein Oberteil…“ – „Was ist da… oh.“ Sie drehte ihr Oberteil richtig herum und schaute danach peinlich berührt zu mir. „Meinst du, sie hat es bemerkt?“, fragte mich Janine. „Ich weiß nicht, ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, weil man da schon zwei Mal hinschauen muss, um das wirklich zu sehen, dass das falsch herum ist.“ – „Ich hoffe es.“ Wir grinsten – es war einfach so klar, dass das heute schief gehen musste.
Ich bemerkte, dass das noch eingepackte Kondom auf ihrem Bett lag, sodass ich es in die Schublade ihres Nachttisches tat. Ich konnte es mir dabei nicht nehmen lassen, für einen Augenblick hineinzuschauen, was sie dort noch so liegen hatte. Aber für den Fall hatte sie vermutlich vorgesorgt: Bis auf Taschentücher fand ich nur Gleitgel in ihrer Schublade. Soweit hatte ich bisher noch gar nicht gedacht, aber, als ich es dort liegen sah, ergab das für mich schon Sinn. Da sie mir ja sagte, dass sie sich auch schon selbst befriedigt hatte, war das schon denkbar, dass sie das dafür verwendete. In mir ging ein kurzes, kleines Kopfkino los, weil ich mich schon fragte, wie das wohl bei ihr vonstattenging… War es so ähnlich wie unsere gemeinsame Erfahrung in der Wanne?
Nach dem Essen legten wir uns auf ihr Bett und entspannten nebeneinander, wobei die Berührungen natürlich nicht ausblieben. Allerdings war es doch sehr zurückhaltend, weil wir wahrscheinlich befürchteten, dass ihre Mutter nochmals dazwischen platzen konnte. Um kurz vor acht machte ich Janine deutlich, dass ich losgehen sollte. Wir verabschiedeten uns mit einem langen Zungenkuss, der uns schon wieder so anmachte, dass ich spürte, wie wir sehr schnell in eine leichte Schmuserei übergingen. Sie brach diese ab und meinte leise: „Los, geh schon, sonst…“ – „… kann ich für nichts mehr garantieren.“ Sie schaute mich mit großen Augen an und küsste mich ein letztes Mal. Ich fuhr sexuell unheimlich erregt nach Hause. Das war nicht besonders angenehm…
Während dieser Rückfahrt ging mir der letzte Kuss und die Szene, bevor Melanie auftauchte, nicht aus dem Kopf… Für mich war die Situation außerdem so neu, ein Kondom über den Penis ziehen zu müssen und überhaupt mit Janine schlafen zu können… Die Welt war insgesamt irgendwie komisch. Ich war immer wieder verdutzt davon, wie sehr man sich von seinem kopflastigen Denken verabschieden konnte. Eigentlich empfand ich es als gruselig, so die Kontrolle aufzugeben, gleichzeitig lernte ich durch Janine aber auch, wie toll diese Gefühle waren. Ich spürte, wie die gemeinsame sexuelle Zeit mit Janine für geistige und körperliche Erholung sorgte, selbst wenn wir uns jetzt nicht bis zum Orgasmus brachten.
In der darauffolgenden Nacht suchte mich wieder Oma heim, sodass ich davon aufwachte. Aber meine Gedanken an ihr wurden nach und nach weniger. Am schlimmsten würde es für mich bei der Beerdigung werden und ich wusste, dass ich Janine in dieser Zeit dort sehr brauchen würde.
Morgens, als ich aufstand, war wieder alles so, wie es sonst war. Am Bahnhof bei mir wartete ich wieder auf Janine, die pünktlich wie immer ankam. Sie begrüßte mich mit einer festen Umarmung, wodurch ich sofort merkte, dass sie total gute Laune hatte. Als ich sie fragte, woran das lag, wollte sie mir dies aber nicht verraten. Sie meinte nur, dass nichts sei. Aber ich wusste genau: Es lag hundertprozentig an dem letzten Tag. Ich kannte sie mittlerweile so gut, dass ich genau erkannte, wenn sie überschwänglich war. Gegen Ende von Janines Schultag sah ich sie kurz und sie sagte auch, als ich sie auf ihre gute Laune nochmals ansprach: „Es läuft derzeit alles wie am Schnürchen bei mir: Meine Schule läuft so gut wie nie, ich komme mit meiner Mutter ohne Streitigkeiten zurecht und ich habe dich.“ Wir küssten uns und ich spürte, dass sie mich mit ihrer guten Laune regelrecht ansteckte.
Als ich spät nachmittags nach meinem heftigen Schultag wieder zu Hause war, dachte ich wie fast täglich über Janine und mich nach. Unsere Beziehung war nun richtig intensiv geworden und ich bemerkte, dass ich wirklich große Lust auf Sex mit ihr bekam. Die Reize, die in meinem Innern waren, wurden so stark, dass meine Blockade, mit Janine noch nicht zu schlafen, langsam brach. Mir wurde bewusst, dass ich den Zeitpunkt, mit ihr zu schlafen, nun nicht mehr wirklich bestimmen konnte. Klar musste es auch von meiner Seite aus kommen, aber ich hätte faktisch mit ihr geschlafen, sofern ihre Mutter nicht dazwischengekommen wäre. Ich wusste, wenn Janine mich wieder verführen würde, dass ich es erneut nicht abblocken könnte. Mein Plan war, sie noch ein paar Tage hinzuhalten und eventuell mein erstes Mal mit ihr bei mir zu Hause zu haben. Dafür musste ich nur schauen, dass Petra nach Möglichkeit nicht da sein würde, was aktuell durch ihre Krankschreibung erschwert wurde. Auch für den Fall, dass wir keine sturmfreie Wohnung bei einem von uns beiden bekommen sollten, fühlte ich mich etwas wohler damit, wenn wir das erste Mal bei mir haben würden. Das hatte nichts damit zu tun, dass es meine vertraute Umgebung war, sondern damit, dass ich wusste, dass unsere Wände in unserer Wohnung einfach dicker waren, sodass man selbst im direkten Nebenzimmer nur sehr wenig bis gar nichts davon mitbekam, was gerade passierte. Zudem wollte ich vorher auch noch mit Tim ein ausführlicheres Gespräch führen, weil ich ihn einfach um Rat fragen wollte.
Noch an diesem Nachmittag rief ich Tim an: „Hey, ich bin es.“ – „Hi. Was ist los?“ – „Hast du morgen Nachmittag für ein oder zwei Stunden Zeit?“ – „Ja, schon. Wieso?“ – „Na ja, ich müsste ein paar Dinge mit dir besprechen… Das will ich jetzt ungern hier machen. Petra rennt hier durch die Wohnung und könnte mithören.“ – „Ok. Lass mich raten, es hat was mit Janine zu tun?“ – „Ja, du hast Recht.“ – „Hast du schon wieder was angestellt?“ Er war es mittlerweile einfach gewohnt, mich das zu fragen, ich konnte es ihm anscheinend nicht austreiben. „Nein, es ist… was garantiert Positives.“ – „Aha?“ – „Ja, also sehen wir uns morgen. Wollen wir Billard spielen gehen? Da können wir quatschen.“ – „Klingt super. Sagen wir so um 16 Uhr?“ – „Geht klar.“ – „Bis morgen!“ – „Ja, bis morgen.“
An diesem Nachmittag telefonierte ich auch mit Janine. Dabei ging es vor allem darum, dass wir ausmachten, dass sie am Donnerstag bei uns übernachtete. Ich freute mich darauf natürlich, rechnete aber jederzeit damit, dass es zu unserem ersten Mal kommen konnte. Über was ich mit Janine tatsächlich bisher noch nie gesprochen hatte, war die Frage, ob sie sich Sex überhaupt vorstellen konnte, wenn sie wusste, dass in einem der Nebenzimmer entweder Petra oder Melanie waren. Ich war mir da selbst nicht so sicher, wie ich dazu stehen sollte. Einerseits war es mir echt egal, weil ich durch Janine lockerer wurde, zumal Melanie und Petra natürlich wussten, wozu es zwischen Janine und mir kommen konnte. Andererseits wusste ich aber, dass es mir peinlich sein würde, wenn man uns womöglich ansah, dass wir vor kurzem miteinander geschlafen hatten. In diesen Dingen fehlte mir einfach noch die Erfahrung.
Nach dem Telefongespräch ging ich für Petra freiwillig einen kleinen Einkauf erledigen. Was sie nicht wusste, war, dass ich einen ganz bestimmten Grund hatte, ins Zentrum zu gehen. Ich kaufte mir in der Drogerie eine Packung Kondome, weil ich vorhatte, mich auf das erste Mal mit Janine vorzubereiten. Ich wollte im Vorfeld zumindest ausprobieren, wie man sich das Kondom überzog. Ich hatte zwar genügende Bilder und Videos dazu gesehen, aber es selbst nie ausprobiert, was mir bei dem gescheiterten Versuch mit Janine ziemlich peinlich auf die Füße fiel. Janine hatte definitiv bemerkt, dass ich mit dem Kondom überfordert war. Ich war ihr aber dankbar, dass sie – wie immer – mich nicht ausgelacht, verurteilt oder dergleichen hatte, sondern einfach erwachsen damit umging, dass wir eben unerfahren waren.
Am nächsten Tag traf ich mich mit Tim zum Billard. Er fragte mich: „Über was willst du denn reden?“ – „Es geht um Janine und mich.“ – „Das hast du ja gestern schon gesagt.“ – „Na ja, Janine und ich hätten fast miteinander geschlafen.“ – „Was? Ehrlich?“ – „Ja, es wäre wahrscheinlich dazu gekommen, wenn ihre Mutter nicht dazwischen geplatzt wäre.“ – „Ach du Scheiße… Ich verstehe. Ist sie richtig dazwischen geplatzt?“ – „Nein, Gott sei Dank nicht. Wir mussten aufhören, weil ihre Mutter nach Hause kam. Sie hatte netterweise extra sogar Essen für uns mitgebracht. Irgendwie war sie wohl bei Freunden, aber da war die Stimmung wohl kacke und deswegen kam sie viel früher als gedacht wieder nach Hause.“ – „Meinst du, ihre Mutter hat was geahnt?“ – „Ich bin mir da ziemlich sicher, dass sie sich ungefähr vorstellen kann, was Sache ist.“ – „Na ja, aber das ist klar, dass Eltern sich das irgendwann denken können. Aber war es diese Sache, die du gestern angedeutet hast?“ – „Na ja, mehr oder weniger. Bis jetzt war es so, dass ich noch nicht mit ihr schlafen wollte, aber ich glaube, das ändert sich in diesen Tagen… Ich will langsam auch mit ihr schlafen. Sie und ich sind nun so richtig intim miteinander. Sie zieht mich einfach total an. Ich kann es mir bloß nicht vorstellen, dass ich da wirklich in ihr… Irgendwie kann ich das alles noch nicht so richtig glauben. Aber meine Reize sind so groß, dass ich das auf jeden Fall mittlerweile will.“ – „Aber es ist Realität. Gewöhne dich daran, denn in vielen Beziehungen ist Sex auf jeden Fall ein Bestandteil der Beziehung.“ – „Ja, ich weiß. Zumindest – ich kann mir den Ablauf gar nicht richtig vorstellen… Irgendwie… ich weiß nicht.“ – „Weißt du, da kann ich dir kaum Rat geben. Bei jedem Paar ist das anders. Aber du wirst doch wohl wissen, um was beim Sex geht, ne?“ – „Ja, na klar weiß ich das. Janine und ich hatten ja nun auch schon unseren Spaß, ohne, dass wir miteinander Sex hatten.“ – „Na siehst du… Der letzte Schritt ist doch gar nicht so weit. Beim Sex ist das Ziel ja kaum ein anderes.“ – „Ja, du hast ja Recht. Ich habe – ganz ehrlich – vor, mit ihr zu schlafen. Aber ich will das alles gut vorher planen.“ – „Na ja, so wirklich viel kann man da nicht planen.“ – „Ich will zumindest dafür sorgen, dass vielleicht Petra aus dem Haus ist und mir wäre es lieber, wenn wir bei mir intim werden könnten. Außerdem: Kondome brauche ich doch nun auch, die muss ich mir in Zukunft wohl regelmäßiger kaufen.“ – „Wie war es denn, als ihr schon fast miteinander geschlafen hättet? Hattest du da gar kein Kondom?“ – „Nicht direkt, sie hatte vorgesorgt.“ – „Ach so, also hat sie dich versucht, herumzubekommen?“ – „So war es, ja.“ – „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es interessant finde, euch so zu beobachten. Zwischen Anna und mir lief das zwar ganz anders, aber vergleichen kann man trotzdem schon ein bisschen.“ – „Hattest du denn Schiss davor?“ – „Na ja, jeder macht sich ein paar Gedanken, bevor es dazu kommt, aber so schlimm war das bei mir nicht. Ich habe auch bemerkt, dass das eine sehr schöne Sache ist.“ – „Mittlerweile kann ich das ja nachvollziehen. Wenn ich mit Janine richtig wild herumschmuse, bemerke ich schon, wie heftig wir darauf abgehen.“ – „Siehst du, mach dir keinen Kopf. Das wird schon. Du hattest auch früher bei den einfacheren Sachen solche Sorgen, jetzt machen dir die auch alle keine Schwierigkeiten mehr.“ – „Da hast du Recht… Danke.“ Erst nach diesem Gesprächsabschnitt fingen wir mit dem eigentlichen Billardspiel an. Als ich an diesem Abend wieder zu Hause war, schlief Petra erstaunlich früh bereits wieder und ich nutzte in meinem Zimmer die Gunst der Stunde, um ein wenig dazu lernen zu können. Ich schaute mir die Fotos, die ich von Janine hatte, an und konnte mich daran ziemlich schnell erregen, weil diese Fotos von ihr zum Teil ziemlich freizügig und sexy waren. Als mein Penis steif war, nahm ich eines der Kondome und zog es mir drüber. Das Gefühl in diesem Kondom war ein wenig komisch und gewöhnungsbedürftig, aber es war nicht schlimm. Vor allem – mir fiel es nicht schwer, das Kondom überzuziehen.
Am Donnerstag kam Janine wie abgemacht gegen späteren Nachmittag zu mir. Sie war kaum geschminkt, wie schon den Schultag über. Wir hatten unsere Hausaufgaben bereits erledigt, sodass wir auf meinem Bett entspannt herumlümmelten und uns wieder ein paar lustige Videos reinzogen, über die wir herzhaft lachen mussten. Plötzlich klopfte es an meiner Tür und Petra kam kurz rein: „Ich gehe los, bin morgen vermutlich wieder da.“ Ich schaute sie ganz erstaunt an. „Du gehst noch weg? Gehst du zur Arbeit?“ – „Nein, Großer, keine Sorge. Es gibt da doch einen Mann, mit dem ich meine Zeit verbringe…“ Sie grinste fast genauso diebisch, wie Janine das manchmal machte. „Oh – wie, was, warum? Jetzt bin ich neugierig!“ – „Hast du das etwa vergessen? Ich habe dir das schon vor ein paar Monaten erzählt.“ Ich grübelte lange, bis mir einfiel, dass sie mir das tatsächlich schon erzählt hatte. Ich konnte mich sogar auch noch daran erinnern, dass ich bereits damals mehr über ihren Partner erfahren wollte, aber irgendwie war in den letzten Monaten so viel passiert, dass das bei mir in den Hintergrund rückte. Petra und ich sprachen seitdem nie wieder darüber. Sie riss mich aus meinen Gedanken raus: „Soll ich dir sogar noch sagen, wann genau ich dir davon erzählt habe?“ Sie grinste breit und ich schaute sie fragend an. Janine war auch neugierig, das sah ich aus dem Augenwinkel. „Ich habe dir davon erzählt, als du mich darum gebeten hast, ob du die Wohnung für zwei Nächte haben kannst… Das waren ganz besondere Tage, in denen du die Wohnung haben wolltest.“ Sie schmunzelte und steckte mich damit an, weil ich verstand: Das waren die Tage, an deren Ende ich Janine sagte, dass ich wirklich mit ihr zusammen sein wollte. Janine verstand aber auch und sagte ein langgezogenes: „Aaaaah!“ Daraufhin mussten wir alle drei lachen und ich sagte, während ich zu Janine schaute: „Ja, du kannst dich bei ihr bedanken, dass wir nun zusammen sind.“ Janine boxte mich daraufhin leicht und schmunzelte, Petra schloss sich mit dem Schmunzeln an. „Das klingt ja fast, als wärest du sehr frustriert darüber, dass ich die beiden Nächte wirklich weggeblieben bin.“ Wir alle schmunzelten und ich meinte: „Nein, natürlich nicht, ich war total froh, dass das so geklappt hat.“ Ich legte meine Hand auf Janines und wir verschränkten unsere Finger, während wir uns anlächelten.
„Das erkläre ich dir alles mit der Zeit. Ich habe in den letzten Monaten nicht so sehr viel Zeit mit ihm verbracht. Ich wollte dich nicht überfordern, nachdem die letzten Monate schon nicht so leicht für dich und uns waren. Aber ist das wirklich ok für dich, wenn ich heute gehe? Du weißt, warum.“ – „Ja, mach ruhig. Und…“ Sie schaute rätselnd. „Ich fühle mich richtig schlecht, wenn du mir immer ausführlich sagst, wo du wann hingehst und so. Das musst du nicht machen, das möchte ich auch gar nicht. Du sollst auch ruhig deine Privatsphäre und so haben.“ – „Großer, dir kurz zu sagen, wenn ich nicht da bin, ist doch das Mindeste. Das machst du doch mit mir auch, damit ich einfach weiß, dass alles mit dir ok ist, wenn du gerade nicht da bist. Aber ich verstehe schon, was du meinst. Mach dir keinen Kopf, das ist schon alles ok. Wenn du möchtest, erzähle ich dir am Wochenende mehr von dem Mann, den ich aktuell so toll finde.“ – „Klingt gut! Aber wir sprechen dieses Mal wirklich darüber!“ Wir schmunzelten. „Wenn du noch den Nerv hast, könntest du heute noch ein paar kleine Dinge einkaufen gehen? Ich weiß, ich habe dich erst Montag geschickt, aber irgendwie fehlen uns an allen Ecken und Enden aktuell ein paar Dinge. Ich schicke dir gleich eine Liste, hier ist Geld dafür. Dafür brauchen wir am Samstag weniger einkaufen gehen, vielleicht auch gar nicht.“ Sie legte mir Geld auf meinen Schreibtisch und ich sagte: „Geht klar, ich gehe gleich noch los.“ Sie winkte uns zu, ging aus meinem Zimmer und aus der Wohnung. Ich war echt perplex, wie Petra bei all ihrer Arbeit und ihrer Anwesenheit zu Hause für mich die Zeit gefunden hatte, einen Mann kennenzulernen. Gleichzeitig gönnte ich ihr das aber total, weil ich wollte, dass sie ein möglichst glückliches Leben hatte, obwohl sie halt für mich da war und mit mir zusammenlebte. Ich war wirklich gespannt, was sie mir da noch erzählen würde. „Mich freut das total für sie!“, sagte Janine zu mir, während ich sah, dass ihr leichtes Lipgloss ganz leicht funkelte. „Mich auch. Ich bin echt gespannt. Damit habe ich jetzt gar nicht gerechnet.“ Plötzlich war ziemliche Stille im Raum, die richtig lange anhielt. Ohne Vorwarnung brachen wir in ein Lachen aus, weil wir vermutlich ähnliche Gedanken hatten. Meine Süße machte bereits wieder verräterische Berührungen an meinem Körper, so strich sie mir an den Oberschenkeln lang und küsste mich ganz zaghaft.
Ich ging auf ihre Küsse ein und streichelte sie auch unheimlich sanft. Allerdings war ich mir nun selbst nicht im Klaren, was ich eigentlich wollte. Einerseits hatte ich bereits Lust, an diesem Tag mit ihr zu schlafen, sie zog mich extrem an… Andererseits war ich total unvorbereitet darauf, also geistig wie körperlich. Ich hätte mich wesentlich wohler gefühlt, wenn ich vorher duschen gegangen wäre. Selbst wenn ich am Morgen bereits geduscht hatte, war ich nach der Schule meist recht durchgeschwitzt und roch demnach auch nicht mehr all zu frisch. Das wollte ich Janine auch nicht gerade antun… Es war ein Kampf mit meinem Empfinden.
Nach fünf Minuten, in denen wir uns zaghaft küssten und ich fast schon dabei war, mich Janine völlig hinzugeben, meinte ich, um – erst mal – die Situation zu unterbrechen: „Was hältst du davon, wenn ich schnell zum Einkauf gehe, du hier wartest und dich bequem machst. Du kennst dich ja aus.“ – „Hm, das ist natürlich eine Idee, das finde ich gut. Beeil dich, Bärchie und vergiss nichts…“ Ich bemerkte schon, dass sie anders als sonst war. Mein Entschluss stand fest, wie ich mich an diesem Tag verhalten wollte.
Ich zog mir meine Schuhe an, küsste Janine, die mit in den Flur gekommen war und ging los. Mein erster Teil des Planes, dass Janine nicht mit zum Supermarkt kam, ging glücklicherweise auf. Ich konnte mich einfach nicht mehr daran erinnern, wo ich die verbliebenen Kondome vom Tag zuvor hingelegt hatte. Da ich nicht danach suchen und damit eventuell die Situation zwischen ihr und mir zerstören wollte, wenn wir gerade so erregt waren, entschloss ich mich, nochmals eine Packung Kondome beim Supermarkt zu kaufen. So hatte ich halt einen etwas größeren Vorrat für die nächsten Wochen und Monate – schlimm war das ja nicht.
Ich war nach einer halben Stunde wieder vor der Haustür. Ich schloss unten auf, stand vor der Wohnungstür und atmete noch einmal tief durch. Das, was im Laufe der nächsten Stunden wahrscheinlich folgen würde, kostete mich enorme Überwindung. Mit einem gewaltigen Nervenflattern schloss ich die Wohnungstür auf.
Als ich in die Wohnung trat, war sie fast komplett dunkel. Janine kam nicht in den Flur, was mich fast etwas überraschte. Ich räumte zügig meinen Einkauf weg, steckte mir zwei Kondome in meine hintere Hosentasche und ging langsamen Schrittes in das Wohnzimmer. Ich sah von dort aus mehrere kleine Lichtkegel aus dem zweiten Flur kommen, der das Wohnzimmer mit den weiteren kleineren Zimmern verband, weil Janine dort mehrere Teelichter auf unsere Kommode gestellt hatte. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass Janine tatsächlich die Teelichter, die sie bei der Badewannenüberraschung verwendet hatte, hier bunkerte. Ihr Fach, was ich ihr in einem meiner Schränke freigemacht hatte, platzte doch schon aus allen Nähten…
Ich folgte den Kerzen bis zu meinem Zimmer und sah, dass meine Zimmertür nur angelehnt war. Ich klopfte leise an, schob die Tür auf und sah Janine, die gerade ihr Smartphone weglegte und im Schneidersitz auf meinem Bett saß. Sie hatte sich, wie ich feststellte, ihre Schlafsachen angezogen. Warum sie dies jetzt schon tat, war mir schleierhaft. Meine einzige Vermutung war die, dass es wohl einfacher für sie bzw. mich war, diese Kleidungsstücke auszuziehen. Da sie in dem gebündelten Licht der Kerzen saß, die sie in meinem Zimmer verteilt hatte, bemerkte ich, dass sie sich außerdem ein wenig mehr geschminkt hatte, als sie es noch vor meinem Einkauf war. Sie gefiel mir wieder total und meine Reize sorgten für ein gewaltiges Kribbeln in meinem Innern.
Ich stand wohl an der Tür wie festgefroren, weil ich in meinen Gedanken vertieft war, sodass Janine zu mir meinte: „Na komm schon herein… Ich bring nur schnell die Kerzen in dein Zimmer.“ Ich ging die letzten zwei Schritte ins Zimmer und nahm wieder diesen süßlichen Duft wahr, den sie bereits am letzten Sonntag trug. Es hatte einerseits etwas Blumiges, sodass der Duft frisch wirkte, andererseits auch einen recht kräftigen fruchtigen Teil, der einfach markant war.
Als sie wieder in mein Zimmer kam, saß ich auf dem Bett und schaute ihr zu, wie sie die Kerzen aus dem Flur in meinem Zimmer verteilte. Danach kam sie zu mir, setzte sich neben mich und sagte ziemlich leise: „Du warst echt schnell mit dem Einkauf.“ – „Ja, ich habe nicht lange gebraucht, die Kassen waren ziemlich leer.“ – „Hast du auch wirklich an alles gedacht?“ – „Ich denke schon… Wir haben eine ganze Menge hier, sodass ich nicht viel kaufen brauchte. Ich war verwundert, dass ich jetzt noch einkaufen gehen sollte, weil das bis Samstag locker noch gereicht hätte.“ Es folgten einige stille Momente, in denen wir uns einfach nur intensiv anschauten. Hatte Janine sonst eher einen sehr milden, freundlichen, aufmerksamen Blick, konnte ich in ihren Augen und ihrem Gesicht dieses Mal die Leidenschaft herauslesen. Mir war in den letzten Monaten mehrfach aufgefallen, wie sich ihr Blick veränderte, wenn wir beispielsweise intensiv miteinander herumgeschmusten. Ihre Pupillen waren meist ein ganzes Stück größer und das Freundliche, das ihre Augen besaßen, verschwand temporär. Als ich sie in der Badewanne befriedigte, hatte sie direkt danach, als ich ihr wieder in die Augen schauten konnte, auch etwas Wildes in ihrem Blick.
„Leg dich auf den Bauch… und komm her.“ Sie entledigte mich von meinem Pullover, sodass ich mit freiem Oberkörper vor ihr saß. „Zumindest kannst du mir heute nicht den Vorwurf machen, dass ich wieder extra ein Oberteil angezogen hätte.“ Ich versuchte, auch wegen meiner eigenen Nervosität, Humor in die Situation zu bringen, was sie und ich oft in unseren Annäherungen hatten. Dabei war ich nicht der Einzige, der solche Späße machte, einige Mal lockerte sie damit auch die Situationen auf. Janine sagte daraufhin aber relativ leise: „Nicht jetzt, Bärchie.“ Ich war ein bisschen verwundert, dass sie den Humor zunichtemachte, aber gleichzeitig spürte ich, dass Janine das Risiko mindern wollte, die Situation mit schlechtem Humor oder irgendwelchem Quatsch zu zerstören. In dieser Form kannte ich sie nicht so wirklich. Sie war vergleichsweise ernst, ohne aber streng oder dergleichen zu sein. Sie wirkte vor allem zielstrebig. Ich legte mich auf den Bauch, während Janine seitlich von mir saß und mir ganz leise direkt ins Ohr flüsterte: „Entspann dich, Schatz.“ Ich wusste, auf was Janine hinauswollte – ich wusste nur nicht, wie sie vorgehen wollte. Ich spürte mit diesem Beginn auch direkt, dass Janine das Tempo vorgab. Für das mögliche erste Mal, das wir nun haben würden, war ich ihr daher sehr dankbar, dass sie das Tempo vorgab. Sie wusste, wie unsicher ich auch weiterhin im Innern war.
Sie war mit ihrer Massage total sanft und es steckte selten Kraft dahinter. Vielfach strich sie mir auch nur mit einem oder mehreren Fingern über den Rücken, sodass meine Anspannung, die schon groß war, nur noch größer wurde. Ich spürte, dass ich Gänsehaut auf dem Rücken bekam und sogar mehrere Schübe hatte, aber Janine ließ selbst dies unkommentiert, während sie sonst darüber meist schmunzelte. Wir hatten lange Phasen, in denen wir nichts sagten. Diese absolute Stille war richtig ungewohnt, weil wir im normalen Alltag in den Phasen, in denen wir nichts sagten, trotzdem immer irgendwelche Lautstärke hatten, sei es durch Fernseher, Smartphone oder Ähnlichem.
Während ich da unter ihr lag, war es sehr, sehr angenehm. Sie flüsterte plötzlich: „Wie findest du das?“ – „Das ist sehr, sehr schön und du machst das wirklich toll.“ Ich war aufgrund unseres Planes geistig angespannt, aber durch die Massage körperlich sehr entspannt. Es war eine skurrile Mischung. Nach einer Weile sagte ich ihr: „Ich massiere dich auch, wenn du möchtest.“ Sehr leise und zögerlich antwortete sie: „Aber klar.“ Sie zog sich selbst ihr Schlafanzugoberteil und ihren BH aus und legte sich auf den Bauch. Ich sah ihren freien Oberkörper nur sehr kurz, aber spürte einfach wieder, wie sie mich sexuell anzog. Meine Massage war etwas stärker, aber wahrscheinlich genauso zärtlich wie ihre. Janine schmolz auch so richtig dahin und wünschte sich von mir auch, dass ich sie ein wenig stärker massieren sollte und deutete auf eine Stelle, die wohl sehr verspannt war. Durch meine Massage wurde es wohl ihrer Aussage nach ein bisschen besser, was mich wirklich freute.
Janine drehte sich nach einer weiteren Weile auf die Seite und zog mich ebenfalls in den liegenden Zustand. Direkt darauffolgend kam sie mir nah und ich zog sie instinktiv noch viel enger an mich heran, weil mich für einen Moment meine Reize überfielen. „Sorry, Süße.“ – „Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest. Ich liebe das, wenn du das machst. Das bringt mich meist so richtig durcheinander…“ Sie grinste leicht und küsste mich ganz sanft. Sie setzte zudem ihre Zunge vorsichtig ein, worauf ich intensiv einging. Ich spürte bereits während der Küsse, wie sich mein Verstand fast ganz ausschaltete.
Wir küssten uns lange und ich spürte, wie unsere Intensität dabei langsam, aber stetig zunahm. Wir wurden langsam, aber sicher, immer intensiver, bis Janines Hände den Weg zu meinem Oberkörper suchten und fanden. Sie strich mir über den Oberkörper und ich nutzte die Gelegenheit aus, ihre Brüste zu liebkosen. Erst nahm ich vorsichtig ihre Brüste immer wieder in meine Hand, doch, als ich diese nach und nach immer intensiver mit meiner Hand streichelte, wurde Janine immer hitziger. Diesen Moment nutzte ich, sodass ich zu ihrer Hose hinunterging und von außen ihre Vulva streichelte, so gut ich es abschätzen konnte. Janine zuckte dabei intensiv zusammen und stöhnte einmal relativ laut auf, weil sie das vermutlich so überraschte. Sie sagte aber weiterhin nichts, ich schwieg auch, während ich nach und nach ihre Schlafhose und ihren Slip immer weiter nach unten zog, sodass ich über ihre Oberschenkel und ihren Intimbereich streichen konnte. Ich spürte, dass ihr das sehr gefiel, da sie mit ihrem Körper mit den Berührungen mitging und sich vereinzelt sogar regelrecht gegen meine Hand drückte.
Unsere Berührungen und unsere Küsse wurden immer hitziger. Mir gefielen diese ausgedehnten Momente unheimlich gut, weil sie zugleich intensiv und langanhaltend waren. Janine bediente sich plötzlich an meiner Hose, öffnete die Knöpfe während des Küssens sehr geschickt und ich zog meine Jeans herunter, um Janine dabei zu helfen. Die Hose schmiss ich ein Stückchen zur Seite, aber so, dass sie auf dem Bett liegen blieb. Ihre Berührungen gingen runter in meinen Intimbereich, sodass sie meine Unterhose direkt nach unten zog und meinen Penis direkt in ihre Hand nahm. Ich erschauderte in diesem Moment, weil mein Penis schon steif und mein Verlangen nach einem Orgasmus sehr groß war. Als sie noch vereinzelt meinen Penis streichelte, musste ich mich wirklich zurücknehmen… Janine hatte aber auch ein gutes Gefühl dafür, aufzuhören, bevor es jeweils zu viel wurde.
Mein Wunsch, mit ihr zu schlafen, wurde mit jedem Mal, bei dem sie meinen Penis kurz intensiver streichelte, immer größer. Zudem verspürte ich auch immer mehr das Ziel, dass sie genauso ihren Höhepunkt bekommen sollte. Als unsere Erregung fast das Maximum erreicht hatte, hörte ich kurz auf und fragte sie leise: „Bist du dir sicher… dass du das möchtest?“ Sie lächelte mich an und schmuste intensiv mit mir – ich bemerkte, wie wir aufpassten mussten, keinen Orgasmus zu bekommen. Ich bremste sie dabei sogar kurz, damit es mit der Erregung für mich nicht zu viel wurde. Sie fragte: „Hast du Kondome da?“ – „Ja, das habe ich… Ich habe vorhin erst welche gekauft.“ – „Das habe ich mir gedacht.“ Sie lächelte leicht, während ich nach der hinteren Hosentasche griff, aus der ich eines der Kondome herausholte.
Ich riss die Verpackung auf und versuchte, das Kondom über meinen Penis zu ziehen, was mir aus welchen Gründen auch immer nicht richtig gelang. Durch meine Nervosität war ich weit ungeschickter als sonst. Janine half mir mit zittrigen Fingern, woran ich bemerkte, dass diese gesamte Situation für sie auch nicht einfach war…
Es war ein seltsames Gefühl, das Kondom zu tragen, aber solange es sie und mich schützte, war es genau richtig so. Ich schaute sie erneut fragend an und sie drehte sich auf den Rücken… Mir wurde erst dort bewusst, dass wir gar nicht darüber sprachen, in welcher Position ich in sie eindringen sollte. Ich wusste aber, was Janine mit ihrem Liegen auf dem Rücken bezweckte. Mit mächtig Unbehagen durch meine Unerfahrenheit legte ich mich sanft auf sie, stützte meine Arme neben ihrem Oberkörper ab und versuchte, in sie einzudringen.
Im Unterbewusstsein machte ich mir bereits vorher Gedanken um ihr Jungfernhäutchen, weil mir klar war, dass es ihr vor allem beim ersten Mal schmerzen konnte. Beim Petting und wohl auch ihrer Selbstbefriedigung war es bisher nicht gerissen. Doch wusste ich nun auch nicht, wie sanft oder fest ich versuchen sollte, in sie einzudringen, ohne ihr Schmerzen zu bereiten… Bei meinem ersten Versuch schaffte ich es nicht, das Häutchen zu durchstoßen, sodass ich nicht wirklich in sie hineinglitt und einen zweiten Anlauf benötigte.
Bei meinem zweiten Anlauf riss ihr Häutchen und Janine reagierte mit einem hörbaren „Ah…“ darauf, worauf ich mich richtig schlecht fühlte, da ich ihr nun wirklich keine Schmerzen zufügen wollte. In den Momenten danach hörte ich mit meinen Bewegungen auf und schaute Janine intensiv an, die erst nach ein paar Sekunden auf meine Blicke reagierte und leise flüsterte: „Es ist schon in Ordnung… beweg dich.“ Ich fing an, mich zu bewegen, um uns zu erregen.
Ich führte meine Berührungen und Bewegungen ganz sanft fort und spürte, wie ich meinem Höhepunkt Schritt für Schritt näherkam. Wir küssten uns so intensiv, wie ich es kaum bisher kannte. Ich wollte Janine möglichst viel Spaß bereiten und bemühte mich daher darum, meinen Orgasmus hinauszuzögern, was echt schwer war. Allzu lange hielt ich das Zurückhalten nicht durch und ich spürte, wie meine Bewegungen immer stärker wurden. Sie hob ihren Unterleib teilweise leicht an und ging bei meinen Bewegungen richtig im Rhythmus mit. Ich vernahm mehrfach ein leises Stöhnen bei Janine und spürte plötzlich, wie sie sich ohne Vorwarnung an meinem Rücken festkrallte. Ich spürte ihre Fingernägel und es tat erheblich weh, aber ich ignorierte das einfach in diesem Moment. Das lag auch daran, dass ich wenige Sekunden später nach diesem Moment zum Orgasmus kam. Mein Gehirn verabschiedete sich nun endgültig.
Einige Sekunden nach meinem Orgasmus schaute ich Janine an, die völlig weggetreten war. Sie hatte ihre Augen geschlossen und ihr Gesicht sah richtig erschöpft, fast schon schmerzverzerrt aus. Ich bewegte mich noch einige Zeit weiter und wir knutschten weiterhin, auch wenn ich natürlich spürte, dass der Orgasmus meine Lust natürlich nun senkte. Janine stöhnte noch einige Male leise und krallte sich plötzlich ein zweites Mal sehr an meinem Rücken fest, auch das nahm ich einfach hin. Ich hatte aber jetzt schon die starke Vermutung, dass sie einige leicht blutige Kratzer hinterlassen hatte. Während sie sich in meinem Rücken festkrallte, stöhnte sie vergleichsweise laut und gab mir kurz darauf zu verstehen, dass ich meinen Penis nun aus ihrer Scheide ziehen sollte, was ich direkt und vorsichtig tat, da ihre Schmerzen wohl unangenehm wurden. Janine zitterte und war anschließend nicht ansprechbar, sie war völlig weggetreten.
Ich war von ihrer Reaktion erneut verdattert, ließ es mir aber nicht anmerken, da ich auch viel mit mir selbst beschäftigt war. Mir wurde nach wenigen Sekunden bewusst, dass ich das Kondom nun loswerden musste. Ich zog es vorsichtig von meinem Penis ab. Anschließend drehte ich das Kondom zu und legte es auf ein Taschentuch. Mir fiel auf, dass an meinem Penis kleinere Reste von Sperma waren. Daher war meine Reaktion, dass ich ins Bad gehen wollte. Ich flüsterte leise: „Ich bin ganz kurz im Bad, Süße…“ – „Wisch es doch einfach ab. Bleib noch hier.“ Sie hatte mittlerweile wieder ihre Augen geöffnet und ahnen können, was mir durch den Kopf ging. „Ok.“ Janine lächelte, wir küssten und schmusten weiter. Anfangs war unsere Intensität noch immer hoch, aber sie wurde nach und nach immer sanfter, bis es nur noch kleine Zärtlichkeiten und letztlich Kuscheleinheiten waren. Wir schwiegen lange, aber schauten uns viel in die Augen. Ich sah in ihrem Blick, wie glücklich sie war und wie sehr sie innerlich strahlte. Dieses Strahlen in ihren Augen hatte ich schon ein paar Mal gesehen, aber bisher nie so deutlich wie an diesem Abend. Ihre sonst etwas größer wirkenden Pupillen, die sie öfters hatte, wenn wir uns so nahekamen, wirkten mittlerweile wieder völlig normal. Diese pure Leidenschaft, die ich sonst in ihrem Blick herauslesen konnte, war nun eher etwas gewichen, dass ich einige Minuten lang nicht zuordnen konnte, bis es mir schließlich bewusstwurde: Ich sah Liebe in Janines Augen.
Dieser Moment war richtig intim. Janine schlug etwas später vor: „Wollen wir noch gemeinsam baden gehen?“ – „Das ist eine schöne Idee.“ Wir standen auf und ich ließ das Wasser in die Badewanne ein, während Janine die Kerzen ausblies. Janine hatte leichte Schwierigkeiten mit dem Gehen, was mir definitiv nicht entging. Offenbar waren ihre Schmerzen doch etwas stärker… Als die Badewanne gefüllt war, gingen wir hinein und entspannten, indem wir unser erstes Mal mit kleineren Massage- und Streicheleinheiten ausklingen ließen. Auch dabei sprachen wir ziemlich wenig – es ging, wenn überhaupt, nur darum, an welchen Stellen eine Massage gerade besonders guttat. Dass wir uns vor dem Sex bereits massiert hatten, spielte für uns keine Rolle. Janine brauchte diese ausklingenden Zärtlichkeiten, da ich in der Wanne sehr deutlich spürte, wie emotional sie gerade war. Sie war so verletzlich wie wohl nie zuvor und sehnte sich regelrecht nach einem friedlichen und absolut entspannten Abend. Mir ging es sehr ähnlich mit diesem Wunsch.
Nach dem Bad gingen wir wieder in mein Zimmer, wo wir uns direkt schlafen legten. Janine schlief sofort ein, sie war richtig erschöpft. Ich hatte glücklicherweise schon vor unserem ersten Mal daran gedacht, einen Wecker für den nächsten Morgen zu stellen. Als Janine so tief und fest schlief, fiel mir nämlich auf, dass sie selbst keinen Wecker gestellt hatte. Sie war so fertig und müde, dass sie auch nicht mehr dazu in der Lage war, ein Oberteil anzuziehen, weil sie nachts eigentlich gerne immer eines trug.
Erst, als Janine schlief und ich einschlafen wollte, begann mein Nachdenken über diesen Abend. Ich war fasziniert davon, dass ich mich etwas getraut hatte, vor dem ich eigentlich ungeheuren Respekt und irgendwie auch Angst hatte. Ich hatte wirklich mit ihr geschlafen! Obwohl ich ein solch kopflastiger Mensch war, hatte ich mich wirklich auf sie eingelassen und mich meinen Reizen hingegeben, die so stark wurden, dass ich sie nicht mehr unter Kontrolle bekam.
Janine und ich waren nun in der Beziehung an dem Punkt angekommen, an dem sich die meisten Beziehungen befanden. Unser Zusammensein bestand aus Liebe, der allgemeinen Zärtlichkeit, den Berührungen und nun auch aus Sex. Zumindest machte es mich glücklich, dass wir nun diese Nähe zueinander hatten.
Nach dem Sex mit ihr sah ich unseren Akt relativ nüchtern. Ich konnte nicht abstreiten, dass Sex ein Gefühl der absoluten Entspannung erzeugte, aber dennoch musste ich feststellen, dass sie und ich körperliche Nähe haben konnten, ohne, dass wir zwingend miteinander schliefen… Das Petting gab, wenn auch in einer anderen Form, ebenfalls das Gefühl der Entspannung. Zumindest konnte ich das Gerücht bestätigen, dass das erste Mal etwas Besonderes war. Die Situation, die eigenen Gedanken und die eigenen Handlungen führte man zum ersten Mal durch. Selbst, als ich nun mit ihr geschlafen hatte, war es im Nachhinein nicht so, dass meine Ängste bezüglich des Geschlechtsverkehrs wirklich gänzlich verschwunden waren. Dass ich es bereits erlebt hatte, würde es mir zumindest in der Zukunft einfacher machen, da war ich mir zumindest sicher.
Janine war während des Abends völlig anders. So kannte ich sie nicht. Ihr Verhalten, ihre Blicke, ihre Gesten – einfach alles war anders und das war echt komisch, wenn man Janine im normalen Alltag kannte. Diese relativ ernste Aura, die sie währenddessen ausstrahlte, war untypisch für sie. Wobei sie auch währenddessen nicht so ernst wirkte – es war viel mehr, dass sie sich, so glaubte ich, vom Sex nicht abbringen lassen wollte. Mir war das schon einige Male aufgefallen, wie zielstrebig sie in diesen sexuellen Dingen war. Phasenweise war sie vermutlich so intensiv erregt, dass sie gierig wurde und entsprechend immer mehr wollte.
Vor meinem Einschlafen ging mir durch den Kopf, dass ich diesen Abend abhaken und eine Nacht darüber schlafen sollte, um eine bessere Sicht auf dieses gesamte Geschehen zu bekommen. Meine Gedanken waren, wie tatsächlich an diesem Abend geschehen, völlig auf einen Haufen geworfen worden und ich brauchte definitiv Zeit, um all das wieder zu sortieren.
Das war definitiv auch die erste Nacht, in der Janine bis auf ihren Slip nichts trug. Mich störte das nicht, ich wusste aber, wie gerne sie einen Schlafanzug trug, weil sie eben auch eine solche Frostbeule war, dass sie selbst mit Schlafanzug auch gerne unter einer dicken Schlafdecke frieren konnte – selbst, wenn ich nah an sie gekuschelt war!
Mit Klingeln des Weckers sprang ich auf, schaltete ihn mit gerade halb geöffneten Augen aus und sah meine Süße, die ebenfalls langsam wach wurde. Sie streckte sich und sagte: „Ich bin… überhaupt nicht müde!“ Zur Demonstration gähnte sie lautstark, worauf ich grinsen musste. Sie stand auf und küsste mich. Ich schlug vor: „Komm, lass uns was zu essen machen…“ Sie stimmte dem zu und so gingen wir, nachdem wir uns im Bad unsere Gesichter wuschen, in die Küche, wo wir recht entspannt unser Essen vorbereiteten, was wir zum Teil direkt aßen und zum Teil mit in die Schule nahmen. Das alles fand mehr oder minder still statt. Ich sprang in die Dusche, worauf Janine direkt nach mir ins Bad huschte und dort, bis wir losgingen, die Zeit verbrachte.
Auf dem Weg zur Schule gab es das erste richtige Gespräch zwischen uns, obwohl wir an diesem Morgen wieder echt viel Zeit besaßen, da wir ja erst um zehn Uhr den Schulbeginn hatten. Sie leitete das Gespräch folgendermaßen ein: „Weißt du…“ Sie küsste mich. „Ich fand gestern den Abend echt toll.“ Da ich noch nicht so richtig darüber reden und mich mehr oder minder darüber ausschweigen wollte, sagte ich zögerlich: „Das stimmt.“ Es herrschten einige Sekunden Stille und sie meinte: „Stimmt was nicht?“ – „Nein, es ist alles in Ordnung.“ – „Hm, fandest du denn den Abend auch toll, ja?“ – „Der Abend war wirklich… was anderes, ja.“ – „Aber das beantwortet meine Frage nicht.“ – „Ich fand den Abend auch wirklich schön, ja.“ – „Aber ich spüre, dass du trotzdem irgendetwas hast.“ Ich sagte wieder nichts und Janine meinte: „Na los, sag schon. Was ist?“ – „Es ist alles nur so komisch. Das, was da zwischen uns gestern war. Ich kann es noch immer nicht richtig glauben… Eigentlich hatte ich mich selbst immer unter Kontrolle. Ich weiß nicht, aber ich habe überhaupt nicht mehr nachgedacht. Das ist alles total komisch und ich muss das irgendwie alles verstehen.“ – „Hey, mach dir doch nicht solch ein Kopf deswegen. Es ist das Normalste, was es in einer Beziehung gibt. Ich bin wirklich stolz auf dich.“ Ich küsste sie daraufhin kurz.
Momente später setzte sie fort: „Ich habe irgendwie auch nicht damit gerechnet, dass wir doch so schnell miteinander schlafen. Ich war bereit dafür, ja. Aber ich wollte, dass du es auch möchtest. Ich wollte dich nicht überrumpeln. Ich habe echt gedacht, dass du das gestern auch wolltest.“ – „Natürlich wollte ich das auch. Gestern habe ich doch extra die…“ Ich sprach leiser, weil überall drum herum Leute waren: „… Kondome dafür geholt. Ich wusste doch genau, auf was du hinauswolltest.“ – „War es denn so leicht herauszufinden?“ Ich schmunzelte und steckte sie damit an. „Nach dem, was am vergangenen Sonntag bereits fast passiert wäre, musste ich jedes Mal damit rechnen, dass du mit mir schlafen willst, wenn wir unter uns sein konnten.“ – „Da hast du schon Recht, ja. Ich wollte eigentlich vor allem schauen, ob du denn nun dafür bereit wärest oder nicht. Du meintest nur, als du meine Pille entdeckt hattest, wenn es sich andeutet, passiert es. So richtig sicher klangst du aber auch nicht.“ – „Unsicher bin ich auch jetzt noch.“ – „Wie meinst du das?“ – „Ich habe mich zwar gestern komplett überwunden, aber so richtig sicher fühle ich mich damit auch noch nicht. Ich sage ja, ich muss mich selbst verstehen, dann passt das alles auch.“ – „Tut mir leid, dass du so verwirrt wegen unseres schönen Abends gestern bist.“ Ich hörte fast etwas schwarzen Humor heraus, was mir besonders leidtat, weil ich Janine diesen gemeinsamen Abend natürlich überhaupt nicht madig machen wollte.
„Hey, du brauchst dich doch nicht dafür zu entschuldigen!“ Ich küsste sie und flüsterte ihr beim Gehen ins Ohr: „Ich will mich einfach in den nächsten Tagen selbst verstehen. Das wird garantiert so sein, wie es in den letzten Wochen immer war. Ich muss mich daran erst gewöhnen, selbst wenn das jetzt vielleicht übertrieben klingt. Mit den Berührungen hatte ich anfangs auch ein paar Schwierigkeiten.“ – „Du hast Recht. Wir können uns außer am Wochenende oder donnerstags nach der Schule nicht wirklich oft sehen, daher brauchst du keine Sorge haben, dass gleich wieder… was passiert.“ – „Und wenn was passiert-“ Sie ergänzte: „Dann passiert es einfach, ich weiß schon.“ – „Das ist lieb.“ Wir küssten uns nochmals kurz und ich sagte abschließend: „Süße?“ Sie schaute mich neugierig an, hatte aber fast etwas Trauriges in ihrem Blick. „Unser Abend gestern war wirklich richtig toll. Wenn du nicht so verdammt klasse wärst, würde ich niemals meinen Kopf so ausschalten können und niemals so intensiv auf dich reagieren. Du ziehst mich halt nicht nur emotional und intellektuell an, sondern eben auch körperlich. Diese Kombination macht dich einfach so fantastisch… und deswegen bin ich einfach froh, dass ich dich habe und glücklich, dass du mir sogar so viel Vertrauen geschenkt hast, dass du mit mir geschlafen hast.“ Ich sah von einem Moment auf den anderen ein klitzekleines Tränchen in ihrem Auge und sie sagte einfach nur „Wow“. Sie strahlte richtig und ergänzte: „Das war wirklich eine Menge an schönen Komplimenten… Danke.“ Sie küsste mich etwas länger und uns war es einfach egal, dass uns auf dem Bahnsteig der U-Bahn einzelne dabei zuschauten. „Ich wollte einfach nicht, dass du denkst, dass ich unseren Abend doof fand oder so. Ganz im Gegenteil. Du hast dafür gesorgt, dass ich endlich wirklich gut abschalten kann.“ – „Ich werde wohl darauf achten, dass du auch weiterhin deinen Kopf so gut ausschalten kannst.“ Wir grinsten etwas schmutziger. „Es ist alles gut, ich kenne dich ja und weiß, dass du das gar nicht böse meinst, du bist einfach nachdenklicher als ich. Das ist auch etwas, was ich wirklich an dir liebe.“ – „Wirklich? Warum das?“ – „Ich weiß, dass deine Entscheidungen, die du triffst, viel durchdacht worden sind. Du entscheidest wenig aus dem Bauch heraus. Bei unserem Streit damals warst du impulsiv, aber selbst dort habe ich bemerkt, dass du vieles vorher schon durchdacht hattest. Mir war gar nicht klar, dass du halt enttäuscht davon warst, weil ich dich in deinen Augen angelogen hatte, dass ich über Männer noch gar nicht nachgedacht hatte. Als du mir das sagtest, ist mir erst bewusst geworden, wie weit deine Gedankengänge gingen, das hatte ich so weit nicht vermutet.“ – „Stimmt. Aber gut, genug davon. Ich liebe dich. Und ich liebe dich auch für einen solchen Abend wie gestern.“ – „Ich liebe dich auch, wirklich sehr.“ Es folgte ein weiterer langer Kuss und ich fühlte mich einfach wohl in ihrer Nähe.
„Du redest auch weiterhin nicht so gerne über sexuelle Sachen, oder?“ – „Ja, ich versuche einfach, am Anfang allein mit den Sachen klarzukommen.“ – „Hm, aber fändest du es denn nicht besser, wenn wir über solche Dinge reden? Ich möchte dich an etwas erinnern, was wir abgemacht haben: Wenn einem von uns etwas nicht gefällt, sprechen wir darüber. So oder irgendwie in der Art haben wir das damals abgemacht. Bloß, ich weiß manchmal nicht so richtig, wenn dir etwas nicht gefällt. Du hast es zwar immer schlagartig gesagt oder gezeigt, wenn du etwas nicht wolltest, aber in diesen Dingen möchte ich einfach gerne mit dir reden können, um dich voll zu verstehen.“ – „Wenn du es unbedingt möchtest, werde ich auch mit dir über solche Themen reden. Meist reden wir auch irgendwie darüber, wenn wir uns näherkommen, also wird es doch vermutlich nicht so viel anders als sonst. Also, wenn etwas ist, sag ich es dir ja immer, das weißt du ja. Wenn du aber irgendwas Spezielles hören möchtest, sprich mich einfach darauf an, natürlich machen wir das.“ – „Hat es dir geholfen, dass ich dir gestern kurz zugeflüstert habe, was du machen könntest? Zum Beispiel, dass du dich weiterhin bewegen solltest, weil mein Schmerz langsam nachgelassen hat?“ – „Ja, so was hilft mir wirklich sehr. Ich weiß somit, woran ich gerade bei dir bin.“ – „Und ich wollte einfach nicht, dass du direkt nach unserem ersten Mal kurz aus dem Zimmer gehst. Du hast mich noch viel zu sehr angezogen, sodass ich dich nicht gehen lassen konnte. Ich wollte einfach mit dir kuscheln und das noch so richtig genießen, was zwischen uns gestern war.“ – „Das ist mir später auch aufgefallen, wie blöd das war, dass ich raus gehen wollte. Sorry, ich wollte den Moment nicht kaputt machen.“ – „Das hast du nicht. Du bist zu mir gekommen und zusammen baden waren wir ja auch noch. Das war total schön. Fandest du das wirklich schön?“ Die Frage überraschte mich, weil ich eigentlich dachte, mit meiner Aussage von vorhin ihr klar und deutlich gemacht haben zu haben, wie sehr ich trotz meiner Unsicherheit den Abend genossen hatte. Ich knutschte sie richtig intensiv, was dazu führte, dass wir kurz auf dem Gehweg stehen bleiben mussten. „Nicht so intensiv, das ist zwar super und macht mich gerade wieder an, aber wir haben ja gar keine Zeit für uns hier… Die Leute schauen auch schon zu uns.“ – „Reichen diese Küsse als Antwort auf deine Frage?“ – „Ja, auf jeden Fall.“ Sie schmunzelte und ging Hand in Hand mit mir weiter zur Schule. „Ich fand deine Idee mit dem Baden danach total schön. So konnten wir auch danach noch viel Zeit gemeinsam verbringen.“, ergänzte ich. „Hättest du gestern auch mit mir… und so…“ Es lief ein Kursmitglied von uns an uns vorbei und grüßte – er war deutlich schneller als wir unterwegs. „… du weißt schon, wenn Petra nicht gegangen wäre?“ – „Gute Frage, da war ich mir noch nicht so richtig sicher. Vermutlich hätte ich trotzdem mit dir gekuschelt und man hätte spontan gesehen, was vielleicht passiert wäre. Im Prinzip ist es mir auch egal, ob jemand in der Wohnung ist oder nicht, solange wir die Tür abschließen können… Aber ich weiß, dass wir in so einem Fall deutlich ruhiger sein müssen, das wäre mir peinlich, wenn uns einer hört.“ Mit dem zweitletzten Satz hatte sie auch direkt meine nächste mögliche Frage erschlagen. „Du meinst, du musst deutlich ruhiger sein.“, sagte ich zu ihr, um sie zu ärgern. „Ich bin doch nicht laut! Pffff…“ – „Ach, Süße, du bist einfach toll, so, wie du bist.“ Ich grinste, sie versteckt aber auch. Sie schämte sich glatt etwas für meine direkte Aussage – aber hey, sie hatte sich ehrliche Aussagen von mir gewünscht, da musste sie jetzt also durch.
Wir waren direkt vor dem Eingang der Schule, wo sie mich umarmte und uns etwas länger küssten. Im Schulgebäude verzogen wir uns in eine kleinere Ecke und ich fragte leise: „Habe ich gestern eigentlich… na ja, alles richtig gemacht?“ – „Wie meinst du das?“ – „Na ja, ob ich halt alles richtig gemacht habe.“ – „Ich fand, dass du so gewirkt hast, als wüsstest du über das alles genau Bescheid.“ Ich fing an, zu schmunzeln und Janine fragte mich: „Oder habe ich mich da etwa getäuscht?“ – „Ich weiß nicht. Wirklich sehr viel Ahnung hatte ich nicht. Über Verhütung hatte ich mich schon vor einer ganzen Weile informiert, das war wichtig und musste ich einfach wissen.“ – „Der gestrige Abend war einfach toll und ich habe nichts dagegen, wenn wir das bald wieder machen könnten… Dafür wäre eine sturmfreie Wohnung sicherlich viel cooler.“ Sehr nachdenklich sagte ich: „Das stimmt wohl.“ – „Denk nicht darüber so sehr nach und hab einfach deinen Spaß!“, meinte Janine zu mir, was überraschend aus ihrem Munde kam. Ich schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an und sie meinte, fast im Befehlston: „Ich weiß, dass deine Vernunft, deine Rücksicht und dein Charakter wieder bei dir eine Rolle spielen. Vergiss doch einfach alles um dich herum, so wie gestern, da war es nämlich genauso. So gefällst du mir am besten, wenn du einfach abschaltest und so richtig gelassen bist. Ich sehe nämlich, dass du oft gestresst oder total müde bist.“ Ihre plötzlich sehr direkten Worte waren hart, aber… „Du hast absolut Recht.“ Sie kuschelte sich kurz an mich, um mich etwas aufzumuntern.
Ich fragte sie: „Hattest du gestern starke Schmerzen?“ – „Es ging. Im ersten Moment, als du mir die Jungfräulichkeit genommen hast…“ Ich grinste und sie führte fort: „… da tat es echt weh, aber es ging schnell wieder. Ich war nur noch auf dich fixiert und jeglicher Schmerz war wie weggeblasen.“ Aufgrund der Zweideutigkeit mussten wir lachen und ich sagte: „Ich wollte dir natürlich nicht weh tun. Ich fühlte mich so richtig hilflos.“ – „Ach Bärchie, natürlich weiß ich, dass du mir nicht wehtun wolltest. Es war klar, dass es eines Tages passiert. Jetzt ist es passiert und ich bin froh darüber.“ – „Ok, ich bin beruhigt.“ Sie drückte mich und flüsterte mir ins Ohr: „Ich muss dir aber sagen, dass es mir jetzt auch noch ein bisschen untenrum weh tut. Ich hoffe, dass das bald weg geht.“ – „Eigentlich müsste es doch weg gehen, oder?“ – „Ja, das geht nach ein paar Tagen spätestens weg. Es ist halt ein unangenehmes Ziehen bei manchen Bewegungen und teilweise auch beim Sitzen.“ Zum Abschluss küsste sie mich und wir trennten uns, da jeder von uns zu einem anderen Unterrichtsraum musste.
Im Laufe des Tages hatte ich auch kurz die Möglichkeit, mit Tim unter vier Augen zu reden. Wir standen in der Pause draußen auf dem Hof und er fragte mich: „Wie sieht es aus mit Janine und dir? Freust du dich schon auf das Wochenende?“ – „Das brauche ich gar nicht mehr.“ – „Wie meinst du das?“ – „Na ja, letzte Nacht hat ja Janine bei mir übernachtet.“ – „Aber, da habt ihr doch nicht etwa…“ – „Doch, das haben wir.“ Tim war für einige Momente still, grinste und sagte: „Und, habe ich dir zu viel versprochen?“ – „Na ja, eigentlich nicht.“ – „Aber du klingst ja nicht besonders begeistert. Ist was schiefgelaufen? Oder ist irgendwas Schlimmes passiert? Hast du dich danebenbenommen?“ – „Nein, überhaupt nicht. Der Abend gestern war absolut nicht schlecht. Aber ich konnte damit einfach nicht wirklich viel anfangen. Das ist alles so komisch. Klar war es schön und auch so ungewohnt. Besonders war es einfach, dass Janine und ich zum ersten Mal miteinander schliefen.“ – „Na ja, jeder empfindet das anders. Zumindest find ich es gut, dass ihr nun auch soweit miteinander seid. Mir ist aufgefallen, dass ich seit der richtigen Intimität noch viel mehr an Anna hänge. Wir haben seitdem einfach ein totales Vertrauen zueinander.“ – „Du hast schon Recht, ich habe vorher auch bemerkt, dass ich erst jetzt das Vertrauen zu ihr hatte, um mit ihr wirklich zu schlafen.“ – „Hast du ihr denn irgendwie nicht vertraut?“ – „Nein, ich habe ihr immer vertraut, total. Ich habe aber halt einfach bemerkt, dass ich sie erst jetzt gut genug kenne, sodass ich wusste, dass sie ernsthaft damit umgeht, wenn wir miteinander schlafen würden.“ – „Ihr seid ja auch schon einige Monate zusammen.“ – „Mittlerweile sind es über sieben Monate.“ – „Ganz ehrlich, das ist doch eine völlig normale Zeit. Ich habe von einigen Freunden auch gehört, dass sie erst nach einem halben Jahr oder teilweise auch länger zum ersten Mal miteinander ins Bett gingen. Du bist doch da völlig normal, mach dir keine Platte. Hey, mach dich zukünftig locker und genieße es. Sei doch einfach glücklich, du hast eine Freundin, die dich liebt und die mit dir geschlafen hat! Ich bin mir sicher, dass sie auch sicherlich weiterhin mit dir schlafen will, wenn sich die Gelegenheit bietet.“ – „Ja, ich bin wirklich glücklich, aber ich finde am… Geschlechtsverkehr einfach noch keinen so großen Gefallen. Und Geld kostet es so ganz nebenbei für die Kondome auch noch.“
„Machst du dir jetzt ernsthaft Gedanken darüber, dass das ins Geld geht?“ Er klang so richtig entsetzt, ich wusste nicht so richtig, was ich antworten sollte. Ich fühlte mich in meinem Pragmatismus ertappt. „Ganz ehrlich, sie liebt dich so sehr, dass sie mit dir schläft, also freu dich gefälligst darüber! Diesen Kommentar solltest du gegenüber Janine bloß nie erwähnen, sonst fühlt sie sich richtig verarscht.“ – „Hast ja Recht, sorry.“ – „Bei mir musst du dich nicht entschuldigen. Aber ey, wie emotionslos kann man sein?“ Er brachte mich zum Schmunzeln und ich meinte: „Du hast ja Recht. Mir geht halt alles Mögliche durch den Kopf.“ – „Na ja, so oft werdet ihr schon nicht miteinander schlafen können. Erst entdeckt ihr das doch erst mal, wie das alles so ist. Sei einfach entspannt, wenn es darauf hinausläuft. Solch einen Gedanken will ich nie wieder hören.“ – „Hast ja Recht… Zumindest bist du nicht der Erste, der sagt, dass ich lockerer werden soll.“ – „Wer denn sonst noch?“ – „Janine selbst.“ – „Sie hat das gesagt? Wann denn? Hast du ihr das mit dem Geld etwa vorhin gesagt?“ – „Nein, keine Sorge. So was würde ich ihr nicht sagen. Das mit dem lockerer werden hat sie vorhin erst gesagt. Wir haben gestern Abend über das alles nicht mehr gesprochen, sie schlief ziemlich schnell ein. Heute Morgen haben wir darüber gesprochen und sie hat das einfach zwischendurch gesagt, weil sie bemerkt hat, dass ich durcheinander bin.“ – „Unrecht hat sie damit nicht.“ – „Ja, ich weiß. Ich bemühe mich auch schon, das alles entspannter zu nehmen. Das ist alles einfach extrem viel. Der Tod meiner Oma ist immer wieder in meinem Kopf, es tut einfach sehr weh, immer und immer wieder… Janine hat es irgendwie geschafft, mich gut abzulenken, aber ich habe Angst vor der Beerdigung, die wird noch schlimm.“ – „Janine ist immer für dich da, genauso wie ich. Du brauchst Zeit… Dass der Sex mit Janine jetzt auch noch neu dazu gekommen ist, ist wirklich vom Timing unglücklich. Vielleicht würdest du den Sex auch direkt viel schöner betrachten, wenn das mit deiner Oma jetzt nicht auch noch parallel wäre.“ – „Kann gut sein, glaube ich aber nicht unbedingt. Ich war nur froh, dass ich gestern Abend komplett von dem Thema um meine Oma abschalten konnte, während ich mit Janine so nah war. Ich wollte diesen Moment vor allem nicht zerstören, indem ich wieder mit meinen Gedanken woanders gewesen wäre oder so.“ – „Ganz ehrlich, ist doch super, dass du dir das zugetraut hast. Der Rest kommt von allein, mit Erfahrung und so.“
Auch wenn ich mittlerweile gut abschalten konnte, wenn ich Janine nahekam, beunruhigte mich das im Innern immer wieder, dass ich so sehr die Kontrolle über mich verlor. Gerade als sehr kopflastiger Mensch wollte ich schon konsequent mitbekommen, was um mich herum passierte, aber Janine schaffte es wirklich erfolgreich, dass ich meine Wahrnehmung nur noch auf sie und mich fokussierte.
Der Schultag hatte endlich auch ein Ende und Janine fuhr zu sich nach Hause, während ich bei mir zu Hause, nachdem ich bereits fast drei Stunden da war, auf Petra stieß, die von einem Ausflug nach Hause kam und mich daran erinnerte, dass bald die Beerdigung meiner Oma war. Als sie es aussprach, war dies wie ein Hieb in meine Magengrube, zumal ich Stunden zuvor mit Tim noch genau darüber gesprochen hatte. Ich sagte, dass ich auf jeden Fall bei der emotionalen Verabschiedung dabei sein wollte, so traurig und ergreifend es auch war.